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Vereinigte Staaten von Amerika

Aus Klexikon - Das Freie Kinderlexikon
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Der Süden der Stadt New York. So hohe Gebäude wurden in den USA erfunden, man nennt sie „Wolkenkratzer“.

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind ein Land in Nordamerika. Man nennt sie auch kurz Vereinigte Staaten oder USA. Das kommt vom englischen Namen „United States of America“. Viele Leute sagen auch nur „Amerika“, das ist aber ein Kontinent, der noch größer ist.

Nur in China und Indien leben mehr Menschen als in den USA, nur Russland und Kanada sind größer. Die Vereinigten Staaten sind ein besonders reiches und mächtiges Land. Von hier kommen viele Erfindungen und andere Dinge, die man woanders auf der Welt mag. Die meisten Menschen in den USA sprechen Englisch. Vor allem im Süden haben aber viele Menschen Spanisch als Muttersprache.

Wo heute die USA liegen, lebten vorher Indianer. Etwa seit dem 17. Jahrhundert kamen immer mehr Menschen aus Europa, um hier in Kolonien zu wohnen, vor allem aus Großbritannien. Im Jahr 1776 hatten sie es satt, dass sie immer noch dem König von Großbritannien Steuern zahlen mussten. Nach einem Bürgerkrieg musste Großbritannien viele Gebiete in Nordamerika aufgeben.

Aus den Kolonien wurden eigenständige Staaten. Kurze Zeit später schlossen sie sich als Vereinigte Staaten von Amerika zusammen. Diese Republik hatte einen Präsidenten, der noch dazu vom Volk gewählt wurde – das war damals noch sehr selten in der Welt. Im 19. Jahrhundert zogen viele arme Leute von Europa in die USA. Der Staat kaufte und eroberte noch große Gebiete in Nordamerika.

Inhaltsverzeichnis

Wie sieht das Land aus?

Der Colorado-Fluss hat sich über Tausende von Jahren seinen Weg durch dieses Gebirge gebahnt. Man nennt das Tal den Grand Canyon.

Der größte Teil der USA ist eine riesige Landmasse. Vom Atlantischen Ozean bis zum Pazifik sind es etwa 4500 Kilometer. Das ist mehr als zehnmal so weit wie zwischen Hamburg und Köln. Darum fliegen Amerikaner auch öfter mit dem Flugzeug als Europäer.

Manche Gegenden sind sehr kalt, wie Alaska, das in die Arktis reicht. Im Süden der USA gibt es heiße Wüsten, und die Hawaii-Inseln liegen in den Tropen. Außerdem kennen die USA fast jedes Klima dazwischen. Darum sind auch die Tiere und Pflanzen in den USA sehr unterschiedlich. Man findet dort große Tiere, wie sie in Europa meist schon ausgestorben sind. In den USA sind sie zum Teil in den riesigen Nationalparks geschützt.

Das bekannteste Tier der USA ist vielleicht der Weißkopf-Seeadler. Diese Adler sieht man im Wappen des Landes. Weit verbreitet sind Waschbären, und im Westen der USA findet man Berglöwen. In Alaskan leben Braunbären und Elche, wie auch in Nordeuropa und Nordasien.

Was ist früher in den USA passiert?

Ein Bild aus dem Amerikanischen Bürgerkrieg, im Jahr 1862. Damals war das Land in Norden und Süden geteilt. Präsident Abraham Lincoln, in der Mitte, besucht ein Soldatenlager des Nordens.

Die ersten Bewohner des Gebietes, das wir heute als USA kennen, kamen aus Asien. Die ersten Europäer in Nordamerika waren Wikinger im Mittelalter, die aber wohl nur bis zum heutigen Kanada kamen. Als älteste Stadt der USA gilt heute ein Ort in Florida, im Süden. Ihn haben 1565 Spanier gegründet.

Auch Engländer, Franzosen und Niederländer gründeten Kolonien in Nordamerika. Viele Einwohner der britischen Kolonien wollten schließlich einen eigenen Staat haben. Der Konflikt führte 1775 zum Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Die aufständischen Kolonisten gewannen und gründeten 1787 die Vereinigten Staaten von Amerika. Anders als fast alle Länder in Europa waren die USA eine Republik. Das Staatsoberhaupt war kein König oder Kaiser, sondern ein gewählter Präsident.

Zunächst einmal wollten die USA Herr über Nordamerika werden. Sie eroberten große Gebiete von den Indianern und Spaniern. Es gelang ihnen aber nicht, die Briten zu vertreiben. Darum gibt es heute noch nördlich von der USA den Staat Kanada, der früher den Briten gehörte. Alaska kauften die USA von Russland. Außerdem eroberten oder kauften die USA noch einige Gebiete in der Karibik und im Pazifischen Ozean.

Was eine bestimmte Sache anging, waren sich die USA überhaupt nicht einig: In den Teilstaaten im Süden lebten viele Sklaven. Sie mussten dort zum Beispiel Baumwolle anbauen, was den Besitzern der Sklaven viel Geld eingebracht hat. In den Teilstaaten im Norden fand man Sklaverei schlecht. Schließlich kam es es im Jahr 1861 zum Krieg zwischen Norden und Süden. In den folgenden vier Jahren starben 600.000 Menschen im Amerikanischen Bürgerkrieg, mehr als in jedem anderen Krieg der USA. Der Norden gewann, und die Sklaverei wurde abgeschafft.

In den Jahren nach 1900 kümmerte sich die amerikanische Regierung mehr darum, was in Europa passierte. So kämpften die USA im Ersten Weltkrieg und Zweiten Weltkrieg gegen Deutschland, Japan, Italien und deren Verbündete. Danach half sie dem Westen von Europa, dass er vor der Sowjetunion geschützt war, dem heutigen Russland. In einigen Ländern wie Vietnam haben die USA weitere Kriege geführt.

Am 11. September 2001 haben Terroristen etwa 3000 Menschen in New York und Washington getötet. Danach wurden die Terroristen verfolgt, und amerikanische Soldaten haben Afghanistan und den Irak besetzt. Wieder wurde darüber gestritten, ob das eine gute Idee war. Manche Leute finden es gut, dass die USA sich einmischen. Denn die Vereinten Nationen haben nicht die Kraft dazu, die Polizei der gesamten Welt zu sein. Andere Leute sind sehr dagegen. Sie meinen, dass die USA in anderen Ländern kämpft, weil die USA Vorteile für sich selbst sehen.

Was muss man über die Menschen in den USA wissen?

Viele Amerikaner begeistern sich für die Raumfahrt und Science-Fiction. Hier sieht man Schauspieler der Serie „Raumschiff Enterprise“ bei einer echten Raumfähre. Ihre Vorfahren kommen aus Europa, Afrika und Asien.

Früher lebten viele Millionen Indianer in Nordamerika. Die Weißen aus Europa haben viele von ihnen umgebracht oder dafür gesorgt, dass sie nur schlecht leben konnten. Wenn es nur 100 Amerikaner gäbe, dann wäre gerade einmal einer von ihnen Indianer. Einige leben in besonderen Gebieten, den Reservaten, wo sie ein wenig über sich selbst bestimmen können.

Von den übrigen Amerikanern nennt man die meisten „Weiße“. Etwas mehr als jeder zehnte ist „schwarz“. Deren Hautfarbe ist etwas dunkler als die der „Weißen“ oder ganz dunkel. Unter ihren Vorfahren findet man häufig Sklaven aus Afrika. Deshalb liest und hört man in Berichten über sie oft den Begriff „Afroamerikaner“. Andere Amerikaner haben Vorfahren aus Asien, wie zum Beispiel aus China, Japan oder Korea. Die Weißen stammen aus vielen Teilen Europas oder aus Südamerika. Die USA nennt man den Schmelztiegel der Nationen: Wenn man Metalle heiß macht, vermischen sie sich. So soll eine neue Nation entstanden sein, die USA.

Die 300 Millionen Amerikaner sehen aber nicht nur unterschiedlich aus. Sie haben auch verschiedene Sprachen und Kulturen. Zwar sprechen die meisten Englisch, doch fast jeder fünfte Amerikaner hat als Muttersprache Spanisch. Über eine Million Amerikaner sagen übrigens, dass man bei ihnen zuhause Deutsch spricht. Die USA sind auch das Land der verschiedenen Religionen: Manche Einwanderer sind in die USA gekommen, weil sie in ihrer Heimat ihre Religion nicht ausleben durften.

Wer hat in den USA das Sagen?

Das Kapitol in der Stadt Washington: In diesem Haus trifft sich der Kongress, das Parlament der USA. Donald Trump, der Präsident, arbeitet im Weißen Haus ganz in der Nähe.

Die USA sind eine sehr alte Demokratie. Ihre Verfassung, das wichtigste Gesetz, ist von 1787. Allerdings durften zuerst nur reiche Männer bestimmen. Nach und nach erhielten mehr Menschen das Recht, zu wählen.

Die Gesetze werden vom Kongress gemacht. So heißt das Parlament. Alle zwei Jahre wählen die Amerikaner Teile des Parlaments, nie das gesamte Parlament auf einmal.

Außerdem dürfen die Amerikaner bestimmen, wer ihr Präsident sein soll. Der Präsident ist nicht nur das Staatsoberhaupt, sondern auch der Chef der Regierung. Nach vier Jahren wird wieder gewählt. Man darf nur acht Jahre lang Präsident sein. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass ein Präsident zu mächtig wird. Schon jetzt sagt man, dass der amerikanische Präsident der mächtigste Mann der Welt sei, weil die USA so stark sind.

Überhaupt dürfen Amerikaner ziemlich viel wählen. Die Teilstaaten, wie Texas oder Alaska, haben eigene Parlamente und Oberhäupter. Oft wählt man auch die Richter am Ort, in dem man lebt. Schließlich gibt es Volksabstimmungen. Darin entscheiden die Bürger, ob zum Beispiel eine neue Brücke in ihrer Stadt gebaut werden soll.

Wofür sind die USA bekannt?

Pizza und Pasta aus Italien, Apfelkuchen aus Deutschland: Amerikaner essen oft, was ihre Vorfahren mitgebracht haben. Typisch amerikanisch ist alles, was man aus Kürbis machen kann, wie diese herzhafte Kürbistorte.

Amerikanische Kultur sieht man heute auf der ganzen Welt: Filme aus Hollywood, Hamburger und anderes Fastfood, gewagte Kleidung und schrille Musik. Diese Kultur ist bei sehr vielen Menschen beliebt. Manche Leute rümpfen darüber die Nase und halten die Amerikaner für dumm.

Aber auch „ernsthafte“ Kultur kommt oft aus den USA. Viele berühmte Schriftsteller sind oder waren Amerikaner. In den USA haben sich „weiße“ und „schwarze“ Musik vermischt und zu vielen Musikrichtungen geführt. Besonders bekannt wurde der Jazz.

Die USA sind außerdem ein wichtiges Land auf der Welt, was die Wissenschaft angeht. Das gilt zum großen Teil auch für die Raumfahrt und die Welt der Computer. Einige Universitäten der USA sind weltberühmt. Viele andere Universitäten und Schulen aber haben wenig Geld. Darum besuchen die meisten Amerikaner eher schlechte Schulen und einige Amerikaner sehr gute, teure.

Womit verdienen die Menschen in den USA ihr Geld?

Damit Pflanzen besser wachsen, wird in der Landwirtschaft viel bewässert. Mit diesem Bild aus einem Flugzeug sieht man gut, dass an verschiedenen Stellen andere Pflanzen wachsen. Sie haben eine andere Farbe.

Die USA sind eines der reichsten Länder der Welt. In kaum einem anderen Land wird so viel verdient. Etwas anders sieht es aus, wenn man fragt, wie reich die Amerikaner im Durchschnitt sind. Da gehört das Land immer noch zu den 15 wohlhabendsten Ländern. Die Zahl der armen Amerikaner wächst jedoch. Vergleicht man die Jahre 2000 und 2015, dann lebten 2015 doppelt so viele Menschen in extrem armen Stadtvierteln und Gegenden. Viele Dinge, die Menschen zum täglichen Leben brauchen, funktionieren dort oft nicht gut und manchmal gar nicht. Außerdem leben viele sehr, sehr eng zusammen. Solche Gegenden heißen Slum, sprich: slamm. In den USA wächst seit einigen Jahren die Zahl der Slums immer weiter.

Es gibt viel fruchtbares Land, das angebaut wird. Hinzu kommen Bodenschätze, wie Erdöl und Kohle. In den USA werden viele Kinder geboren, und außerdem wandern viele Menschen ein. So gibt es genügend Menschen, die in der Wirtschaft arbeiten können.

Amerikanische Firmen verkaufen auch viele Waren ins Ausland. Einige Firmen sind auf der ganzen Welt bekannt, wie die Internet-Firma Google oder der Auto-Hersteller Ford. Das meiste verkaufen die USA übrigens in ihre Nachbarländer Kanada und Mexiko. Danach kommen China, Japan, Deutschland und Großbritannien.



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