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Brasilien

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Das Parlament in der Hauptstadt Brasília. Die Stadt wurde in einem Zug geplant und gebaut. Im Jahr 1960 war sie mehr oder weniger fertig.

Brasilien ist das größte Land in Südamerika und nur wenig kleiner als ganz Europa. Brasilien grenzt an jedes andere Land in Südamerika außer an Chile und Ecuador. In Brasilien leben mehr als 200 Millionen Menschen. Die meisten haben Portugiesisch als Muttersprache. Das kommt daher, dass das Land früher eine Kolonie von Portugal war. Seit dem 19. Jahrhundert ist das Land jedoch unabhängig.

Die größte Stadt ist São Paulo, gefolgt von Rio de Janeiro. Früher war „Rio“ auch die Hauptstadt. Aber im 20. Jahrhundert hat man Regenwald gerodet um eine neue Hauptstadt zu bauen: Brasília. Heute leben dort mehr als 2,5 Millionen Menschen.

In Bezug auf die Wirtschaft ist Brasilien eines der bedeutendsten Länder der Welt. Deshalb ist es auch ein Mitglied im G-20. Das ist eine Organisation, deren Mitglieder die 20 reichsten Länder der Welt sind. Bezahlt wird in Brasilien mit dem Real, das ist also die Währung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist früher in Brasilien passiert?

Sklaven in Brasilien auf einer Zeichnung um das Jahr 1835

Brasilien wird seit rund 10.000 Jahren von Menschen bewohnt. Über die Jahrhunderte entwickelten sich viele verschiedene indigene Kulturen. Einer der mächtigsten Stämme waren die Tupi. Diese Ureinwohner lebten in kleinen Holzhäusern nahe der Atlantikküste. Sie pflanzten Mais und Maniok an und aßen viel Fisch. Oft führten sie Krieg mit den benachbarten Volksstämmen.

Die ersten Europäer erreichten Brasilien im April des Jahres 1500. Es waren portugiesische Segelschiffe unter der Führung von Pedro Alvarez Cabral. Er ging nahe der heutigen Stadt Salvador de Bahia an Land und gründete dort die erste Kolonie. Er nannte sie „Insel des Heiligen Kreuzes“, weil er zunächst meinte auf einer Insel gelandet zu sein. Später wurde die Kolonie in Brasilien umbenannt. Der Name kommt vom Brasilholz, das man dort in großen Mengen vorfand.

In der Mitte des 16. Jahrhunderts begannen die Portugiesen mit dem Anbau von Zuckerrohr. Wenig später fand man auch Gold und Edelsteine. Für den Abbau dieser Rohstoffe wurden viele Sklaven aus Afrika nach Brasilien verschleppt. Auch hielt man viele Indianer als Sklaven, die nun immer mehr aus ihrem angestammten Gebiet verdrängt wurden.

Als Napoleon um das Jahr 1800 begann, Europa zu erobern, flohen die Könige von Portugal nach Brasilien. Pedro der Erste, Sohn des Königs von Portugal, führte das Land im Jahr 1822 in die Unabhängigkeit und ernannte sich gleich zum brasilianischen Kaiser auf Lebenszeit. Das Kaiserreich Brasilien überdauerte bis ins Jahr 1889. Dann wollten die Brasilianer keinen Kaiser mehr haben. Es entwickelte sich eine Widerstandsbewegung, die es schaffte den Kaiser zu stürzen. Daraufhin wurde das Land eine Republik mit einem Präsidenten als Staatsoberhaupt. Ab dem Jahr 1965 war Brasilien kurzzeitig eine Diktatur. Seit den Jahren nach 1980 ist es jedoch wieder eine Demokratie.

Wie sieht das Land aus?

Die Iguaçu-Wasserfälle gehören zu den eindrücklichsten auf der ganzen Welt.

Die Landschaft Brasiliens ist sehr vielseitig. Der Äquator durchschneidet Brasilien am nördlichen Rand. Das Land liegt also vorwiegend auf der Südhalbkugel. Deshalb ist der Norden wärmer als der Süden. Trotzdem ist es im ganzen Land sehr heiß und feucht. Die höchsten Berge liegen an der Grenze zu Venezuela und westlich von Rio de Janeiro. Das wohl atemberaubendste Naturspektakel Brasiliens sind die Iguaçu-Wasserfälle. Sie befinden sich in der Nähe von Argentinien. Brasilien hat eine lange Küste mit vielen schönen Sandstränden, die jedes Jahr eine Menge Touristen anlocken.

Der größte und wichtigste Fluss des Landes ist der Amazonas. Er ist der zweitlängste Fluss der Welt, er mündet in den Atlantischen Ozean. In diesem Teil Brasiliens wächst ein tropischer Regenwald: Der Amazonas-Regenwald. Das ist der größte Wald der Welt. Dort gibt es viele Endemiten, also Pflanzen und Tiere, die es in anderen Ländern gar nicht gibt. Ein Beispiel ist der Hyazinth-Ara. Das ist ein wunderschöner blauer Papagei. In Brasilien gibt es die größte Artenvielfalt aller Länder der Welt. Das bedeutet: In keinem anderen Land gibt es so viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten wie hier.

In den letzten hundert Jahren ist der Amazonas-Regenwald sehr geschrumpft. Unzählige Bäume wurden gefällt, um Platz für Häuser oder den Anbau von Soja und Weiden für Rinder zu schaffen. Viele Umweltschutzorganisationen setzen sich jedoch dagegen ein. Viele Tiere und Pflanzen verlieren dadurch ihren Lebensraum, und viele sterben sogar aus. Urwald nimmt sehr viel Kohlendioxid auf. Aber durch die Rodung geschieht genau das Gegenteil. Zusätzlich werden im Wald nur die wertvollen Bäume geerntet wie etwa der Mahagoni. Die übrigen Bäume werden meist abgebrannt. Dadurch entsteht viel zusätzliches Kohlendioxid und der Klimawandel beschleunigt sich noch.

Was sollte man über die Leute in Brasilien wissen?

Die Statue „Cristo Redentor“. Das heißt auf Deutsch „Christus der Erlöser“. Sie ist das Wahrzeichen von Rio de Janeiro.

Die meisten Brasilianer wohnen in den Großstädten an der Küste im Osten. Ihre Vorfahren kommen aus allen Teilen der Welt. Besonders viele sind Nachkommen der Sklaven aus Afrika. Es gibt aber auch Brasilianer mit Wurzeln in Japan, Deutschland, Portugal, China, Italien und vielen anderen Ländern. Von den Indianern stammt nur noch ein geringer Teil der Bevölkerung ab. In den Tiefen des Regenwaldes findet man noch heute einige Indianer, die noch nie Kontakt zu anderen Menschen hatten. Sie leben noch so wie wir vor rund 5.000 Jahren.

Etwa acht von zehn Brasilianern sind Christen. Ein Großteil von ihnen sind Katholiken. Es gibt aber auch Protestanten und immer mehr Freikirchen. Die meisten Menschen nehmen ihren Glauben sehr ernst. Der Rest der Bevölkerung teilt sich auf viele verschiedene Glaubensrichtungen auf. Einige Brasilianer mit afrikanischen Wurzeln praktizieren die Religion Candomblé. Bei dieser Religion gibt es nicht nur einen, sondern viele Götter. Diese werden mit viel Tanz und Gesang angebetet.

In Brasilien gibt es viele reiche und noch mehr arme Menschen. Das führt zu vielen Problemen im Land. In großen Städten leben die armen Leute in den sogenannten Favelas. Das sind einfache Behausungen, die oft an Hügel gebaut wurden. Die Kinder der Armen werden manchmal kriminell und schließen sich Banden an. Diese verkaufen Drogen oder machen andere verbotene Dinge.

Nahezu alle Brasilianer sind total verrückt nach Fußball. Die Nationalmannschaft ist eine der besten der Welt. Sie gewann schon fünf WM-Titel. Im Sommer 2014 fand in Brasilien eine Fußball-Weltmeisterschaft statt. Dort scheiterte Brasilien erst im Halbfinale. Der Fußball ist für viele arme Brasilianer ein möglicher Ausweg aus der Misere. Doch nur wenige Talente schaffen wirklich den Sprung zu einem der Topklubs in Europa.

Womit verdienen die Menschen ihr Geld?

Die meiste Energie kommt aus der Wasserkraft. Neu kommen aber auch Windkraftanlagen dazu.

Etwa jeder zehnte Brasilianer ist arbeitslos. Von zehn Menschen, die arbeiten können, haben etwa sechs eine Stelle in den Dienstleistungen, also bei einer Bank, einer Versicherung, in einem Krankenhaus, in einer Schule, im Tourismus oder in einem ähnlichen Betrieb. Etwa drei von zehn arbeiten in der Industrie, also in einer Fabrik, im Bergbau oder so ähnlich. Einer von zehn arbeitet in der Landwirtschaft.

Brasilien hat viele Bodenschätze. Es gibt sehr viel Erdöl. Die Vorräte an Eisen würden für die ganze Welt während 500 Jahren ausreichen. Dazu gibt es Kohle, Bauxit für Aluminium, Gold, Silber, Zinn und weitere Metalle, Edelsteine, Erdgas und Uran für Atomkraftwerke. Durch den Abbau entsteht aber auch eine große Umweltverschmutzung. In den Fabriken werden Flugzeuge und Autos und viele andere Dinge hergestellt.

Das Ackerland nimmt ständig zu, weil Urwald gerodet wird. Die wichtigsten Produkte sind Zucker aus Zuckerrohr, Soja, Mais, Kaffee, Kakao, tropische Früchte, Rindfleisch, Schweinefleisch, Geflügelfleisch und Orangensaft. Aus dem Zuckerrohr wird zudem sehr viel Alkohol hergestellt. Den mischt man dem Benzin bei. Ein großes Problem in der Landwirtschaft sind die großen Monokulturen. Das sind Felder, auf denen nichts als eine einzige Pflanzenart wächst. Das ist zwar gut für den Einsatz großer Maschinen, aber schlecht für die Artenvielfalt.

Gemessen an der Bevölkerung gibt es wenig Tourismus. Die Urlauber besuchen vor allem den Karneval in Rio, die Hauptstadt Brasilia, das Amazonasbecken, die Iguaçu-Wasserfälle oder die schönen Strände. Nur etwa jeder zweihundertste Real wird mit dem Tourismus verdient.



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