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Kirgistan

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Das Gebirge Tian Shan. In der Mitte sieht man den Gipfel des Bergs Khan Tengri. Hier treffen die Grenzen von Kirgistan, Kasachstan und China aufeinander
So sieht Kirgistan vom Weltraum aus. Im Nordosten erkennt man sehr deutlich die große Fläche des Sees Yssykköl
Die zweitgrößte Stadt ist Osch im Westen Kirgistans. Dies ist der Blick auf ein typisches Wohnviertel. So sieht es auch in anderen Städten aus.

Kirgistan ist ein Land in der Mitte von Asien. Manchmal wird es auch Kirgisistan oder Kirgisien genannt. Das Land ist etwa fünf Mal größer als die Schweiz, hat aber etwas weniger Einwohner, nämlich etwa fünfeinhalb Millionen. Die Hauptstadt Bischkek liegt ganz im Norden. Hier lebt etwa jeder sechste Einwohner Kirgistans. Kirgistan hat nur wenige Städte und diese sind nicht sehr groß. Kirgistan ist seit 1991 eine Republik mit einem Präsidenten und mit einem Parlament.

Kirgistan hat zwei Amtssprachen, Kirgisisch und Russisch. Nur etwa zwei Drittel der Menschen haben als einzige Muttersprache Kirgisisch. Es gibt viele große Gruppen mit einer anderen Muttersprache.

Früher führte ein Teil der Seidenstraße durch Kirgistan. Das war ein besonders langer Handelsweg. Über diese Strecke transportierten Karawanen Waren von Asien nach Europa und umgekehrt, zum Beispiel Seide, Keramik und viele andere wertvolle Dinge.

Inhaltsverzeichnis

Wie sieht die Landschaft aus?

Fast die gesamte Fläche des Landes liegt über 1000 Meter hoch. Ein Teil Kirgistans liegt im Hochgebirge Tian Shan, sprich: ti jen schan. In den Gebirgen Kirgistans gibt es sehr viele Gletscher. Die Sommer sind trocken und heiß, die Winter sehr kalt. Es gibt auch viele hoch gelegene weite Steppen. Dort leben große Wildpferd-Herden ohne den Einfluss von Menschen.

Kirgistan hat nur sehr wenig Wald. Aber unter diesen wenigen Wäldern gibt es eine Besonderheit, nämlich uralte Walnusswälder. Sie sind fast 3000 Jahre alt. Der Yssykköl ist der zweitgrößte Gebirgssee der Welt, ungefähr elf Mal größer als der Bodensee.

Was ist früher in Kirgistan passiert?

Viele Jahrhunderte lebten in den weiten Steppen Zentralasiens Stämme von Reiternomaden. Das sind Menschen ohne festen Wohnort, die immer umherziehen. Einige Nomadenstämme lebten friedlich als Nachbarn zusammen, andere bekriegten sich.

Im Mittelalter eroberte der mongolische Herrscher Dschingis Khan immer mehr Land, im 13. Jahrhundert auch das Gebiet des heutigen Kirgistan. Nachdem das große Reich der Mongolen zerfallen war, gehörte fast das ganze Gebiet des heutigen Kirgistan zu China. Nur ein Teil wurde später vom russischen Zaren erobert. Dann gehörte alles für viele Jahre zur Sowjetunion. Im Jahr 1991 zerfiel die Sowjetunion. Seither ist Kirgistan unabhängig und heißt Kirgisische Republik.

Wie leben die Menschen in Kirgistan?

In Kirgistan gibt es wenige sehr reiche Menschen und ganz viele Menschen, die sehr arm sind. Viele Kirgisen haben Viehherden, mit denen sie das ganze Jahr oder einen Teil des Jahres von Weide zu Weide ziehen. Sie züchten vor allem Pferde, Schafe, Kamele und Yaks. Aber auch Rinder und Ziegen gibt es. Die Besitzer verkaufen die Tiere oder stellen Tierprodukte her, zum Beispiel Käse. Aus der Milch der Pferdestuten stellen sie ein besonderes Getränk her.

Tausende Menschen aus Kirgistan arbeiten im Ausland, weil sie zu Hause nicht genug für ihre Familien verdienen können. Etwa eine halbe Million arbeiten im großen Nachbarland Russland. Die Arbeiter schicken immer wieder Geld zu ihren Familien nach Kirgistan. Aber sie verdienen meistens im Ausland zu wenig, um jedes Jahr nach Hause zu fahren. So sehen sich die Familien oft jahrelang nicht.

Ein Teil der Menschen lebt das ganze Jahr über als Nomaden in der Steppe. Ihre großen runden Zelte heißen „Jurte“. Fast alle Kinder in den Dörfern lernen von klein auf, wie man mit den Haustieren umgehen muss, wie man Dinge im Haushalt tut, Lebensmittel herstellt oder eine Jurte aufbaut. Viele Familien im Westen des Landes leben von den Walnusswäldern.

Wofür ist Kirgistan bekannt?

Aus Kirgistan kommt das längste Gedicht der Welt. Es heißt „Manas“ und hat über eine halbe Million Strophen. Manas war ein großer starker Held, der für das kirgisische Volk kämpfte. Sein bester Freund war sein Pferd mit dem Namen Ak-kula. Ein so langes Gedicht, das eine Geschichte erzählt, nennt man Epos.

In Kirgistan gibt es sehr viele verschiedene Pferdearten. Durch das Einfangen von starken oder sehr schnellen Pferden erneuern die Pferdezüchter ihre eigenen halbwilden Pferdeherden. Viele Pferdekenner aus verschiedenen Ländern sagen, dass die kirgisischen Pferdezüchter zu den besten der Welt gehören.

Die Kirgisen sagen von sich selbst, dass sie ein Reitervolk sind. Es gibt viele und sehr verschiedene Wettkämpfe mit Pferden, auch schon für Mädchen und Jungen. Manche Rennen quer durch die Steppe sind besonders beliebt. Schon zweimal fanden in Kirgistan die Welt-Nomaden-Spiele statt. Da gibt es vielerlei Wettrennen mit Pferden, Bogenschießen, Ringen, Speerwerfen, die Jagd mit einem [[Greifvögel|Raubvogel, Wurfspiele mit kleinen Steinen und andere. Die Welt-Nomaden-Spiele sollen weiterhin alle zwei Jahre in Kirgistan stattfinden.

In der unberührten Landschaft des Gebirges Tian Shan leben die Schneeleoparden. Die Kirgisen nennen den Schneeleoparden den „Geist der Berge“. Von ihnen gibt es auf der Welt nur noch so wenige, dass die Tierart vom Aussterben bedroht ist. In Kirgistan leben noch etwa 300. Obwohl es verboten ist, wird der Schneeleopard gejagt. Es gibt in Kirgistan aber Ranger, die auf die Schneeleoparden aufpassen und dafür sorgen, dass Wilderer bestraft werden.



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