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Sierra Leone

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Ein Arbeiter auf einem Reisfeld

Sierra Leone ist ein kleines Land im Westen von Afrika und grenzt nur an Liberia und Guinea. Die Hauptstadt Freetown heißt auf Deutsch „Freie Stadt“ und liegt an der Küste zum Atlantischen Ozean. Freetown ist die einzige Stadt mit über einer Million Einwohnern und somit die größte Stadt in Sierra Leone. Etwa jeder siebte Einwohner des Landes lebt dort.

Mit über 70.000 Quadratkilometern ist Sierra Leone etwa so groß wie Tschechien in Europa. Die Amtssprache ist Englisch. Doch im Land gibt es auch viele weitere Sprachen, die nicht als Amtssprache gelten. Dazu zählen die Sprachen Krio, Mende oder Kono. Das kommt daher, dass die Bevölkerung aus verschiedenen, großen Gruppen besteht, die auch ihre eigene Kultur haben.

Den Namen hat Sierra Leone vom Portugiesen Pedro da Cinta. Dieser gab dem Land wegen der zerklüfteten Berge den Namen Serra Lyoa. Das heißt so viel wie „Löwenberge“ und hat sich bis heute zu Sierra Leone entwickelt.

Etwa sieben von zehn Einwohnern sind Muslime. Fast alle übrigen sind Christen. Nur etwa jeder dritte Einwohner hat eine Arbeit. Etwa sieben von zehn Einwohnern sind sehr arm. Sie verdienen weniger als einen Dollar pro Tag. Die Vereinten Nationen, also die UNO, betrachtet Sierra Leone als das ärmste Land der Welt.

Was geschah früher im Land?

So sah die Flagge während der Kolonialzeit aus. Oben links ist die Flagge von Großbritannien abgebildet.

Im Jahr 1440 erreichte der Entdecker Gil Eanes als erster Europäer das Gebiet des heutigen Sierra Leone. Über 100 Jahre später begann in Sierra Leone die Sklaverei. Von nun an herrschte Großbritannien über den Sklavenmarkt in Westafrika. Der Sklavenhandel blieb noch über 200 weitere Jahre bestehen.

Ende des 18. Jahrhunderts wurden mehrere tausend Sklaven auf dem Gebiet der heutigen Hauptstadt Freetown angesiedelt. Dadurch gründete sich die Stadt Freetown. Die Bevölkerung in der britischen Kolonie Sierra Leone wuchs daraufhin immer weiter an. Es folgten mehrere Aufstände des Volkes gegen Großbritannien.

Vor allem Sir Milton Margai ist es zu verdanken, dass Sierra Leone am 27. April 1961 unabhängig wurde. Sir Milton Margai wurde nach der Unabhängigkeit der erste Premierminister Sierra Leones.

Nach der Unabhängigkeit machte der Abbau von Diamanten und anderen Rohstoffen einen großen Teil in der Wirtschaft von Sierra Leone aus. Doch die meisten Leute im Volk haben davon keine Vorteile gehabt. Dadurch kam es immer häufiger zu Protesten. Das hatte außerdem zur Folge, dass immer wieder Teile der Bevölkerung auswanderten.

1991 gründete sich eine starke Rebellenbewegung, die sich einen Kampf mit der Regierung lieferte. In den folgenden Jahren kam es zu vielen Wechseln in der Regierung. Auch als die Rebellen einen Friedensvertrag mit der Regierung schlossen, brachte das keine Besserung. Erst 1999 konnte der Bürgerkrieg durch die Hilfe britischer Soldaten und einen weiteren Friedensvertrag beendet werden. Doch durch den Krieg wurden viele Teile des Landes zerstört und viele tausend Menschen starben in Folge des Bürgerkriegs. Heute ist Sierra Leone eine Republik. Der Chef der Regierung hat allerdings besonders viel zu sagen.

Wie sind das Klima und die Natur?

Der Berg Bintumani

Sierra Leone gehört insgesamt zu den feuchtesten Gebieten Westafrikas. Es gibt eine Regenzeit und eine Trockenzeit. Die Regenzeit beginnt im Mai und dauert etwa vier bis fünf Monate. Ab Oktober herrscht in Sierra Leone Trockenzeit.

Darüber hinaus ist es in Sierra Leone sehr warm. Da das Land auf der Nordhalbkugel liegt, ist es im Süden des Landes in der Regel wärmer, so wie bei uns. In einigen südlichen Gebieten des Landes beträgt die Durchschnittstemperatur fast 40 Grad Celsius.

Eine Sehenswürdigkeit in Sierra Leone ist der Berg Bintumani. Mit 1945 Metern ist der Bintumani der höchste Berg des Landes. Er liegt im Nordosten des Landes im Gebirgszug Loma Mountains. Im Regenwald rund um den Bintumani lebt eine große Anzahl verschiedenster Tiere.

Die Insel Tiwai gehört zu Sierra Leones beliebtesten Reisezielen. Die Insel liegt im Südosten des Landes und ist von einem Fluss umgeben. Tiwai ist ein Wildschutzgebiet, denn dort lebt eine große Anzahl von Tieren. So gibt es auf der Insel über 100 verschiedene Vogel- und mehrere unterschiedliche Affenarten.

Wie leben die Leute im Land?

Ein Klassenraum in einer Schule in Sierra Leone

Die meisten Einwohner Sierra Leones sind abhängig von der Landwirtschaft. Die hauptsächlichen Anbauprodukte sind Reis, Hirse, Erdnüsse und Maniok. Auch für den Verkauf ins Ausland ist die Landwirtschaft sehr wichtig, vor allem der Anbau von Kaffee und Kakao.

Wichtig für die Wirtschaft in Sierra Leone ist auch der Bergbau. Sierra Leone ist reich an vielen verschiedenen Bodenschätzen. Diamanten, Gold, Braunkohle und Bauxit sind einige Beispiele. Doch auch trotz der Bodenschätze zählt Sierra Leone ein sehr armes Land.

Den Leuten in Sierra Leone geht es in vielerlei Hinsicht nicht gut. Obwohl Kinder neun Jahre lang die Schule besuchen müssten, ist das häufig nicht möglich, weil es nicht genug Lehrer und Schulen gibt. Viele Schulen wurden im Bürgerkrieg zerstört. Nur etwa die Hälfte aller Erwachsenen können lesen und schreiben. Außerdem sterben viele Leute schon sehr jung. Das liegt vor allem daran, dass es kaum Ärzte und Krankenhäuser gibt und dass nicht jeder Zugang zu sauberem Wasser hat. Die Krankheiten HIV und Ebola haben vielen Menschen das Leben gekostet.



Wissen kindgerecht und leicht verständlich – Mehr Wissenswertes über „Sierra Leone“ bei der Blinden Kuh.

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