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Klimawandel

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Der Eisbär ist das vielleicht bekannteste Symbol des Klimawandels. Wird es nämlich viel wärmer auf der Erde, könnten er und viele andere Tiere ihren Lebensraum verlieren und schlimmstenfalls aussterben.

Klimawandel nennt man die gegenwärtige Änderung des Klimas. Im Gegensatz zum Wetter bedeutet Klima, wie warm oder kalt es an einem Ort über längere Zeit ist und welches Wetter dort normalerweise herrscht. Das Klima bleibt eigentlich über lange Zeit gleich, es ändert sich also nicht oder nur sehr langsam.

Über lange Zeiträume gesehen hat sich das Klima auf der Erde schon mehrmals verändert. So gab es zum Beispiel in der Altsteinzeit eine Eiszeit. Damals war es wesentlich kälter als heute. Diese Klimawandel sind natürlich und haben verschiedene Ursachen. Normalerweise verändert sich das Klima sehr langsam, also über viele Jahrhunderte. Ein einzelner Mensch würde einen solchen Wandel innerhalb seines Lebens nicht bemerken, weil er zu langsam vorangeht.

Zurzeit erleben wir aber einen Klimawandel, der wesentlich schneller vorangeht, so schnell, dass sich die Temperaturen sogar in der kurzen Zeit eines Menschenlebens verändern. Das Klima auf der ganzen Erde wird nämlich wärmer. Man spricht auch von Klimawechsel, Klimakatastrophe oder globaler Erwärmung. Die Ursache für diesen rasanten Klimawandel ist wahrscheinlich der Mensch. Wenn man heute den Begriff Klimawandel nennt, dann meint man damit meistens diese Katastrophe.

Inhaltsverzeichnis

Was ist der Treibhauseffekt?

In einem Gewächshaus ist es länger warm als draußen. Das freut den Gärtner, da seine Pflanzen dort schneller wachsen. Der Treibhauseffekt sorgt auch auf der Erde für eine höhere Temperatur.

Der sogenannte Treibhauseffekt sorgt eigentlich dafür, dass es auf der Erde angenehm warm ist und nicht eiskalt ist wie im Weltall. Die Atmosphäre, also die Luft die unseren Planeten umgibt, besteht aus vielen verschiedenen Gasen. Einige davon sind sogenannte Treibhausgase. Das bekannteste davon ist Kohlendioxid, abgekürzt CO2, sprich: Ze-o-zwei.

Diese Gase erzeugen auf der Erde einen Effekt, den zum Beispiel Gärtner in ihren Treibhäusern oder Gewächshäusern nutzen. Diese „Häuser“ aus Glas lassen nämlich das ganze Sonnenlicht hinein, aber die Wärme nur zum Teil wieder hinaus. Das Glas sorgt dafür. Steht ein Auto längere Zeit in der Sonne, so kann man dasselbe beobachten: es wird unerträglich warm oder sogar heiß im Auto.

In der Atmosphäre übernehmen die Treibhausgase die Rolle des Glases. Die meisten Sonnenstrahlen gelangen durch die Atmosphäre zum Erdboden. Dadurch erwärmen sie den Erdboden. Der Erdboden gibt diese Wärme allerdings auch wieder ab. Die Treibhausgase sorgen dafür, dass nicht die ganze Wärme zurück ins Weltall entweicht. Dadurch erwärmt sich die Erde. Dies ist der natürliche Treibhauseffekt. Er ist sehr wichtig, denn ohne ihn gäbe es kein so angenehmes Klima auf der Erde.

Wieso wird es wärmer auf der Erde?

Seit der Industrialisierung entlassen die Menschen riesige Mengen an Treibhausgasen in die Atmosphäre. Dadurch erwärmt sich die Erde.

Je mehr Treibhausgase es in der Atmosphäre gibt, umso mehr Wärmestrahlen werden daran gehindert die Erde zu verlassen. Dadurch erwärmt sich die Erde. Genau das passiert seit einiger Zeit.

Seit mehr als hundert Jahren steigt die Menge der Treibhausgase in der Atmosphäre nämlich an. Vor allem gibt es immer mehr Kohlendioxid. Zu einem großen Teil kommt das viele Kohlendioxid davon, was Menschen machen.

Im 19. Jahrhundert gab es die Industrielle Revolution. Seitdem verbrennen die Menschen viel Holz und Kohle. Kohle wird zum Beispiel sehr viel eingesetzt um elektrischen Strom herzustellen. Im letzten Jahrhundert kam noch die Verbrennung von Erdöl und Erdgas dazu. Vor allem Erdöl ist ein wichtiger Treibstoff für die meisten unserer modernen Fortbewegungsmittel: Autos, Busse, Schiffe, Flugzeuge und so weiter. Die meisten von ihnen verbrennen in ihren Motoren Treibstoffe, die aus Erdöl hergestellt werden so dass bei deren Verbrennung Kohlendioxid entsteht.

Außerdem wurden sehr viele Wälder abgeholzt, vor allem Urwälder. Das ist besonders schädlich fürs Klima, da Bäume Kohlendioxid aus der Luft filtern und so eigentlich das Klima schützen. Werden sie aber abgeholzt und sogar verbrannt, gelangt dadurch zusätzliches CO2 in die Atmosphäre.

Ein Teil des Landes, das man so gewinnt, wird für die Landwirtschaft genutzt. Auch das viele Vieh, das der Mensch dort hält, schadet dem Klima. In den Mägen des Viehs entsteht nämlich ein noch viel schädlicheres Treibhausgas: Methan. Außer Methan verursachen Tiere und die Technik der Menschen noch weitere, weniger bekannte Gase. Die sind teilweise noch viel schädlicher für unser Klima.

Durch die Erwärmung taut im Norden viel Permafrostboden auf. Dadurch lösen sich viele Gase aus dem Erdboden, die das Klima zusätzlich aufheizen. So entsteht ein Teufelskreis, und es wird immer schlimmer.

Welche Folgen hat der Klimawandel?

Der Rhonegletscher im Wallis in der Schweiz um das Jahr 1900. Damals reichte er noch bis weit ins Tal hinunter.
Ebenfalls der Rhonegletscher, aber 100 Jahre später. Wegen des Klimawandels ist er am Ende abgeschmolzen. Vermutlich wird er irgendwann ganz verschwinden.

Zunächst einmal wird sich die Temperatur auf der Erde erhöhen. Um wie viel Grad sie steigen wird, das kann man heute nur schwer vorhersagen. Das hängt nämlich von vielen Sachen ab, vor allem aber davon, wie viel Treibhausgase wir Menschen in den kommenden Jahren noch in die Atmosphäre pusten. Wissenschaftler rechnen damit, dass die Erde sich im schlimmsten Fall bis zum Jahr 2100 um etwas mehr als 5 Grad erwärmen könnte. Bereits jetzt hat sie sich um etwa 1 Grad erwärmt im Vergleich zur Temperatur vor der Industrialisierung im 19. Jahrhundert.

Es wird aber nicht überall gleich viel wärmer werden, diese Zahlen sind nur ein Durchschnitt. Einige Regionen werden sich wesentlich stärker erwärmen als andere. Die Arktis und die Antarktis beispielsweise werden sich wahrscheinlich besonders stark erwärmen.

Der Klimawandel hat aber überall auf unserem Planeten Folgen. Das Eis in der Arktis und Antarktis schmilzt, zumindest ein Teil davon. Genau gleich geht es den Gletschern in den Alpen und in den anderen Gebirgen der Welt. Durch das viele Schmelzwasser steigt der Meeresspiegel an. Land an der Küste wird dadurch überschwemmt. Ganze Inseln drohen unterzugehen, auch solche, die bewohnt sind wie beispielsweise die Malediven, Tuvalu oder Palau.

Dadurch dass sich das Klima so schnell ändert, werden viele Pflanzen und Tiere sich nicht daran anpassen können. Einige davon werden ihren Lebensraum verlieren und möglicherweise aussterben. Auch Wüsten werden größer. Es kann häufiger zu extremem Wetter und zu Naturkatastrophen kommen: schwere Gewitter, starke Stürme, Überschwemmungen, Dürren und so weiter.

Die meisten Wissenschaftler mahnen dazu, die Erwärmung möglichst niedrig zu halten und schnell etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen. Sie denken, dass es irgendwann zu spät sein wird und das Klima dann völlig außer Kontrolle gerät. Dann könnten die Folgen katastrophal werden.

Woher weiß man, dass es einen Klimawandel gibt?

Schon seit es Thermometer gibt, messen Menschen die Temperatur in ihrer Umgebung und schreiben sie auf. Über eine gewisse Zeit stellt man fest, dass die Temperatur ständig steigt, und zwar immer schneller. So hat man auch herausgefunden, dass es heute schon um 1 Grad wärmer auf der Erde ist, als vor etwa 150 Jahren.

Wissenschaftler haben erforscht, wie sich das Klima der Welt geändert hat. Dazu haben sie zum Beispiel das Eis in der Arktis und der Antarktis untersucht. An den tiefen Stellen im Eis kann man erkennen, wie das Klima vor langer Zeit war. Auch kann man erkennen, welche Gase in der Luft waren. Die Wissenschaftler haben so herausgefunden, dass es früher weniger Kohlendioxid in der Luft gab als heute. Daraus konnten sie die Temperatur errechnen, die zu einer Zeit herrschte.

Fast alle Wissenschaftler sind auch der Meinung, dass wir heute schon längst die Folgen des Klimawandels spüren. So waren die Jahre 2015 bis 2018 weltweit die vier wärmsten Jahre seit man das Wetter beobachtet. Auch gab es in der Arktis in den letzten Jahren weniger Meereis als noch vor einigen Jahrzehnten. Im Sommer 2019 wurden bei uns neue Höchsttemperaturen gemessen.

Zwar weiß niemand mit Sicherheit, ob solche extremen Wetterereignisse tatsächlich mit dem Klimawandel zu tun haben. Extremes Wetter gab es nämlich schon immer. Aber man geht davon aus, dass sie durch den Klimawandel häufiger und noch extremer auftreten. Fast alle Wissenschaftler sind also davon überzeugt, dass wir den Klimawandel bereits spüren, und dass er immer schneller vorangeht. Sie mahnen dazu, möglichst schnell zu handeln, um noch schlimmere Folgen zu verhindern. Dennoch gibt es immer noch Menschen, die meinen, dass es den Klimawandel nicht gibt.

Kann man den Klimawandel stoppen?

Wälder schützen und neue Bäume anpflanzen kann dabei helfen Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu filtern und den Klimawandel zu bremsen.

Nur wir Menschen können den Klimawandel aufhalten, denn wir verursachen ihn ja auch. Man spricht vom Klimaschutz. Es gibt sehr viele Möglichkeiten, das Klima zu schützen.

Am wichtigsten ist es weniger Treibhausgase in die Atmosphäre zu entlassen. Zunächst müssen wir versuchen möglichst viel Energie zu sparen. Also zum Beispiel dadurch, dass man unnötige Autofahrten vermeidet, zuhause Strom spart, weniger Müll verursacht und so weiter. Die Energie, die man nutzt, sollte vor allem erneuerbare Energie sein, bei deren Herstellung kein Kohlendioxid entsteht.

Andererseits könnte man auch dafür sorgen, dass es weniger Treibhausgase in der Natur gibt. Dazu müssen unbedingt die Wälder geschützt werden, weil die Bäume Kohlendioxid aus der Luft filtern. Es gibt auch Pläne weltweit Millionen neuer Bäume anzupflanzen. Einige Forscher tüfteln auch an neuen Methoden, wie man Kohlendioxid und andere Treibhausgase aus der Atmosphäre filtern kann.

Im Jahr 2016 beschlossen die Länder der Welt die Erderwärmung auf höchstens 2 Grad zu beschränken. Sie beschlossen sogar alles zu versuchen, sie noch ein halbes Grad kleiner zu halten. Da aber bereits jetzt eine Erwärmung von 1 Grad erreicht wurde, müssen die Menschen sehr schnell handeln, damit das Ziel erreicht werden kann.

Eine Menge Menschen, vor allem junge Menschen, finden, dass die Politiker aber bislang viel zu wenig unternehmen um das Klima zu retten. Sie organisieren Demonstrationen fordern damit mehr Klimaschutz. Diese Demonstrationen finden mittlerweile auf der ganzen Welt und meistens freitags statt. Sie nennen sich auf Englisch „Fridays for future“. Das bedeutet auf Deutsch: „Freitags für die Zukunft.“ Die Demonstranten sind nämlich der Meinung, dass wir alle nur eine Zukunft haben, wenn wir das Klima schützen. Und um dieses Ziel zu erreichen, sollte sich jeder einzelne überlegen, was er für mehr Klimaschutz tun kann.



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