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Nationalsozialismus

Aus Klexikon – das Kinderlexikon
Version vom 23. Mai 2021, 21:11 Uhr von Ziko van Dijk (Diskussion | Beiträge) (was roma sind, überlassen wir vielleicht besser dem artikel)
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Ein Nationalsozialist in Uniform, links. Er sieht sich eingesperrte Kinder im besetzten Polen an. Sie hatten kleine Dinge gestohlen oder ihre Eltern hatten gegen den Nationalsozialismus gekämpft. Die Kinder wurden so schlecht behandelt, dass viele starben.

Der Nationalsozialismus ist eine Sammlung von politischen Gedanken, eine Ideologie. Sie entstand nach 1919 in Deutschland, also zur Zeit der Weimarer Republik. In dieser Zeit entwickelte sich die Republik zu einer Diktatur. Wer den Nationalsozialismus gut findet, ist ein Nationalsozialist. Von 1933 bis 1945 regierten die Anhänger des Nationalsozialismus in Deutschland. Dabei begingen sie viele Verbrechen und waren dafür verantwortlich, dass viele Millionen Menschen umkamen.

Das Wort Nationalsozialismus kommt von Nationalismus und Sozialismus. Das sind Begriffe aus der Politik, die sehr viel Unterschiedliches bedeuten können. Man suchte sie für den Nationalsozialismus aus, weil sie sich für viele Menschen gut anhörten. Die Nationalsozialisten wollten damit den Eindruck erwecken, dass sie „dem Volk“ helfen. Sie meinten aber nicht, dass man das Volk fragen sollte, was es wirklich will. Nationalsozialisten denken, dass sie selber schon wissen, was gut für das Volk ist.

Nationalsozialisten denken, dass Menschen von Geburt an unterschiedlich viel wert sind. Sie halten sich selbst für wertvoll. Ihrer Meinung nach hat der Stärkere immer Recht. Darum glauben sie, dass sie das Recht haben, andere Menschen zu unterdrücken oder umzubringen. Auch heute gibt es noch Nationalsozialisten, die Neonazis.

Wie denken Nationalsozialisten?

Nationalsozialisten sind gegen die Demokratie und gegen freie Wahlen. Sie wollen befehlen, was in einem Land gemacht werden darf und was nicht. Sie wollen alle Menschen töten oder unterdrücken, die eine andere Meinung haben.

Außerdem wollen Nationalsozialisten Menschen töten oder unterdrücken, die zu bestimmten Gruppen gehören. Das sind in erster Linie Juden. Es geht um ihre Religion und Kultur, die auf Deutsche sehr fremd wirken. Nationalsozialisten denken zudem, dass Juden eine sonderliche, bösartige Menschenart seien. Auch sonst sind Nationalsozialisten Rassisten: Sie denken, dass zum Beispiel Menschen mit weißer Hautfarbe wertvoller seien als Menschen mit dunkler Hautfarbe.

Schließlich wollen Nationalsozialisten, dass ihr eigenes Land größer wird. Sie finden es gut, andere Länder zu erobern und die Menschen dort zu unterdrücken. Ihr Ziel ist es, am Ende die gesamte Welt erobert zu haben.

Woher kommt der Nationalsozialismus?

Adolf Hitler mit anderen Nationalsozialisten im Jahre 1927. Hitler ist der Mann vorne mit Schnurrbart. Links sieht man ein Kreuz mit gebogenen Enden, das sogenannte Hakenkreuz. Es ist ein altes Symbol für die Sonne, das von den Nationalsozialisten genommen wurde.

Der Nationalsozialismus ist ein Rechtsextremismus aus Deutschland. Im Jahr 1919 wurde dafür eine politische Partei gegründet, also eine Gruppe von Menschen, die ähnlich denken. Diese Partei erhielt im Jahr 1920 den Namen Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, kurz NSDAP. Ihr Chef, Adolf Hitler, nannte sich „Führer”.

Die Partei blieb an Anfang eher klein. Viele Nationalsozialisten waren im Ersten Weltkrieg Soldaten und begannen zu glauben, dass man mit Gewalt alle Probleme lösen kann. Nach dem Krieg fiel es ihnen schwer, wieder ein normales Leben zu führen. Aber viele von ihnen waren sowieso schon der Meinung, dass Juden schlecht sind, Dunkelhäutige dumm und so weiter.

Im Jahr 1929 ging es nicht nur in Deutschland abwärts mit der Wirtschaft. Die Weltwirtschaftskrise erfasste sehr viele Länder. Viele Menschen wurden arm. Da Hitler versprach, Deutschland wieder zum alten Glanz zurück zu führen, wählten ihn viele Deutsche – ungefähr ein Drittel. Unter den Politikern gab es welche, die dachten, sie könnten mit Hitler zusammenarbeiten. Darum wurde Hitler 1933 Reichskanzler, also Chef der deutschen Regierung.

Was passierte in der Zeit des Nationalsozialismus?

Juden halten ihre Gottesdienste normalerweise in einer Synagoge. Im Jahr 1938 steckten Nationalsozialisten viele Synagogen in Brand. Hier die ausgebrannte Synagoge in Rostock im heutigen Mecklenburg-Vorpommern.

Adolf Hitler blieb Chef der deutschen Regierung von 1933 bis 1945, er war der Diktator. Ohne Gewalt wäre es nicht möglich gewesen, einen anderen Regierungs-Chef zu bekommen. Zwar gab es Wahlen, aber Hitler bestimmte, wer überhaupt gewählt werden durfte.

Hitler und seine Anhänger ließen zunächst zehntausende von Menschen einsperren oder umbringen. Außerdem veränderte er viele Gesetze, so dass zum Beispiel Juden nur andere Juden heiraten durften. Hitler begann, andere Länder zu erobern. Das führte 1939 zum Zweiten Weltkrieg. Während des Krieges wurde Hitlers Herrschaft noch viel grausamer.

Nicht nur der Krieg selbst kostete 50 Millionen Menschen das Leben: Hitler ließ etwa sechs Millionen Juden ermorden, viele davon in Konzentrationslagern: Diesen Massenmord nennt man heute Holocaust. Aber auch viele Homosexuelle und Roma wurden umgebracht.

Was die Deutschen in dieser Zeit über Hitler dachten, weiß man nicht genau. Freie Wahlen oder Umfragen gab es nicht. Viele glaubten seinen Lügen, oder sie waren ebenso Rassisten und hassten die Demokratie. Mit der Wirtschaft ging es zwar wieder besser, und viele meinten, dass das von Hitler gekommen sei. Als der Krieg am Anfang noch gut lief für Deutschland, beeindruckte das viele. Andere wiederum waren gegen den Nationalsozialismus, trauten sich aber nicht, etwas dagegen zu tun: Sie hatten Angst, selbst eingesperrt oder getötet zu werden.

Gibt es immer noch Nationalsozialisten?

Manche Neonazis rasieren sich den Kopf kahl und tragen schwarze Jacken. Beides hat mit der Art von Musik zu tun, die sie in ihren Gruppen hören.

Der Nationalsozialismus, und mit ihm Deutschland, verlor den Krieg im Jahr 1945. Deutschland war zerstört und sehr arm, viele Deutsche waren umgekommen, und fremde Länder bestimmten nun, was mit Deutschland passieren sollte. Viele Deutsche schämten sich wegen der Verbrechen, die im Namen Deutschlands verübt worden waren. Meist versuchten sie, das Schlimme rasch zu vergessen.

Hitler und einige andere wichtige Nationalsozialisten töteten sich selbst. Die fremden Länder, die Deutschland erobert hatten, bestraften andere Nationalsozialisten streng. Andere wurden von deutschen Richtern bestraft. Allerdings gab es auch viele Verbrecher, die ihrer Strafe entkamen. Einige Jahre nach dem Krieg dachten nur noch wenige Deutsche an die Verbrechen. Im Jahr 1965 wollte der deutsche Bundestag, dass die letzten Verbrecher doch noch angeklagt wurden. Aber häufig war es zu spät, zum Beispiel, weil Verbrecher oder Zeugen schon gestorben waren.

In Deutschland und in anderen Ländern gibt es immer noch Gruppen, die den Nationalsozialismus gut finden. Man nennt sie normalerweise Neonazis: „Neo“ ist Griechisch und heißt „neu“. „Nazi“ ist eine Abkürzung für Nationalsozialist. Viele dieser Gruppen wurden schon verboten. Darum versuchen manche Neonazis, ihre Ideen zu verstecken. Zum Beispiel sagen sie nicht, dass alle Juden getötet werden müssen, aber sie sagen schlimme Sachen über Juden. Oder sie behaupten nicht, dass Hitlers Herrschaft gut gewesen sei, aber manches habe er doch richtig gemacht.



Zu „Nationalsozialismus“ gibt es auch einen Artikel für Lese-Anfänger auf MiniKlexikon.de und weitere Such-Ergebnisse von Blinde Kuh und Frag Finn.

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