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Konzentrationslager

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Am Eingang des Konzentrationslagers Theresienstadt. Es wurde in einer alten Festung eingerichtet. Sie liegt heute in Tschechien. Die gefangenen Opfer sollten auch noch verhöhnt werden: „Arbeit macht frei“ steht auf dem Schild.

Ein Konzentrationslager ist ein Ort, an dem Menschen eingesperrt sind. Mit Konzentration ist gemeint: Menschen, die normalerweise irgendwo anders verstreut über das Land leben, werden zusammengebracht und gemeinsam bewacht. Ein Lager kann aus Zelten oder einfachen Hütten oder Häusern bestehen. Heute denkt man bei dem Wort vor allem an die deutschen Konzentrationslager im Zweiten Weltkrieg. Dort wurden Menschen absichtlich misshandelt oder gar getötet.

Ursprünglich ging es um Lager, in denen man Kriegsgefangene anderer Länder eingesperrt hat. Diese Soldaten der anderen Länder sollten nicht weiterkämpfen können. Man sagt auch Internierungslager. Außerdem richteten Länder im Krieg Lager für Menschen ein, die gar keine Soldaten waren, darunter auch Frauen und Kinder. Sie sollten den Soldaten nicht helfen können.

Solche Gefangenenlager gab es früher in vielen Ländern der Welt, normalerweise in Diktaturen. Dort bewachte und quälte der Staat Menschen, die seine Machthaber aus irgendeinem Grund nicht mochten. Sie hatten gegen die Diktatur protestiert oder gehörten einer bestimmte Religion an, welche die Machthaber nicht im Land haben wollten. In der Sowjetunion zum Beispiel gab es über das riesige Land verstreut sogenannte "Gulags". In den Gulags starben viele Menschen. Auch heute gibt es in einigen Ländern noch ähnliche Lager. Gerade in Deutschland scheut man sich oft, diese Lager ein Konzentrationslager zu nennen. Man will nicht die Konzentrationslager von früher verharmlosen. Andere finden: Auch in den heutigen Lagern geht es schlimm zu, und das muss man auch so benennen.

Was waren Konzentrationslager im Nationalsozialismus?

Im Jahr 1933 rissen die Nationalsozialisten und ihre Helfer die Macht in Deutschland an sich. Sie gründeten Konzentrationslager zunächst vor allem für Menschen, die gegen die Politik der Nationalsozialisten waren. Außerdem sperrten sie dort auch ehemalige Verbrecher ein: Ein Verbrecher musste erst im Gefängnis seine Strafe absitzen, und danach kam er ins KZ. Das ist die Abkürzung, die man heute für Konzentrationslager verwendet.

Das KZ war angeblich dazu da, die Gefangenen zu erziehen und zu guten Menschen zu machen. Tatsächlich ging es nur darum, sie zu quälen. Sie mussten nicht nur schwere Arbeit verrichten und erhielten schlechtes Essen: Sie wurden außerdem geschlagen und manchmal gefoltert oder ermordet. Wenn dann jemand aus dem KZ entlassen wurde, sahen alle seine Freunde: Leg dich nicht mit den Nationalsozialisten an, sonst ergeht es dir auch so.

In die KZs kamen außerdem Juden und Roma, aber auch zum Beispiel Homosexuelle oder Zeugen Jehovas. Nach dem Zweiten Weltkrieg trauten sich immer noch viele Leute nicht zu sagen, dass sie im KZ gesessen hatten. Denn noch immer gab es Hass zum Beispiel gegen Roma und Homosexuelle. Es dauerte meist lange, bis der deutsche Staat die Opfer mit Geld entschädigt hat.

An was für Konzentrationslager denkt man heute zumeist?

Im April 1945 haben amerikanische Soldaten das KZ Buchenwald befreit. Dieser Kriegsgefangene zeigt auf einen Wachmann der Nationalsozialisten, der ihn gequält hat. Das Lager wurde später von der Sowjetunion genutzt, um ihre Gegner einzusperren.
Ein Foto aus dem KZ Mittelbau-Dora in Thüringen, heutzutage. Die Gefangenen mussten Zwangsarbeit leisten und Gänge unter der Erde graben. Mehr als 20.000 Gefangene sind dabei gestorben. Dort baute man an Raketen, die andere Städte zerstören sollten. Solche Raketen wurden später in Amerika für das Raumfahrtprogramm genutzt.

Die nationalsozialistische Regierung von Adolf Hitler wollte zunächst, dass alle Juden aus Deutschland verschwinden. Dann, im Zweiten Weltkrieg, eroberte die deutsche Armee viele Länder in Europa. Plötzlich lebten viel mehr Juden unter deutscher Herrschaft.

Die Nationalsozialisten glaubten, dass Juden gefährlich seien. So ließen sie die Juden ausplündern und in bestimmte Wohnviertel einsperren, die Ghettos. Schließlich haben deutsche Soldaten und ihre Helfer Juden in Konzentrationslager verschleppt. Für die Juden war das allein schon gefährlich, weil so ein Lager schlecht geheizt war oder in Sumpfgebieten lag, wo man sich leicht mit Krankheiten ansteckte. Sie bekamen auch wenig und schlechtes Essen. Allein dadurch sind bereits viele gestorben, auch durch die strenge Zwangsarbeit. Das war kein Versehen der Wächter. Sie wollten, dass es so kommt.

Den Nationalsozialisten ging das jedoch nicht schnell genug. So befahlen sie schließlich, Juden zu erschießen oder auf andere Weise zu ermorden. Viele wurden dann durch Gas getötet. Die verfolgten Menschen wurden aus anderen Lagern in engen Eisenbahnwagen in einige große KZ transportiert. Man nennt solche Lager auch Vernichtungslager. Der Mord an den europäischen Juden heißt Holocaust oder Shoah.

Was sieht man von den Konzentrationslagern heute?

Im Zweiten Weltkrieg soll es über 40.000 Lager gegeben haben. Ganz Deutschland und die besetzten Gebiete waren also davon übersät. Viele Lager waren klein und dienten als Außenlager für größere KZs. Bekannte große Lager in Deutschland sind Buchenwald im heutigen Thüringen, Dachau bei München und Bergen-Belsen in Niedersachsen. Sie und andere KZs waren schon damals berüchtigt.

Das wohl bekannteste deutsche Lager ist heute das Vernichtungslager Auschwitz in der Nähe von Krakau, was heute in Polen liegt. Es bestand eigentlich aus mehreren Lagern. Dort wurden von 1941 bis 1945 über eine Million Menschen ermordet. Man sagt oft Auschwitz und meint damit den gesamten Holocaust.

Viele Lager wurden abgebaut oder anders genutzt, vor allem die kleineren. Oft haben die Nationalsozialisten absichtlich Lager zerstören lassen, damit man keine Beweise für ihre Verbrechen finden würde. Doch sehr viele Lager sind heute Museen oder Gedenkstätten. Dort werden Besucher empfangen und ihnen wird erklärt, was dort früher passiert ist. Viele KZ-Einrichtungen sind noch vorhanden. Zusätzlich gibt es Fotos und Hörstationen. Dort kann man etwa Erzählungen von überlebenden Opfern hören. Damit soll verhindert werden, dass ihre Erlebnisse vergessen werden.



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Grundwissen kindgerecht, alles leicht verständlich und gut für Referate in der Schule. Mehr Wissenswertes über „Konzentrationslager“ haben die Blinde Kuh und Frag Finn.