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Ärmelkanal

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Der Ärmelkanal auf einer Landkarte: Oben im Norden liegt England, unten im Süden liegt Frankreich.

Der Ärmelkanal ist eine enge Stelle im Atlantischen Ozean. Sie trennt die Insel Großbritannien vom Rest Europas. Der Ärmelkanal heißt so, weil er auf der Landkarte wie ein Ärmel aussieht. Die Franzosen nennen ihn „La Manche“, was ebenfalls Ärmel bedeutet. Die Briten sagen meist einfach „Channel“, das englische Wort für Kanal.

Der Ärmelkanal ist 563 Kilometer lang und maximal 248 Kilometer breit. Am schmalsten ist er bei der Straße von Dover. Dort sind es von Küste zu Küste gerade einmal 34 Kilometer. Bei guter Sicht kann man hier das Land auf der anderen Seite des Ärmelkanals mit bloßem Auge erkennen. Die Straße von Dover verbindet zugleich die Nordsee mit dem Rest des Atlantiks. Benannt ist sie nach Dover, einer Hafenstadt in England, die dort liegt. Am anderen Ufer befindet sich die französische Stadt Calais. Im Ärmelkanal befinden sich auch die sogennaten Kanalinseln. Die größte von ihnen ist Guernsey. Die Inseln liegen vor der Küste Frankreichs, gehören aber zu Groẞbritannien.

Bis vor etwa 10.000 Jahren gab es nur einen breiten Fluss zwischen Großbritannien und dem Rest Europas. Dadurch gelangten auch die ersten Menschen auf die Insel, die zum größten Teil von Gletschereis bedeckt war. Am Ende der Eiszeit, als das Eis zu schmelzen begann, wurde dieser Fluss überschwemmt. So entstand der Ärmelkanal.

Wie kommt man über den Kanal?

Heute gibt es einen Tunnel unter dem Ärmelkanal. Hier fahren gerade Autos von einem Spezialzug, der sie von Frankreich nach England gebracht hat.

Der Ärmelkanal ist eines der meist befahrenen Gewässer der Welt. Etwa 500 Schiffe durchfahren den Ärmelkanal täglich. Dazu gehören zahlreiche Fähren, vor allem zwischen den Hafenstädten Dover und Calais. Sie befördern Waren, aber auch Personen, Autos oder Lastwagen. Ein besonders auffälliges Wasserfahrzeug auf dem Ärmelkanal war ein Luftkissenboot. Es fuhr dort bis ins Jahr 2000 und brauchte für die Strecke von Calais nach Dover nur 22 Minuten. Zusätzlich durchfahren zahlreiche Schiffe den Ärmelkanal auf ihrem Weg von der Nordsee in Richtung Süden und zurück.

Seit dem Jahr 1994 gibt es unter dem Ärmelkanal einen Eisenbahntunnel, der sich Eurotunnel nennt. Er ist 50 Kilometer lang und liegt zwischen Folkestone in England und Coquelles in Frankreich. Die Züge können ähnlich wie eine Fähre auch Autos und Lastwagen transportieren. So kann man beispielsweise mit dem Auto von Paris nach London fahren ohne ein Schiff zu benutzen. Auch einige Schnellzüge durchfahren den Tunnel. Unter dem Namen Eurostar verbinden sie London mit Städten wie Paris, Brüssel oder Amsterdam. Der Bau des Tunnels dauerte sechs Jahre und kostete 15 Milliarden Euro.

Gertrude Ederle schwamm im August 1926 durch den Kanal.

Viele Menschen haben bereits versucht, den Kanal zu durchschwimmen. Matthew Webb aus Grossbritannien war 1875 der erste Mann, der in weniger als 24 Stunden erfolgreich von Dover nach Calais schwamm. Eine sehr verrückte Idee hatte der Amerikaner Jonathan Trappe. Er befestigte 55 mit Helium gefüllte Luftballons an einem Stuhl und flog so über nach Frankreich.

Um das Jahr 1900 überquerte der Franzose Louis Blériot als erster Mensch den Ärmelkanal in einem Flugzeug. Dafür brauchte er damals 37 Minuten. Heute gibt es regelmäßige Flugverbindungen zwischen London und anderen Großstädten in Europa.



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