Jerusalem

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Im Zentrum Jerusalems liegt die Altstadt mit vielen wichtigen Orten für Juden, Christen und Muslime. Am Rand ist es eine moderne Stadt.

Jerusalem ist die größte Stadt in Israel mit nahezu einer Million Einwohnern. Für die Israeliten ist es die Hauptstadt. Viele Palästinenser aber meinen, dass die Stadt gar nicht zu Israel gehört, oder nur der westliche Teil davon. Dies führt immer wieder zu Hass und Krieg.

Für die Juden ist Jerusalem der wichtigste Ort ihres Glaubens. Dort standen früher ihre Tempel, und die Könige regierten von dort aus. Für die Christen ist Jerusalem sehr wichtig, weil dort Jesus gekreuzigt und begraben wurde. Die Muslime glauben, dass Mohammed von Jerusalem aus in den Himmel aufgestiegen sei. Während vielen Jahrhunderten herrschten sie über die Stadt. Aus diesen Gründen nennt man Jerusalem „eine heilige Stadt“. Es ist bisher nicht gelungen, die Ansprüche aller Religionen unter einen Hut zu bringen oder die Stadt eindeutig einer einzigen Religion zuzuweisen.

Heute leben in der Stadt zu fast zwei Dritteln Juden und zu einem Drittel Muslime. Die meisten übrigen sind Christen. Die Altstadt ist ein Weltkulturerbe der UNESCO, das jedes Jahr zwei Millionen Touristen anlockt. Sie ist in Viertel aufgeteilt, die schon seit hunderten von Jahren zu bestimmten Gläubigen gehören, wie etwa das Jüdische Viertel. Der umstrittenste Ort für die Juden und Muslime ist der Tempelberg. Den Christen bedeutet die Grabeskirche besonders viel.

Jerusalem hat ein besonderes Klima: Von Mai bis September fällt kein Regen und tagsüber ist es warm oder heiß. Wenn der Westwind vom Mittelmeer her am Nachmittag Jerusalem erreicht, wird es nachts angenehm kühl. Ansonsten sind die Nächte heiß. Wenn auch noch der Ostwind aus der Wüste heran weht, ist die Hitze nur noch schlecht auszuhalten. Im Winter regnet es, und bei Ostwind wird es schneidend kalt.

Was ist auf dem Tempelberg wichtig?

Die Westwand des alten Tempels wird auch Klagemauer genannt. Es ist der heiligste Ort, an dem Juden beten. Oben links sieht man das goldene, runde Dach des Felsendoms.

Im Alten Testament ist beschrieben, dass bereits König Salomo dort einen Tempel erbauen ließ. Lange nach dessen Zerstörung wurde ein neuer, größerer Tempel errichtet. Diesen zerstörten die Römer im Jahr 70 nach Christus. Davon steht heute noch eine Mauer. Sie heißt Klagemauer. Viele Juden beten dort. Sie tragen vor allem ihre Klagen darüber vor, dass sie keinen richtigen Tempel mehr haben.

Einige Stellen des Korans und anderer heiliger muslimischer Schriften lassen sich so verstehen: Mohammed kam am Ende seines Lebens nach Jerusalem. Dort begab er sich auf einen Hügel und stieg von dort in den Himmel auf. Am Ende der Welt werden sich dort die Menschen versammeln. Für die Muslime gilt deshalb die ganze Felskuppe als Moschee.

Erst einige Jahre nach Mohammeds Tod eroberten Muslime die Stadt von den Persern und erbauten auf dem Hügel etwa um das Jahr 690 den Felsendom. Es ist ein achteckiges Gebäude mit einer Kuppel, die heute mit Gold überzogen ist. Kurz darauf errichteten sie gleich nebenan die al-Aqsa-Moschee. Sie ist heute die dritt-wichtigste Moschee nach den Moscheen von Mekka und Medina.

Dass der Tempelberg heute so umstritten ist, hat mehrere Gründe. Bis zum Jahr 1967 lag der Ort in muslimischer Hand, bis Israel ihn eroberte. Zudem streiten viele Juden ab, dass dort jemals ein jüdischer Tempel gestanden habe. Das könnte man zwar durch Grabungen klären, aber die Muslime gestatten dies nicht, weil ihnen der Berg zu heilig ist.

Andererseits würden viele Juden gerne alle islamischen Gebäude auf dem Tempelberg niederreißen und dort wieder einen Tempel bauen. Dort würden sie nämlich ihre Opfer darbringen. Das ist für die Juden wichtig, um in die Ewigkeit zu kommen.

Bisher sieht niemand eine Lösung. Der Zugang zum Tempelberg wird streng überwacht. Die Besucher werden auf Waffen untersucht, damit nichts Schlimmes passieren kann. Es herrscht also meistens eine gespannte Ruhe.

Was ist wichtig an der Grabeskirche?

Die Grabeskirche ist einer der wichtigsten Orte im Christentum.

Jesus verbrachte wenig Zeit in Jerusalem, denn er war vor allem auf dem Land unterwegs. Das Abendmahl feierte er aber mit seinen Freunden in dieser Stadt. Anschließend wurde er gefangen genommen und gekreuzigt. Der Ort der Kreuzigung lag damals außerhalb der Stadt. Dort oder ganz in der Nähe wurde er auch begraben.

Gräber gab es dort schon lange, auch einen römischen Tempel. Weil man dort das Grab von Jesus vermutete, ließ Kaiser Konstantin der Große dort im 4. Jahrhundert eine Kirche erbauen. Untersuchungen vor wenigen Jahren zeigten, dass unter dem Kirchenboden tatsächlich ein Grab lag. Dass Jesus dort drin lag, ist damit nicht bewiesen, aber viele Menschen sind in ihrem Glauben davon überzeugt.

Für die Kreuzritter im 12. Jahrhundert war dieser Ort sehr wichtig. Sie wollten ihn unbedingt aus den muslimischen Händen befreien. Sie erweiterten die Kirche und bauten ein Kloster dazu. Später, als die Araber die Stadt Jerusalem zurückeroberten, blieb die Kirche in christlichen Händen. Immer wieder zerfielen Teile und wurden neu aufgebaut.

Heute bestimmen vor allem die Katholische Kirche und die Orthodoxe Kirche über den Ort, zusammen mit weiteren christlichen Glaubensrichtungen. Sie bestimmen genau, wer dort wie lange beten oder Gottesdienste durchführen darf. Auch die riesigen Besucherströme aus der ganzen Welt halten sie unter Kontrolle. Zudem helfen sie mit, dass die Kirche sicher bleibt und es keine Angriffe mit Waffen oder Bomben gibt.

Ist Jerusalem die Hauptstadt von Israel?

Das Parlament von Israel heißt Knesset. Das Parlamentsgebäude wurde im Jahr 1966 im Westen der Stadt erbaut.

Seit dem Jahr 1948 gibt es den Staat Israel, den Staat der Juden. Die Vereinten Nationen wollten aus Jerusalem eine internationale Stadt machen. Israel aber nannte Jerusalem seine Hauptstadt und beherrschte den Westen der Stadt. Jordanien besetzte den Ostteil. Juden durften den Osten und damit auch die Klagemauer nicht besuchen. Israel hingegen erlaubte Muslimen aus anderen Ländern, ihre Heiligtümer im Westen zu besuchen.

Im Jahr 1967 kam es zu einem Krieg zwischen Israel und seinen Nachbarländern. Dabei eroberte Israel den Osten von Jerusalem. Seit 1980 gibt es in Israel ein Gesetz, das ganz Jerusalem zur Hauptstadt macht. Allerdings erkennen viele andere Staaten das nicht an. Ihre Botschaften, also ihre Vertretungen, liegen deshalb nicht in Jerusalem, sondern in Tel Aviv.

Die Einwohner der Palästinensergebiete sind Muslime und Araber. Sie finden, dass Jerusalem die Hauptstadt von Palästina sein soll. Daher ist Jerusalem ein Grund dafür, dass es zwischen Israel und Palästina keinen wirklichen Frieden gibt.



Zu „Jerusalem“ gibt es auch einen Artikel für Lese-Anfänger auf MiniKlexikon.de und weitere Such-Ergebnisse von Blinde Kuh und Frag Finn.

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