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Altstadt

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Auf dem Altstädter Ring in Prag, der Hauptstadt von Tschechien. Sie hat eine der bekanntesten Altstädte der Welt. Genauer gesagt hat Prag vier alte Stadtteile aus dem Mittelalter: Altstadt, Neustadt, Kleinseite und Hradschin. Bis zum Jahr 1784 waren dies vier einzelne Städte.

Eine Altstadt ist meist der älteste Teil der Stadt. Man sagt auch historischer Stadtkern. Oft liegt die Altstadt in der Mitte der Stadt, in der Innenstadt. Umgekehrt ist eine Innenstadt nicht unbedingt sehr alt, sondern nur der Teil der Stadt, in dem viele Geschäfte sind. Von Altstadt spricht man, wenn die Gebäude aus der Zeit vor dem Jahr 1900 stammen.

In Europa sind die Altstädte normalerweise aus dem Mittelalter. Damals und danach beschützte eine Stadtmauer die Städte, die viel kleiner waren als heute. In den Jahren nach 1850 brauchte man keine Stadtmauern mehr: Die Kanonen waren so stark, dass Mauern sowieso nicht mehr dagegen halfen. Die Stadtmauern wurden abgerissen, und die Städte konnten wachsen. Heute erkennt man noch oft die Orte, wo einst eine Stadtmauer stand, weil dort Ringstraßen gebaut oder Parks angelegt wurden.

Altstädte sind für eine Stadt wichtig, weil sie zeigen, wie es früher aussah. Viele Stätten des Weltkulturerbes sind Altstädte. Touristen schauen sich gerne Altstädte an. Rothenburg ob der Tauber zum Beispiel ist eine recht kleine Stadt mit nur etwa 10.000 Einwohnern. Aber jedes Jahr kommen über drei Millionen Touristen dorthin.

Sind alle Altstädte aus dem Mittelalter?

Im Mittelalter, vor allem in den Jahren um 1200, wurden in Europa viele Städte gegründet. Aber auch danach gab es neue Städte. Die Menschen haben die Häuser so gebaut, wie es in ihrer Zeit üblich war. Allerdings haben die Leute immer wieder mal ein Gebäude abgerissen und neu gebaut oder umgebaut.

Manchmal musste man eine ganze Stadt neu bauen. Wenn es ein großes Feuer gab, brannten oft viele Häuser ab, weil viele Teile der Häuser aus Holz waren. So hat man nach dem Großen Feuer im Jahr 1666 die englische Hauptstadt London wiederaufgebaut. Einige Städte wurden auch in einem Krieg niedergebrannt.

Wie sieht eine Altstadt aus?

Die Altstadt von La Chaux-de-Fonds

Bei einer Altstadt denkt man meist an schmale, krumme Straßen. In der Mitte stehen oft eine Kirche und ein Rathaus. Einige Altstädte wurden Nahe einer Burg gebaut.

Es gab aber Zeiten, in denen gerade Straßen beliebt waren, die parallel zueinander laufen. Solche Städte wurden in einem Mal geplant und gebaut. Wiener Neustadt in Österreich etwa sieht von oben aus wie ein Rechteck. La Chaux-de-Fonds in der Schweiz wurde nach einem Brand im Jahr 1794 neu aufgebaut. Die Straßen bilden viele Rechtecke.

Hat jede Stadt eine Altstadt?

Auf dem Bild sieht man die Nord-Süd-Fahrt in Köln, die gerade in einen Tunnel mündet. Diese breite Autostraße ist ein Beispiel dafür, wie man Städte für Autos umgebaut hat. Die eigentliche Altstadt von Köln sind nur noch einige Straßen am Rhein.

Gerade in Deutschland gibt es oft keine Altstadt mehr: Im Zweiten Weltkrieg haben Bomben die meisten größeren Städte zerstört. Aber auch die Zeit danach haben viele Altstädte nicht überlebt. Nach dem Krieg hat man schnell und billig neu aufgebaut.

Allerdings hat nicht nur der Krieg Schuld daran, dass die Innenstädte nicht immer alt aussehen. In den Jahrzehnten nach dem Krieg wollten viele Leute, dass die Städte neu und modern waren. Außerdem sollten Autos gut in und durch die Innenstadt gelangen. Viele alte Häuser wurden daher abgerissen, um Platz für breite Straßen und Parkplätze zu machen. Die Innenstädte wurden „autogerecht“.

Es gibt Ausnahmen: Einige Städte hat man nach dem Krieg wieder so ähnlich aufgebaut, wie sie vorher aussahen. Ein Beispiel ist die Innenstadt von Münster in Westfalen. Man erkennt an den Steinen der Gebäude jedoch, dass sie nicht sehr alt sein können. Die meisten Leute finden das trotzdem eine „richtige“ Altstadt.



Wissen kindgerecht und leicht verständlich – Mehr Wissenswertes über „Altstadt“ bei der Blinden Kuh.

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