Baskenland

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Dort befindet sich das Baskenland. An der Grenze zwischen Spanien und Frankreich.

Das Baskenland ist eine Landschaft im Süden Europas, die sich auf zwei Länder ausbreitet: Frankreich und Spanien. Die Menschen dort nennt man Basken. Sie verbindet eine eigene Sprache und Kultur. Viele Basken fühlen sich weder zu Frankreich noch zu Spanien zugehörig. Sie hätten eigentlich lieber einen eigenen Staat, in dem sie über die Dinge selbst bestimmen dürfen. Das führte schon oft zu Streit und auch Gewalt.

Die Landschaft befindet sich an einer Bucht im Atlantischen Ozean, dem Golf von Biskaya. Der größere Teil liegt im Nordosten von Spanien, der kleinere in Südfrankreich. Im Baskenland gibt es viele hohe Berge der Pyrenäen-Gebirgskette. Der größte heißt auf Baskisch Hiru Erregeen Mahaia und ist über 2.400 Meter hoch. Sein Name bedeutet „Tafel der drei Könige“, weil er früher mal die Grenze dreier Königreiche markierte. Obwohl das Baskenland im Süden von Europa liegt, sind die Sommer recht milde. Das liegt vor allem am kalten Wind, der vom Atlantik kommt.

Im Baskenland leben etwa drei Millionen Menschen. Das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum der Gegend bildet die Stadt Bilbao in Spanien. Das ist eine Großstadt mit mehr als 300.000 Einwohnern und einer Universität, in der hauptsächlich auf Baskisch unterrichtet wird.

Wofür kennt man das Baskenland?

Biarritz in Frankreich war schon vor über hundert Jahren ein beliebter Ort für Badeferien. Später entdeckten Surfer und andere Wassersportler den Ort für sich.

Schon seit vielen Jahrhunderten ist die Seefahrt für das Baskenland von großer Bedeutung. Baskische Seefahrer erkundeten bereits im 15. Jahrhundert den Nordosten Kanadas, um dort Wale zu fangen. Mit den umliegenden Ländern am Atlantik und Mittelmeer herrschte immer ein reger Seehandel. Heute ist die Küste vor allem für den Tourismus wichtig. Die Touristen machen gerne Badeferien oder gehen an Orten wie Biarritz und Zarautz surfen.

Durch die Nähe zum Meer gibt es in der baskischen Küche viele Fischgerichte wie Kalmare, Stockfisch oder Krabben. Es wird aber auch viel Fleisch gegrillt, vor allem Rindfleisch und Huhn. Eine besondere Nachspeise ist Goxua, was auf Deutsch „süß“ bedeutet. Goxua besteht aus Pudding, Kuchenteig und Sahne. Oben drauf kommt Karamell.

Speziell ist die Sprache der Basken, das Baskische. Man zählt sie zu den sogenannten „isolierten Sprachen“, weil sie keiner anderen Sprache ähnlich ist. Andererseits ist das Baskische auch eine der ältesten Sprachen, die man in Europa spricht. Weltweit sprechen noch etwas mehr als eine Million Menschen Baskisch. Im Süden des spanischen Baskenlands, um die Stadt Pamplona, wurde es in der Neuzeit vom Kastilischen verdrängt. Im Norden des spanischen Teils und im französischen Gebiet blieb die baskische Sprache erhalten.

Die Basken erfanden das Ballspiel Pelota. Dabei wird ein Ball mit einem Schläger aus Holz gegen eine Wand gespielt. Er kann eine hohe Geschwindigkeit erreichen und soll dabei möglichst lange in der Luft bleiben. Diese Sportart, welche im Baskenland auf Dorfplätzen sowie in Sporthallen gespielt wird, ist auch auf dem amerikanischen Kontinent bekannt.

Ein anderes Kulturgut, das fälschlicherweise oft dem Baskenland zugeschrieben wird, ist die Baskenmütze, auch Béret genannt. Das ist eine flache Mütze aus Wolle. Früher trugen sie in den Pyrenäen vor allem Schäfer. Heute ist sie unter anderem ein beliebtes Kleidungsstück bei Soldatenuniformen.

Was passierte früher im Baskenland?

Baskische Flaggen im Städtchen Alegría-Dulantzi, das eigentlich zu Spanien gehört.

Die ersten Menschen besiedelten das Baskenland wohl schon vor 9.000 Jahren. Aus dieser Zeit stammt nämlich das älteste gefundene Skelett eines Menschen. Im Mittelalter war das Baskenland unter König Sancho dem Dritten kurz ein geeintes Königreich unter dem Namen Navarra. Doch schon bald fielen die Gebiete wieder an andere Königreiche. Zu dieser Zeit wurden viele der heute bedeutenden Städte wie Bilbao und San Sebastián gegründet. Ab dem 16. Jahrhundert gehörte Ober-Navarra zu Spanien und Nieder-Navarra zu Frankreich.

In der Renaissance führte nebst dem Seehandel auch der Abbau von Eisenerz zu großem Reichtum. Daraus ließ sich Eisen machen, das man beispielsweise für Rüstungen und Werkzeuge brauchte. Durch die Kriege gegen Frankreich um das Jahr 1800 verloren die Basken auch innerhalb Spaniens viele von den Rechten, die es ihnen ermöglichten, teilweise selbst zu bestimmen.

Seitdem gab es immer wieder Kundgebungen für die Unabhängigkeit des Baskenlandes. Teilweise wurden von baskischen Nationalisten sogar Terroranschläge verübt, um die Unabhängigkeit mit Gewalt zu fordern. Nach dem Fall der Franco-Diktatur im Jahr 1975 erhielt das Baskenland in Spanien wieder mehr Rechte, auch wenn es noch immer kein eigener Staat ist.



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