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Bad

Aus Klexikon – das Kinderlexikon
Version vom 13. Dezember 2023, 14:30 Uhr von Michael Schulte (Diskussion | Beiträge) (Textersetzung - „bei uns“ durch „bei uns“)
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So sah ein Badezimmer in einer Villa um das Jahr 1950 in Deutschland aus: ein Badezimmer mit einer Badewanne. In der Zeit danach wurde ein Badezimmer für eine Wohnung selbstverständlich. Gerade in kleinen Badezimmern steht meist aber nur eine Dusche, keine Badewanne.

Das Wort Bad bedeutet mehrere Dinge. Zunächst einmal ist ein Bad das Wasser, in das man steigen kann, um sich zu waschen oder weil es angenehm ist. Das Bad ist dann auch ein Ort oder ein Behälter, in dem sich das Wasser befindet. Viele Leute sagen kurz Bad, wenn sie ein Badezimmer im Haus meinen. Außerdem ist ein Bad ein großer, vielleicht öffentlicher Ort mit Bädern, wie ein Schwimmbad oder Freibad.

Früher badeten die Menschen in Europa selten. Sie setzten sich vielleicht mal im Sommer in einen See oder in einen Fluss. Manche wuschen sich mit einem Lappen oder einfach mit den Händen aus einer Schüssel. Viele Menschen waren aber auch sehr schmutzig und wurden deshalb auch oft Krankheit krank. Manche reichen Leute badeten sich eher. Viele benutzten aber auch einfach Parfüm, damit man es weniger roch. In Arabien waren Bäder weit verbreitet, während die meisten Menschen bei uns noch schmutzig waren und stanken.

Wie kam es zu den heutigen Bädern?

Um das Jahr 1470 wurde dieses Bild von einem Badehaus gemalt. So etwas konnten sich nur reiche Leute leisten.

Schon im Altertum gönnten sich reiche Menschen ein Bad, weil sie es liebten, sich zu baden. Sie bauten dafür eigens Räume mit Wasserbecken. Bei den Römern konnten alle Bürger baden. Es gab viele Bäder. Die Römer badeten sich nicht nur wegen der Sauberkeit. Baden war ein Teil ihrer Kultur. Sie wollten sich von den Barbaren, so nannten sie alle anderen Völker, abheben.

Im ersten und mittleren Teil des Mittelalters war das Baden kaum verbreitet. Die meisten Menschen waren schmutzig und stanken. Vor allem ärmere Menschen konnten sich keine Zuber und so viel Brennholz leisten, um genug Wasser zu erwärmen. Sogar viele Klöster hatten kein Bad. Der Heilige Augustin meinte sogar, als guter Christ dürfe man höchstens einmal im Monat baden.

Die meisten Adeligen hielten sich aber nicht daran. Auf den Kreuzzügen sahen sie immer wieder, wie die Menschen in den arabischen Ländern badeten und brachten die Idee mit nach Hause. Bei den Rittern war das Schwimmen eine der sieben Fertigkeiten, die unbedingt dazugehörten.

Im Spätmittelalter gab es in den Städten Badehäuser oder Badestuben. Dort badeten die Menschen gemeinsam oder nach Frauen und Männern getrennt. Wer dort badete, tat dies aber vor allem am Samstag. In den Badehäusern wurden aber auch Haare geschnitten, Bärte abrasiert, Zähne gezogen und kleine Operationen durchgeführt. Dies alles erledigte der Bader. Im 16. Jahrhundert wurden aber viele dieser Badehäuser geschlossen, weil sich dort Krankheiten verbreiteten. Von Hygiene verstand man damals noch nichts.

Um das Jahr 1750, also zur Zeit der Aufklärung, entstanden die ersten Volksbäder. Das waren Häuser mit vielen Badewannen und Duschen, die man damals „Brausebad“ nannte. Später verkündete ein Haut-Arzt in Berlin: „Jedem Deutschen wöchentlich ein Bad!“ Wenig später gab es in Berlin die erste Ausstellung für Hygiene. Dort gab es Brausebäder, die man selber ausprobieren konnte. Erst in der Zeit um 1900 gab es in den Wohnungen immer öfter ein eigenes Badezimmer und sogar eine Badewanne.




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