Orient-Express

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Dieses alte Plakat soll Werbung für den Orient-Express machen.

Der Orient-Express war ein Nachtzug der französischen Bahngesellschaft „Compagnie internationale des wagons-lits“. Er fuhr von Paris über Wien und den Balkan bis nach Istanbul. Das liegt im Orient, daher der Name des Zuges. Man bezeichnete ihn auch als „König der Züge und Zug der Könige“, weil er so luxuriös ausgestattet war. Adelige, Schauspieler und andere reiche Leute reisten mit ihm.

Der Orient-Express ist auch deshalb so berühmt, weil er in vielen Filmen und Büchern vorkommt. Besonders bekannt ist der Roman „Mord im Orient-Express‟ von Agatha Christie, der oft verfilmt wurde. Darin geht es um den belgischen Detektiv Hercule Poirot, der den Mord an einem italo-amerikanischen Gangster aufklären will.

Der Orient-Express war wie ein Fünf-Sterne-Hotel auf Schienen. In den Schlafwaggons gab es Abteile mit Betten, die je nach Klasse unterschiedlich komfortabel waren. In den luxuriös eingerichteten Speisewaggons wurden vornehme Speisen serviert, meist aus dem Land, das man gerade durchfuhr. Es gab sogar eine Bibliothek, Bars und einen Rauchersalon.

Der Orient-Express war der erste Zug, der quer durch Europa fuhr. Das war damals außergewöhnlich: Damals arbeiteten die Länder in Europa noch nicht so eng zusammen wie heute. Die Fahrt von Paris nach Istanbul dauerte etwa drei Tage.

Eine neue Version des Orient-Express in Prag: Hier sieht man die Angestellten, die sich darum kümmern, dass die Gäste vornehm speisen können.

Erfunden wurde der Orient-Express vom Belgier Georges Nagelmackers. Als der Orient-Express im Jahr 1883 erstmals fuhr, gab es noch nicht überall auf der Strecke Schienen. Darum mussten die Gäste anfangs in Rumänien auf andere Züge umsteigen und anschließend mit Schiffen über das Schwarze Meer fahren. Ab dem Jahr 1890 konnte dann die ganze Strecke befahren werden. Ab 1919 hieß der Zug Simplon-Orient-Express und fuhr eine andere Strecke über Italien.

Warum gibt es den Orient-Express nicht mehr?

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden der Simplon-Orient-Express und sein Nachfolger der Direct Orient immer seltener genutzt. Viele Leute wollten schneller reisen, nämlich mit dem Flugzeug.

Passagiere ärgerten sich auch, weil die Reise durch Kontrollen so lange dauerte: Die kommunistischen Staaten, durch die der Zug fuhr, wollten oft die Reisepässe sehen. Im Jahr 1977 wurde der Direct Orient schließlich eingestellt. Es gibt jedoch bis heute noch einige Touristenzüge, die sich Orient-Express nennen.




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