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Oskar Schindler

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So sah Oskar Schindler aus

Oskar Schindler war ein deutscher Unternehmer. Er wurde im Jahr 1908 in Zwittau geboren wurde. Das lag damals in Österreich-Ungarn und gehört heute zu Tschechien. Während dem Zweiten Weltkrieg rettete er etwa 1.200 Juden das Leben. Er ließ sie in seiner Fabrik in Krakau arbeiten und schaffte es so, ihre Ermordung im Konzentrationslager bis zum Kriegsende hinauszuzögern oder sogar zu verhindern.

Später erhielt Schindler von der Bundesrepublik Deutschland einen Verdienst-Orden. Es wurde auch ein Buch über ihn geschrieben. So richtig berühmt wurde Oskar Schindler allerdings erst im Jahr 1993, 19 Jahre nach seinem Tod, als der Film „Schindlers Liste“ gedreht wurde. Dieser Film von Steven Spielberg gewann viele Preise, darunter sieben Oscars.

Wie wurde Schindler ein erfolgreicher Unternehmer?

Oskar Schindler wuchs in Zwittau auf. Damals lebten dort noch viele Menschen, die Deutsch sprachen. Mit nur 20 Jahren heiratete er Emilie, die Tochter eines reichen Bauern.

Um das Jahr 1930 ging es der Wirtschaft in der Welt schlecht. So musste auch die Landmaschinenfabrik des Vaters Hans Schindler geschlossen werden. Den Sohn Oskar zog es daraufhin in die Großstadt Ostrau am Fluss Oder. Dort arbeitete er ab dem Jahr 1935 als Spion für den deutschen Nachrichtendienst. Als im Jahr 1939 eine von Schindlers Spionageaktionen aufgedeckt wurde, wurde er des Hochverrats beschuldigt. Schindlers Hinrichtung konnte nur deshalb verhindert werden, weil zur selben Zeit deutsche Soldaten in die Stadt stürmten.

Nach dem Vorfall in Ostrau versuchte Schindler sein Glück in Krakau, im besetzten Polen. Dort kaufte er eine Fabrik, die Emaille herstellte. Dieses Material trägt man als farbige Schicht auf blecherne Töpfe, Teller und Becher auf. Wer zur Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland Geschäfte machen wollte, musste sich zuerst mit der Regierung gut stellen. Schindler trat deshalb der nationalsozialistischen Partei, der NSDAP, bei und pflegte engen Kontakt zu hochrangigen Nationalsozialisten.

Weil Blech zu Kriegszeiten knapp war, verdiente Schindler mit seinem Essgeschirr sehr viel Geld. Schnell wurde er ein angesehener Geschäftsmann. Schindler unterstützte sogar den örtlichen Fußballverein mit Geld. Später wurde in seiner Fabrik auch Munition für den Krieg hergestellt.

Wie wurde Schindler zum Helden?

In der Fabrik von Oskar Schindler
Einige Namen auf Schindlers Liste

Um das Jahr 1940 lebten in Krakau etwa 60.000 Juden. Die Nationalsozialisten siedelten sie alle in ein einziges Stadtviertel um. Man nannte es das „Krakauer Ghetto“. Viele Juden mussten auch Zwangsarbeit in deutschen Fabriken verrichten.

Durch Korruption kaufte Schindler jüdische Zwangsarbeiter für seine Emaille-Fabrik. Gegen außen gab er sich als antisemitischer Geschäftsmann, der die Zwangsarbeiter ausnutzte. Insgeheim plante er jedoch, möglichst viele Juden zu retten.

Schindler konnte die Nationalsozialisten davon überzeugen, dass er die Arbeiter in seiner Fabrik noch brauche. Die Munition und Emaille-Produkte, die sie herstellen, wären wichtig für den Krieg. So konnte Schindler den Abtransport seiner Zwangsarbeiter hinauszögern.

Nach der Räumung des Krakauer Ghettos im Jahr 1943 „kaufte“ Schindler noch mehr Juden für seine Fabrik. Er fälschte auch Dokumente, um Kinder und Studierte als gelernte Metallarbeiter auszugeben. Als ihm langsam das Geld ausging, begann er die Nationalsozialisten mit Wertgegenständen zu bestechen.

Gegen Ende des Krieges beschäftigte Schindler in seiner Fabrik rund 1.200 Juden. Diese war in der Zwischenzeit in seine Heimat bei Zwittau verlegt worden. Dort gab es das Lager Brünnlitz. Um seine Arbeiter auf dem Weg dorthin vor dem Transport ins Todeslager in Auschwitz zu bewahren, stellte er auf Papier eine Liste aller Namen zusammen. Im Jahr 1945 eroberte die Sowjetunion Polen und Tschechien. Die sowjetischen Soldaten befreiten die Juden in Schindlers Fabrik. Schindler verließ sie einige Tage davor.

Was passierte nach dem Krieg?

Die Steine auf seinem Grab sollen den Verstorbenen ehren.

Weil Schindler ein NSDAP-Mitglied war und Zwangsarbeiter beschäftigte, musste er befürchten, von den Sowjets hingerichtet zu werden. Schindler flüchtete aus Brünnlitz, ohne etwas mitzunehmen. Er schlug sich mit seiner Frau bis nach Konstanz am Bodensee durch. Von dort aus wollte Schindler unerlaubt in die Schweiz weiterflüchten.

An der Grenze zwischen Konstanz und dem Thurgauer Städtchen Kreuzlingen stand zu dieser Zeit ein Maschendrahtzaun. Schindler kaufte eine Drahtschere und beobachtete, wann die Grenzwächter Pause machten. Während der Mittagszeit schnitt er ein Loch in den Zaun. Doch die Zollbeamten entdeckten Schindler und übergaben ihn der französischen Polizei im besetzten Konstanz.

Schindler konnte die Polizisten dazu überreden, ihn freizulassen. In den Jahren danach versuchte sich Schindler erneut als Unternehmer. Er wurde jedoch nie so erfolgreich wie mit seiner Emaille-Fabrik in Krakau. Schindler lebte auch einige Jahre in Argentinien und besuchte oft seine jüdischen Freunde in Israel.

Im Jahr 1974 starb Schindler in einem Krankenhaus in Hildesheim. In seinen letzten Lebensjahren wohnte er verarmt in einer Einzimmerwohnung. Noch heute besuchen viele Juden sein Grab in einem christlichen Friedhof in Jerusalem und legen Steine nieder. Von den 1.200 „Schindlerjuden“, welche auf seiner Liste standen, leben heute nur noch ganz wenige. Sie haben aber Nachkommen auf der ganzen Welt.



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