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Abendmahl

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Zum Abendmahl gehören Brot und Wein. Meistens verwendet man für den Wein Kelche, das sind Becher mit einem Fuß.

Ein Abendmahl ist eigentlich einfach ein Abendessen. Meist meint man damit aber das letzte Abendessen, das Jesus zusammen mit seinen Anhängern einnahm, bevor er verhaftet wurde. Für die Kirchen ist die Erinnerung an dieses Abendessen sehr wichtig. Die Katholische Kirche feiert es als Eucharistie, die Reformierte Kirche hat dafür besondere Abendmahlsgottesdienste. Bei der Reformation stellten sich die Menschen wichtige Fragen zum Abendmahl.

Unser ganz normales Abendessen hat verschiedene Namen. In Deutschland sagt man meist Abendmahlzeit oder Abendbrot, in der Schweiz ist es das Nachtessen. In Österreich nennt man es Nachtmahl oder Vesper. In manchen Familien ist dies die wichtigste Mahlzeit des Tages, weil dann die ganze Familie zusammen ist.

Wie war das Abendmahl mit Jesus?

Jesus und seine Anhänger sitzen beim Abendmahl. Es gibt unzählige Bilder von diesem Ereignis. Dieses hier stammt von einem Maler aus Russland aus dem 17. Jahrhundert.

Über dieses Ereignis berichten vor allem die Evangelien im Neuen Testament. Es begann am Pessach-Fest, einem der wichtigsten Feste im Judentum. Da feiern die Menschen den Auszug aus Ägypten, den das Volk unter ihrem Führer Mose erlebte. Da Jesus und seine Anhänger Juden waren, feierten sie dieses Fest in einem besonderen Raum.

An diesem Abend geschah etwas Neues: Jesus nahm nach dem Essen zuerst Brot und sprach ein Gebet. Dann verteilte er das Brot seinen Anhängern und sagte: „Das ist mein Leib.“ Tut das zu meinem Andenken. Dann nahm er den Kelch mit dem Wein und sagte: „Das ist mein Blut. Damit schließe ich ein neues Bündnis mit Euch. Tut das zum Andenken an mich. Ihr verkündigt damit meinen Tod“.

Nach dem Essen wurde Jesus gefangen genommen. Am folgenden Tag töteten ihn die Römer am Kreuz. So gingen sie mit vielen Menschen um, die sie als Staatsfeinde ansahen.

Für die Anhänger von Jesus war das Abendmahl sehr wichtig. Sie feierten es regelmäßig. Manchmal wusste man davon. Wenn es zu gefährlich war, trafen sich die Christen zum Abendmahl im Geheimen.

Beim Abendmahl schmeckt man auf der Zunge Brot und Wein, nicht Fleisch und Blut. Die Frage ist, was die Menschen dabei glauben. Im Lauf der Zeit gingen dazu die Meinungen auseinander.

Wie ist das Abendmahl in der Katholischen und in der Orthodoxen Kirche?

Früher legten die Priester die Hostie selber auf die Zunge des Gläubigen. Eine Hostie ist ein flaches, rundes Stück eines besonderen Brotes.

In der Katholischen und in der Orthodoxen Kirche nennt man das Abendmahl die „Eucharistie“. Das bedeutet soviel wie „Danke-sagen“ auf Griechisch. Man braucht auch den Ausdruck „Kommunion“, das bedeutet „Gemeinschaft“. Im Gottesdienst ist genau festgelegt, wie die Kommunion ablaufen soll. Die Kommunion ist eines der sieben Sakramente. Das sind besonders wichtige Handlungen, die nur ein Priester vornehmen darf.

Am wichtigsten ist dabei, wenn der Priester die Sätze von Jesus wiederholt, die er beim Abendmahl gesprochen hat. Dabei verwandelt sich gemäß dem Glauben das Brot in den Körper und der Wein in das Blut von Jesus. Diesen Teil nennt man „Wandlung“, abgekürzt vom Verb „verwandeln“. Oft wird in diesem Moment eine Glocke geläutet.

Die Katholiken glauben daran, dass sich in diesem Moment der Tod von Jesus am Kreuz wiederholt. Deshalb bereitet der Priester das Abendmahl auf dem Altar. Das ist ein Opfertisch, wie er schon in der Geschichte von Abraham vorkommt.

Früher legte der Priester jedem Menschen ein Stückchen Brot direkt auf die Zunge. Man dachte, so etwas Heiliges darf ein Mensch nicht in die Hände nehmen. Heute ist das nicht mehr so. Meist wird dazu besonderes Brot verwendet, kleine runde Stückchen, die extra dafür gebacken wurden.

Für den Wein nahm man früher einen Kelch, das ist ein Becher mit einem Fuß. Damit man sich damit aber keine Krankheiten weitergibt, verwendet man teilweise kleine Gläser oder Becherchen.

Es gibt ein besonderes Fest, an dem die Kinder zum ersten Mal zur Kommunion gehen dürfen. Sie sind dann etwa acht Jahre alt. Vorher müssen sie einen besonderen Unterricht besuchen. Dort lernen sie, was das Abendmahl bedeutet.

Wie ist das Abendmahl in den Reformierten Kirchen?

Eine Abendmahlsfeier in einer Reformierten Kirche

In den Reformierten Kirchen gibt es besondere Abendmahlsgottesdienste. Die Menschen glauben hier nicht daran, dass sich der Wein und das Brot tatsächlich in das Blut und den Leib von Jesus verwandeln. Sie glauben auch nicht, dass sich das Opfer von Jesus am Kreuz dabei wiederholt. Deshalb gibt es keinen Altar, das wäre ja ein eigentlicher Opfertisch. Der Pfarrer bereitet das Abendmahl auf einem ganz normalen Tisch oder auf einem Deckel über dem Taufstein.

In den Reformierten Kirchen wird das Abendmahl eher selten gefeiert, mancherorts nur zweimal im Jahr. Es ist auch nicht völlig klar, ob Kinder schon am Abendmahl teilnehmen dürfen. Einige Gemeinden erlauben dies. In anderen Gemeinden will man, dass die Kinder schon besser verstehen, was das Abendmahl ist. Dort ist das Abendmahl erst ab der Konfirmation erlaubt, also mit etwa 14 Jahren.



Wissen kindgerecht und leicht verständlich – Mehr Wissenswertes über „Abendmahl“ bei der Blinden Kuh.

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