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Wörterbuch

Aus Klexikon – das Kinderlexikon
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In diesem Wörterbuch kann im Unterricht die deutsche Übersetzung englischer Wörter nachgeschlagen werden – und umgekehrt.

In einem Wörterbuch kann man alphabetisch geordnete Wörter nachschlagen. Es gibt Wörterbücher, die erklären, wie ein Wort richtig geschrieben und ausgesprochen wird und solche, in denen die Wörter in eine andere Sprache übersetzt werden. Dann gibt es noch Sachwörterbücher. Ein Sachwörterbuch nennt man auch Lexikon oder Enzyklopädie.

In der deutschen Sprache kennt man das Wort Wörterbuch seit bald 400 Jahren. Ein altes Wort ist auch Diktionär, manchmal auch Vokabular und Wortschatz. Mit Wortschatz meint man heute aber eher die Wörter einer Sprache oder die Wörter, die ein bestimmter Mensch kennt.

Warum genau sagt man Wörterbuch, wenn doch in allen Büchern Wörter stehen?

Seit mindestens 2000 Jahren gibt es Nachschlagewerke. Dort kann man ziemlich schnell etwas finden, über das man etwas erfahren möchte. Die Dinge wurden der Sache oder dem Thema nach eingeteilt und angeordnet. Zum Beispiel hat man zuerst die älteren Dinge und dann die jüngeren Dinge beschrieben. Oder man hat zuerst die Länder in Europa beschrieben, dann die in Asien und dann die auf anderen Kontinenten.

Um das Jahr 1700 wurde es normaler, dass man das Wissen anders eingeteilt hat, und zwar mit Hilfe des Alphabets. Wegen der alphabetischen Anordnung hat man Wörterbuch gesagt. Zum Beispiel hat man biografische Wörterbücher gedruckt. So ein Wörterbuch umfasst viele kleine Texte, von denen jeder das Leben einer berühmten Person beschreibt. Die Texte sind Einträge in alphabetischer Reihenfolge. Man hat dann zum Beispiel eine Frau mit Namen Andersen eher vorne im Buch gefunden und einen Herren mit dem Namen Zacharias ziemlich am Ende. Man schlägt darin etwas nach, um etwas über die Sache zu erfahren.

Was meint man heute mit einem Wörterbuch?

Datei:Erste Seite des Abrogans (Codex Sangallensis 911).jpg
Dies ist die erste Seite der Handschrift, die man heute den Abrogans nennt. Ihre Namen hat diese Wortliste vom ersten Wort: „Abrogans” ist Latein und bedeutet „demütig“. Man hat mit der Wörtersammlung wohl in den Jahren nach 850 angefangen.

Die meisten Menschen denken aber bei dem Wort Wörterbuch an ein Sprachwörterbuch. Das ist ein Nachschlagewerk, um etwas über ein Wort zu lernen. Es geht also um ein Wort als Teil der Sprache und nicht so sehr um die Sache, für die das Wort steht. Man erfährt zum Beispiel, was das Wort Elefant bedeutet und wie man es richtig buchstabiert, aber nicht, wie groß Elefanten werden oder was sie fressen.

Auch solche Wörterbücher mussten erst erfunden werden. Lange Zeit hatten die Menschen meist nur bloße Wortlisten. Ein Beispiel ist der Abrogans aus St. Gallen. Diese Handschrift stammt aus dem frühen Mittelalter. Jemand in Deutschland hat auf ein Blatt lauter lateinische Wörter mit A aufgeschrieben, die Schreiber verschiedener Texte nicht gut kannten und sich deshalb notiert haben. Daneben schrieb er jeweils das deutsche Wort, das für das lateinische Wort stand. Die Wörter, die mit B anfingen, kamen auf ein weiteres Blatt, und so weiter. Noch jahrhundertelang machte man solche Wörterlisten. Man machte sich nicht einmal die Mühe, die Wörter streng nach Alphabet zu ordnen. Oft betrachtete man dafür nur die ersten zwei oder drei Buchstaben.

Im Laufe der Neuzeit wurden die Wörterbücher besser und beschrieben die Wörter viel genauer und ausführlicher. Wörterbücher halfen dabei, dass aus dem Deutschen eine einheitliche Standardsprache wurde. Dank eines Wörterbuches konnte man nachschlagen, wie ein Wort richtig buchstabiert wurde oder was es ganz genau bedeuten sollte.

Woraus besteht ein Wörterbuch?

Die Fachleute, die Wörterbücher schreiben, heißen Lexikografen. Sie nennen sich so, weil in der Wissenschaft der Wortschatz „Lexikon” genannt wird. Es ist wichtig, sich nicht von dem Wort verwirren zu lassen, denn Lexikografen stellen - in den meisten Fällen - eben Wörterbücher her, und nicht die Art Buch, die auch Lexikon genannt wird.

Ein Wort wird in einem Text beschrieben, den man Artikel oder Eintrag nennt. Ein Eintrag hat einen Titel: Er heißt nach der Grundform des Wortes. Die Grundform zum Beispiel bei Hauptwörtern ist das Wort in der Einzahl und im ersten Fall. Der Eintrag über das Wort Haus heißt daher einfach Haus und nicht Häuser oder des Hauses. Alle Einträge zusammen ergeben das Wörterbuch.

Wenn man ein Wörterbuch als gedrucktes Buch in der Hand hat, findet man vor und nach den Einträgen meistens noch andere Texte, die sogenannten Umtexte. Dort erklären die Lexikografen, wie man im Wörterbuch am besten fündig wird: Häufig werden viele Symbole benutzt, die nicht leicht verständlich sind. Außerdem erklären sie, wie sie das Wörterbuch gemacht haben: Lexikografen müssen nämlich überlegen, welche Wörter im Wörterbuch stehen sollen und wie genau sie beschrieben werden, um den Benutzern hilfreich zu sein.

Heute nutzt fast jedes Wörterbuch große Sammlungen von Texten als Quelle. So eine Sammlung heißt Korpus, in der Mehrzahl Korpora. Texte aus einem Korpus liefern Beispiele für die tatsächliche Benutzung eines Wortes. Damit haben die Lexikografen viel mehr Material für die Sprache und müssen sich nicht nur auf ihre eigene Sprachkenntnis verlassen. Dennoch müssen sie nach wie vor viele wichtige Entscheidungen treffen.

Lexikografen haben, insbesondere wenn ihr Wörterbuch gut ist und von vielen genutzt wird, sehr viel Macht über die Entwicklung der Sprache. Korpora sind auch dazu gedacht, die Sprecher der Sprache im Wörterbuch zu Wort kommen zu lassen: Die Sprache wird dann so beschrieben, wie sie tatsächlich ist, und nicht unbedingt nur so wie die Lexikografen es wollen.

Was für Wörterbücher gibt es?

Es gibt sehr unterschiedliche Wörterbücher. Manche haben nur wenige Artikel, und die sind auch noch sehr kurz. Darin steht zum Beispiel, wie das Wort geschrieben und getrennt wird. Manchmal erfährt man auch, wie die Mehrzahl des Wortes aussieht, vor allem, wenn die Mehrzahl ungewöhnlich gebildet wird.

Andere Wörterbücher haben viel mehr Informationen über die Wörter. Vor allem in Wörterbüchern für Wissenschaftler steht sehr viel, und die Artikel können viele Seiten lang sein. Was kann man alles über die Grammatik des Wortes erfahren? Woher kommt es? Was heißt es genau? Hat sich die Bedeutung im Laufe der Zeit geändert? Wird es eher häufig oder nicht so häufig verwendet? Welche anderen Wörter bedeuten etwas Ähnliches?

Manche Wörterbücher sind für ganz bestimmte Situationen gedacht: Wer als Sprecher im Radio arbeitet, benutzt vielleicht ein Aussprachewörterbuch. Darin stehen sehr, sehr viele Wörter mit einer einzigen kurzen Erklärung: wie es genau ausgesprochen werden soll, damit es überall verstanden wird.

Viele Menschen haben ein zweisprachiges Wörterbuch. Darin stehen die Wörter einer Sprache übersetzt in eine andere Sprache. Wer wissen will, wie man eine Erdnuss auf Englisch nennt, der sucht nach dem deutschen Wort „Erdnuss” und findet dort die englische Übersetzung „peanut“. In einem anderen Teil des Wörterbuches oder einem anderen Band kommt man umgekehrt von einem englischen Wort zum deutschen Wort.

Wie sehen Wörterbücher heute aus?

Lange Zeit wurden Wörterbücher gedruckt, weil es noch keine Computer gab. Die Wörterbuchmacher hatten große Karteikästen. Auf eine Karteikarte stand der Artikel für ein Wort. Von Zeit zu Zeit haben sie das Wörterbuch drucken lassen. Dazwischen wurde aber weitergearbeitet. An manchen großen Wörterbüchern arbeiten die Wissenschaftler viele Jahre.

Heute werden weniger Wörterbücher gedruckt als früher. Die meisten Menschen schlagen ein Wort wohl einfach im Computer nach. Sie haben ein Wörterbuch installiert oder schauen im Internet nach. Viele Menschen nutzen dennoch gedruckte Wörterbücher, weil sie es so gewohnt sind.




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