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Sioux

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Sioux auf einem alten Gemälde
Das Kleid einer Sioux in einem Museum in Nordrhein-Westfalen.

Mit Sioux, sprich: suh, meint man drei große Stammesgruppen der Indianer in den USA. Es sind die Lakota, die Dakota und die West-Dakota. Sie sprechen Dialekte derselben Sprache und haben eine ähnliche Kultur.

Das Wort Sioux kommt von den Franzosen. Es ist eine Abkürzung des Wortes „Nadouessioux“, sprich: „Nadusju“, was „kleine Schlangen“ bedeutet. Die Sioux selber verwenden das Wort nicht, weil sie es beleidigend finden. Sie benennen sich lieber nach ihrer Stammesgruppe.

Früher lebten die Sioux dort, wo heute einige Bundesstaaten der USA liegen. Das sind North Dakota und South Dakota sowie Teile von Iowa, Minnesota, Nebraska und Montana. Viel von diesem Gebiet liegt in den Großen Ebenen, einer Steppen-Landschaft östlich der Rocky Mountains.

Heute dürfen die Sioux nur noch in kleinen Teilen dieses Gebietes über sich selbst bestimmen. Man nennt sie Reservate. Viele der Sioux-Reservate gehören zu den ärmsten Gegenden der USA und verfügen über eine schlechte Versorgung. Daher leben mittlerweile viele Sioux in Großstädten, die in der Nähe liegen, weil es dort mehr Arbeitplätze gibt.

Wie haben die Sioux früher gelebt?

Die Sioux lebten in Zelten. In der Sprache der Sioux heißen sie Tipi. Sie waren so gebaut, dass sie selbst stürmischen Winden widerstehen konnten. Die Tipis wurden regelmäßig abgebaut und woanders wieder aufgebaut. Die Sioux waren nämlich Nomaden, die ihrer Beute hinterherzogen.

Die wichtigste Nahrungsquelle der Sioux war der Bison. In den Großen Ebenen gab es riesige Herden davon. Die Sioux aßen nicht nur das Fleisch der Bisons. Aus der Haut machten sie zum Beispiel Windeln für die Babys und Abdeckungen für die Tipis. Die Felle gaben im Winter warm. Die Sioux jagten auch Gabelböcke, Hirsche, Kaninchen und Stachelschweine. Als Jagdwaffe wurden meist Pfeil und Bogen oder Stöcke mit einer scharfen Klinge verwendet.    

Männer waren angesehen, wenn sie mutig, großzügig und weise waren. Als besonders mutig galt man, wenn man im Krieg ein Pferd oder den Skalp, also die Haare eines Feindes, erbeuten konnte. Die Frauen bei den Sioux waren dafür bekannt, geschickt beim Anfertigen von Handarbeiten zu sein. Sie machten zum Beispiel Perlenstickereien, die bestimmte Muster zeigten.

Für die Sioux war die Natur nicht nur der Ort, wo sie lebten. Bestimmte Tiere waren für sie heilig, besonders der Bison und der Braunbär. Die Sioux glaubten an Wakan, eine geheimnisvolle Kraft, die über das Universum herrscht. Alles, was in der Natur und mit den Menschen passiert, wird durch diese Kraft beeinflusst.

Was haben die Sioux früher erlebt?

Der berühmte Häuptling Sitting Bull hieß eigentlich Tatanka Iyotake. Sitting Bull, also sitzender Bulle, nannten ihn die Amerikaner, weil es die englische Übersetzung dieses Namens ist.

Ursprünglich waren die Sioux ein einziges Volk, das in der Nähe der Großen Seen lebte. Später wurden sie von den Anishinabe, einem anderen Volk, nach Westen und Süden in die Großen Ebenen vertrieben. Dabei teilten sie sich in die drei heutigen Gruppen auf.     

In der Mitte des 19. Jahrhunderts drangen die Weißen immer weiter nach Westen vor und so auch in das Gebiet der Sioux. Die Regierung der USA schloss mit den Sioux Verträge ab: Darin stand, welche Gebiete den Weißen gehören und welche den Sioux. Zum Schutz der weißen Siedler errichteten die Amerikaner überall Festungen.

Um das Jahr 1870 fand man Gold in den Black Hills, die im Gebiet der Sioux lagen. Viele Weiße, die nach Gold suchten, drangen ohne zu fragen in das Gebiet der Sioux vor. Die Sioux waren entzürnt und führten Krieg gegen die Weißen. Es gelang ihnen zwar, den berühmten General Custer in einer Schlacht zu besiegen. Dennoch verloren die Sioux den Krieg.

Sie mussten sich in Reservate zurückziehen. Doch die Häuptlinge Crazy Horse, Sitting Bull und Gall weigerten sich. Crazy Horse wurde später von den Weißen gefangen genommen. Das wollte er sich nicht gefallen lassen, als er sich gewehrt hat, wurde er getötet. Das war im Jahr 1877.

Der Krieg zwischen den Sioux und den Weißen endete erst im Jahr 1890, als Kavalleristen der USA mehrere hundert Sioux in den Black Hills ermordeten. Wenige Tage zuvor wurde auch Häuptling Sitting Bull getötet. Im Jahr 1973 erhoben sich die Indianer an diesem Ort wieder gegen die USA. Aus Solidarität nahm ein amerikanischer Schauspieler damals seinen Oscar nicht an.



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