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Großherzog von Luxemburg

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Henri von Nassau, der Großherzog von Luxemburg

Der Großherzog von Luxemburg ist das Staatsoberhaupt des Landes Luxemburg. Ein Großherzog ist ein Monarch, ein Fürst, ähnlich wie ein König oder Herzog. Das Land, über das er herrscht, nennt man ein Großherzogtum.

Früher gab es mehrere Großherzogtümer in Europa. So gab es unter anderem ein Großherzogtum Baden und ein Großherzogtum Toskana. Heute gibt es nur noch ein einziges Großherzogtum: Luxemburg.

Als Staatsoberhaupt hat der Großherzog von Luxemburg einige besondere Rechte: Er ernennt zum Beispiel die Regierung und könnte auch das Parlament auflösen. Er ist auch der oberste Befehlshaber der Luxemburger Armee. Die Entscheidungen, was im Land geschieht, werden aber von der Regierung und vom Parlament gefällt. Der Großherzog mischt sich dabei nicht ein. Er gehört auch keiner Partei an.

Die wichtigste Aufgabe des Großherzogs von Luxemburg ist es das Land zu vertreten. So empfängt er beispielsweise die Staatsoberhaupte befreundeter Staaten oder besucht sie in ihrem Heimatland. Dadurch tritt er für die Interessen Luxemburgs ein. Er vertritt das Land auch in verschiedenen wichtigen weltweiten Organisationen wie dem Internationalen olympischen Komitee. Er ist ein wichtiges Symbol für die Einheit und Unabhängigkeit des Landes.

Wer ist heute Großherzog von Luxemburg?

Die großherzogliche Familie winkt vom Balkon ihres Palasts in der Hauptstadt bei der Hochzeit von Erbgroßherzog Guillaume.

Seit dem 7. Oktober 2000 ist Henri von Nassau Großherzog von Luxemburg. Sein Vater, Großherzog Jean, dankte damals aus Altersgründen ab und so wurde sein ältester Sohn Henri zum aktuellen Großherzog von Luxemburg.

Großherzog Henri wurde am 16. April 1955 geboren. Er hat vier Geschwister. Mit 18 Jahren wurde er zum Thronfolger ernannt, zum Erbgroßherzog. Damals übernahm er erste Aufgaben. An einer Militärschule in England wurde er zum Offizier ausgebildet. Als er in der Schweiz Politikwissenschaften studierte, lernte er seine Frau kennen. Maria Teresa Mestre stammt aus Kuba.

Henri soll mehrere Milliarden Euro besitzen. Wie alle Großherzoge von Luxemburg wohnt Großherzog Henri auf Schloss Berg. Es befindet sich in dem kleinen Ort Colmar-Berg im Zentrum des Landes nahe der Stadt Ettelbruck. In der Hauptstadt, Luxemburg-Stadt, befindet sich der großherzogliche Palast. Dort hat der Großherzog seinen Arbeitssitz und empfängt Staatsgäste aus anderen Ländern.

Das großherzogliche Paar hat fünf Kinder. Der älteste Sohn Guillaume ist der Thronfolger. Erbgroßherzog Guillaume wurde 1981 geboren, und ist mit der belgischen Gräfin Stéphanie de Lannoy verheiratet. Das Paar hat einen Sohn und wohnt auf Schloss Fischbach.

Wer war früher Großherzog von Luxemburg?

Großherzogin Charlotte

Im Jahr 1815 bestimmte der Wiener Kongress über viele Grenzen in Europa. Das frühere Herzogtum Luxemburg, das zuvor von Frankreich vereinnahmt worden war, wurde nun ein Großherzogtum. Luxemburg gehörte zwar nicht zu den Niederlanden, aber man wollte, dass es einen starken Herrscher hatte, der es gegen Frankreich beschützen konnte.

Darum entschied man in Wien, dass der König der Niederlande gleichzeitig der Großherzog von Luxemburg sein sollte. Das blieb so bis zum Jahr 1890. Damals starb nämlich König Wilhelm der Zweite. Er hatte keinen Sohn, sondern „nur“ eine Tochter. Diese Tochter wurde schließlich die neue Königin der Niederlande.

Doch in Luxemburg konnte nur ein Sohn zum neuen Großherzog werden. So erhielt Luxemburg eine eigene großherzogliche Familie: das Haus Nassau. Diese Familie hatte bis zum Jahr 1866 im Herzogtum Nassau geherrscht. Nassau wurde aber von Preußen vereinnahmt. Der Herzog von Nassau, Adolphe, begann also 14 Jahre später als Großherzog von Luxemburg.

Anfang des 20. Jahrhunderts bestimmte das Parlament schließlich, dass auch Frauen auf den Thron konnten. Im Jahr 1912 wurde Marie-Adelheid die erste Großherzogin. Ihr unklares Verhalten im Ersten Weltkrieg machte sie aber so unbeliebt, dass sie 1919 abdankte. Ihre Schwester Charlotte folgte ihr dann auf den Thron.

Großherzogin Charlotte hingegen wurde äußerst beliebt. Sie führte das Land durch den Zweiten Weltkrieg. Gleich nach dem deutschen Überfall auf Luxemburg verließ sie das Land mit ihrer Regierung. Im Exil informierte sie die Alliierten über die Leiden ihrer Bevölkerung unter den Nationalsozialisten, die das Land besetzten. Die Alliierten waren die Länder, die gegen die Nationalsozialisten kämpften. Gleichzeitig sprach sie den Luxemburgern über das britische Radio Mut zu.

Bei ihrer Rückkehr zu Kriegsende, wurden sie und ihr Sohn, der spätere Großherzog Jean, mit riesiger Begeisterung empfangen. Die großherzogliche Familie war zu einem wichtigen Symbol der Unabhängigkeit und der Freiheit des Landes geworden. Jean übernahm den Thron 1964. In dieser Zeit entwickelte sich Luxemburg zu einem wohlhabenden Land und wurde zu einem wichtigen Zentrum der Europäischen Union. Er starb 2019.



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