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Wiener Türkenbelagerungen

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Dieser alte Druck zeigt Wien während der Zweiten Belagerung durch die Osmanische Armee im Jahr 1683. Wien war damals nicht nur die Hauptstadt Österreichs, sondern auch des Heiligen Römischen Reiches.

Als Wiener Türkenbelagerung bezeichnet man zwei Versuche des Osmanischen Reiches, die Stadt Wien durch eine Belagerung einzunehmen. Bei einer Belagerung wird eine Stadt von Soldaten umzingelt, so dass niemand in die Stadt rein oder raus kann. Das Ziel einer Belagerung ist es, das die Belagerten verhungern und aufgeben.

Die Erste Wiener Türkenbelagerung fand im Jahr 1529 statt. Die Belagerung dauerte zwei Wochen und endete mit dem Rückzug der osmanischen Armee. Bei der Zweiten Türkenbelagerung im Jahr 1683 waren die Bewohner der Stadt fast zwei Monate lang eingesperrt. Am Ende konnten die Österreicher mit der Unterstützung Polen-Litauens, Sachsens, Bayerns, Venedigs und des Kirchenstaats die Osmanen jedoch besiegen und einen weiteren Vormarsch nach Westen verhindern. Später drangen die Österreicher weiter nach Osten vor und eroberten große Gebiete in Ungarn und dem Balkan, die vorher von den Osmanen besetzt waren.

Auch wenn es den Osmanen nicht gelang, Wien einzunehmen, so hinterließen sie ihre Spuren in der Kultur der Stadt. So sagt man, hätten die Osmanen den Kaffee nach Wien gebracht. Heute ist Wien weltbekannt für seine noblen Kaffeehäuser. Auch der dünne Strudelteig soll seinen Weg nach Wien über die Türkei gefunden haben.

Möglich ist ebenfalls, dass die Kipferl oder Gipfel nach der Zweiten Türkenbelagerung dem muslimischen Halbmond nachempfunden wurden. Im Französischen sagt zu man diesem Gebäck Croissant. Das kommt von den Worten „Lune croissante“ für aufgehender Mond.

Was passierte bei der Ersten Wiener Türkenbelagerung?

Sultan Suleiman führte das osmanische Heer bei der Ersten Wiener Türkenbelagerung.

Die Osmanen gewannen im 16. Jahrhundert zahlreiche Schlachten und eroberten neben Konstantinopel, dem heutigen Istanbul, große Gebiete auf der Balkan-Halbinsel. Die Herrscher im westlichen Europa fühlten sich durch die mächtige Armee der Osmanen bedroht. Vor allem hatten sie Angst davor, dass das christliche Abendland muslimisch werden könnte.

Im Jahr 1526 eroberten die Osmanen das Königreich Ungarn. Der ungarische König, Ludwig der Zweite, starb in der Schlacht bei Mohács. In einem Erbvertrag hatte er sein Königreich dem Erzherzog Ferdinand von Österreich vermacht. Der beabsichtigte auch, sein Erbe anzutreten. Die Osmanen setzten jedoch einen anderen König von Ungarn ein, wodurch ein Streit um den Thron entfachte.

Der osmanische Herrscher, Sultan Suleiman, schickte eine riesige Armee, welche Wien am 27. September 1529 erreichte. Ob die Osmanen wirklich Wien erobern wollten oder Ferdinand einfach zeigen wollten, wie stark sie sind, darüber streiten sich die Wissenschaftler.

Viele Bewohner waren bereits in den Tagen zuvor aus der Stadt geflüchtet. Die Stadt wurde von etwa 17.000 Soldaten verteidigt. Die osmanischen Belagerer waren jedoch zahlenmäßig klar überlegen und die Mauern der Stadt Wien waren nicht mehr im besten Zustand.

Die Osmanen versuchten zunächst, Tunnel unter die Stadtmauer zu graben, um diese von unten her aufzusprengen. Die Wiener bekamen das jedoch mit. Sie stellten Wassereimer an die Mauer. Anhand der Wellen im Wasser konnten sie erkennen, wo die Osmanen gerade am graben. Die Wiener gruben sich den Osmanen entgegen. In den Tunnels kam es dann zu Kämpfen. Teile der Mauer konnten trotzdem eingerissen werden. Die Verteidiger konnten die Angreifer jedoch abwehren, wobei die Osmanen hohe Verluste zu beklagen hatten. Weil der Winter anbrach, traten die Osmanen am 14. Oktober den Rückzug an.

Was passierte bei der Zweiten Wiener Türkenbelagerung?

Dieses Gemälde zeigt die siegreichen Soldaten nach der Schlacht am Kahlenberg. Johann der Dritte überreicht einem Boten einen Brief an den Papst in Rom, in welchem der Sieg verkündet wird.

Noch im Jahr 1664 schlossen die Osmanen mit dem römisch-deutschen Kaiser Leopold in Eisenburg in Ungarn einen Friedensvertrag. Dieser endete jedoch im Jahr 1684. Bereits im Jahr zuvor erklärte der osmanische Herrscher Mehmed der Vierte Leopold den Krieg, mit der Ankündigung, Wien einzunehmen. Der Papst fädelte noch ein Bündnis zwischen Leopold und dem polnischen König Johann dem Dritten ein.

Der osmanische Großwesir Kara Mustafa marschierte mit 120.000 Soldaten nach Wien. Sie erreichten die Stadt am 14. Juli 1683. Die Osmanen beschossen wochenlang die Stadtmauern und Festungsanlagen und versuchten durch Tunnel in die Stadt zu gelangen. Die Verteidiger in Wien waren zahlenmäßig klar unterlegen. Trotzdem gelang es ihnen, der Belagerung durch die Osmanen stand zu halten.

Unterdessen stellten Johann und Leopold zusammen mit Venedig, Bayern und Sachsen eine Armee zusammen, welche die türkischen Belagerer besiegen sollte. Johann wurde zum Oberbefehlshaber dieser Armee ernannt, welche sich Entsatzheer nannte.

Kara Mustafa war so damit beschäftigt, die Stadt zu belagern, dass er keine Soldaten zur Überwachung des Donauufers aufstellte. So gelang es dem Entsatzheer, bei Tulln die Donau zu überqueren und weiter Richtung Wien vorzurücken. Am Kahlenberg nahe Wien kam es zu einer Schlacht zwischen dem Entsatzheer und den Osmanen. Noch am selben Tag gelang es dem Entsatzheer, die Osmanen zu besiegen.



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