Eisenzeit: Unterschied zwischen den Versionen
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Die ältesten Gegenstände aus Eisen fand man im heutigen Land [[Irak]]. Sie sind etwa 5000 [[Jahr]]e alt. Der älteste [[Europa|europäische]] Fund gelang in der [[Italien|italienischen]] [[Stadt]] Bologna. Er ist knapp 3000 Jahre alt. Nur wenig jünger ist der älteste Fund aus [[Deutschland]]: Die bronzene Spitze einer Lanze wurde am Schaft mit einem eisernen Niet befestigt. Das ist so etwas Ähnliches wie ein Nagel. Wie bei der Bronze hat es wohl lange gedauert, bis immer mehr Menschen gelernt haben, Eisen herzustellen und zu verarbeiten. Deshalb hängt es von der Gegend ab, wenn man sagen will, wann die Eisenzeit begann. | |||
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[[Datei:Rekonstruktionsversuch bastarnischer Trachten (eine Gruppe aus Pomoranischer Kultur) von dem Aussere Karpatensenke und Westbeskiden, 2 bis 3 Jh. PR DSC 1317.JPG|thumb|In [[Polen]] hat man in einem [[Museum]] diese Puppen aufgestellt. So könnten die Menschen in Mitteleuropa sich vor 2200 Jahren gekleidet haben.]] | |||
Die Menschen [[Ernährung|ernährten]] sich seit der [[Steinzeit]] vom Ackerbau und von der [[Vieh]]zucht. Die [[Pflug|Holzpflüge]] verstärkten sie mit Eisenplatten oder bauten ganze Teile davon aus Eisen. Sie konnten dadurch eine dickere [[Erde (Boden)|Erdschicht]] auflockern. Obwohl auch diese Pflüge die Erde bloß aufrissen, gab es höhere Erträge. Die Erde auch noch wenden, so wie es heute geschieht, konnten die Pflüge erst seit Beginn der Römerzeit. | |||
Die meisten Menschen wohnten immer noch in Großfamilien auf [[Bauernhof|Bauernhöfen]]. Es entwickelten sich aber auch [[Siedlung]]en mit einer Befestigung und einer kleinen [[Stadt]]. Hier sammelten sich die [[Handwerk]]er, welche immer wichtiger wurden. | |||
Die Menschen | |||
Der Unterschied zwischen [[Armut|armen]] und [[Wohlstand|reichen]] Menschen vergrößerte sich. Dies bezeugen die Funde von [[Grab|Gräbern]]: Im [[Schwarzwald]] beispielsweise wurde ein riesiges Hügelgrab gefunden. Es ist so lang wie ein [[Fußball]]feld, aber rund wie ein [[Kreis]] und in der Mitte viermal so hoch wie ein Fußballtor. Gefunden wurden darin außer [[Knochen]] auch wertvolle, verzierte Dolche aus Bronze und Eisen. | |||
Oft wanderten Menschen von einer Stelle zur anderen. Die [[Forscher]] [[wissen]] aber nicht genau, ob dabei ganze [[Völker]] unterwegs waren. Vielleicht waren es auch nur Scharen von [[Krieg]]ern, die auf Beute aus waren. Vielleicht waren auch einzelne Gruppen unterwegs, weil ihr Land durch andere Menschen oder durch [[Katastrophe|Naturkatastrophen]] zerstört worden war. | |||
==Wovon lebten die Menschen?== | |||
[[Datei:Oppidum Burgstall 5.JPG|mini|In [[Baden-Württemberg]] steht diese nachgebaute Mauer. Hier gab es vor über 2000 ein [[Kelten|keltisches]] Oppidum. Das ist ein befestigter Ort.]] | |||
Ein Großteil der Menschen arbeitete weiterhin in der [[Landwirtschaft]] und versuchte, sich so weit als möglich selbst zu versorgen. Es kam aber auch immer mehr zu einzelnen [[Beruf]]en. Man nennt dies Arbeitsteilung, wenn nicht mehr jeder alles macht, sondern einige zu Fachleuten werden. | |||
Immer mehr Eisen wurde aus [[Erz]] gewonnen. Es kam zu richtigem [[Bergbau]], und es entstanden Berufe, in denen man das Eisen weiterverarbeiten konnte. Das rohe Eisen wurde erst durch die Arbeit des [[Schmied]]s brauchbar. Er erhitzte und hämmerte das Eisen, bis es immer stabiler wurde. Danach formte er daraus den gewünschten Gegenstand. Erst dann war es der Bronze überlegen: Eisen war härter und trotzdem biegsamer. | |||
Messer und Äxte können schärfer geschliffen werden und stumpfen viel weniger ab. Hämmer und [[Nagel (Werkzeug)|Nägel]] verbiegen sich nicht. Pflüge ertragen auch mal einen Stein in der Erde. Mit einem Eisenschwert schlägt man ein Bronzeschwert entzwei. | |||
Aus Bronze, [[Gold]] und [[Silber]] wurden weiterhin Schmuck und Gegenstände für [[Religion|religiöse]] Rituale hergestellt. Auch andere Berufe der Bronzezeit weiteten sich aus: Köhlerei, Wagenbau, Schiffsbau, Töpferei und vieles anderes mehr. Neue Webstühle wurden erfunden und sorgten für weitere Arbeitsplätze. Der Handel weitete sich aus. | Aus Bronze, [[Gold]] und [[Silber]] wurden weiterhin [[Schmuck]] und Gegenstände für [[Religion|religiöse]] Rituale hergestellt. Auch andere Berufe der Bronzezeit weiteten sich aus: die [[Holzkohle|Köhlerei]], der Wagenbau, der Schiffsbau, die [[Töpferei]] und vieles anderes mehr. Neue Webstühle wurden erfunden und sorgten für weitere Arbeitsplätze. Der [[Handel]] weitete sich aus. | ||
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Espadas de antenas celtíberas.jpg|[[Schwert]]er, gefunden in [[Spanien]] | |||
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AMK - Hallstattzeit Kelheim Grab 11 1.jpg|[[Keramik]] aus einem [[Grab]] in Deutschland | |||
Hochdorf keltenmuseum0815.jpg|Ein reiches Fürstengrab in der Nähe von Ludwigsburg in [[Baden-Württemberg]] | |||
Museum Hallstatt 38.JPG|Eine Brosche aus Hallstatt, wie man sie sich an die [[Kleidung]] steckte. Solche [[Schmuck]]stücke fertigte man nach wie vor aus [[Kupfer]] oder [[Bronze]]. | |||
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Aktuelle Version vom 22. Februar 2025, 09:25 Uhr
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Die Eisenzeit hat ihren Namen davon, dass die Menschen ihre Werkzeuge und Waffen mehr und mehr aus Eisen herstellten anstatt aus Bronze. Eisen eignet sich besser dafür, weil es stabiler ist und sich weniger verbiegt. Auf die Bronzezeit folgte also die Eisenzeit. Sie begann in Mitteleuropa etwa um das Jahr 800 vor Christus. Im Süden dauerte sie bis zur Römerzeit. Im Norden, wo die Römer nicht hinkamen, dauerte sie bis zum Beginn des Mittelalters.
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Die ältesten Gegenstände aus Eisen fand man im heutigen Land Irak. Sie sind etwa 5000 Jahre alt. Der älteste europäische Fund gelang in der italienischen Stadt Bologna. Er ist knapp 3000 Jahre alt. Nur wenig jünger ist der älteste Fund aus Deutschland: Die bronzene Spitze einer Lanze wurde am Schaft mit einem eisernen Niet befestigt. Das ist so etwas Ähnliches wie ein Nagel. Wie bei der Bronze hat es wohl lange gedauert, bis immer mehr Menschen gelernt haben, Eisen herzustellen und zu verarbeiten. Deshalb hängt es von der Gegend ab, wenn man sagen will, wann die Eisenzeit begann.
Wie lebten die Menschen?
Die Menschen ernährten sich seit der Steinzeit vom Ackerbau und von der Viehzucht. Die Holzpflüge verstärkten sie mit Eisenplatten oder bauten ganze Teile davon aus Eisen. Sie konnten dadurch eine dickere Erdschicht auflockern. Obwohl auch diese Pflüge die Erde bloß aufrissen, gab es höhere Erträge. Die Erde auch noch wenden, so wie es heute geschieht, konnten die Pflüge erst seit Beginn der Römerzeit.
Die meisten Menschen wohnten immer noch in Großfamilien auf Bauernhöfen. Es entwickelten sich aber auch Siedlungen mit einer Befestigung und einer kleinen Stadt. Hier sammelten sich die Handwerker, welche immer wichtiger wurden.
Der Unterschied zwischen armen und reichen Menschen vergrößerte sich. Dies bezeugen die Funde von Gräbern: Im Schwarzwald beispielsweise wurde ein riesiges Hügelgrab gefunden. Es ist so lang wie ein Fußballfeld, aber rund wie ein Kreis und in der Mitte viermal so hoch wie ein Fußballtor. Gefunden wurden darin außer Knochen auch wertvolle, verzierte Dolche aus Bronze und Eisen.
Oft wanderten Menschen von einer Stelle zur anderen. Die Forscher wissen aber nicht genau, ob dabei ganze Völker unterwegs waren. Vielleicht waren es auch nur Scharen von Kriegern, die auf Beute aus waren. Vielleicht waren auch einzelne Gruppen unterwegs, weil ihr Land durch andere Menschen oder durch Naturkatastrophen zerstört worden war.
Wovon lebten die Menschen?
Ein Großteil der Menschen arbeitete weiterhin in der Landwirtschaft und versuchte, sich so weit als möglich selbst zu versorgen. Es kam aber auch immer mehr zu einzelnen Berufen. Man nennt dies Arbeitsteilung, wenn nicht mehr jeder alles macht, sondern einige zu Fachleuten werden.
Immer mehr Eisen wurde aus Erz gewonnen. Es kam zu richtigem Bergbau, und es entstanden Berufe, in denen man das Eisen weiterverarbeiten konnte. Das rohe Eisen wurde erst durch die Arbeit des Schmieds brauchbar. Er erhitzte und hämmerte das Eisen, bis es immer stabiler wurde. Danach formte er daraus den gewünschten Gegenstand. Erst dann war es der Bronze überlegen: Eisen war härter und trotzdem biegsamer.
Messer und Äxte können schärfer geschliffen werden und stumpfen viel weniger ab. Hämmer und Nägel verbiegen sich nicht. Pflüge ertragen auch mal einen Stein in der Erde. Mit einem Eisenschwert schlägt man ein Bronzeschwert entzwei.
Aus Bronze, Gold und Silber wurden weiterhin Schmuck und Gegenstände für religiöse Rituale hergestellt. Auch andere Berufe der Bronzezeit weiteten sich aus: die Köhlerei, der Wagenbau, der Schiffsbau, die Töpferei und vieles anderes mehr. Neue Webstühle wurden erfunden und sorgten für weitere Arbeitsplätze. Der Handel weitete sich aus.
Ein Helm aus Eisenblech, gefunden in Frankreich
Gefäße aus Bronze, gefunden in Deutschland
Ein reiches Fürstengrab in der Nähe von Ludwigsburg in Baden-Württemberg
Eine Brosche aus Hallstatt, wie man sie sich an die Kleidung steckte. Solche Schmuckstücke fertigte man nach wie vor aus Kupfer oder Bronze.
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