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Franzosenzeit

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Im Jahr 1806 in Berlin: Napoleon hat die Preußen besiegt und marschiert jetzt in ihrer Hauptstadt Berlin ein. Im Hintergrund sieht man das Brandenburger Tor.

Die „Franzosenzeit“ nennt man die Jahre um 1800. Damals herrschte Frankreich über viele Teile von Europa. Die Menschen klagten über die Zeit, als französische Soldaten ihr Land besetzt hielten. Vor allem hinterher nannte man diese Jahre die Franzosenzeit.

In Frankreich hatte es die Französische Revolution gegeben. Die begann im Jahr 1789. Schon einige Jahre später eroberte Frankreich fremde Gebiete. Schließlich wurde Napoleon Bonaparte der Kaiser von Frankreich. Er war als Kriegsherr besonders erfolgreich.

Napoleons Armee eroberte auch Teile von Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Franzosenzeit endete schließlich im Jahr 1815, als Napoleon und seine Armee endgültig besiegt wurden. Die eroberten Gebiete litten noch lange an der Franzosenzeit.

Was ist in der Franzosenzeit passiert?

Deutsche Fürsten, die den französischen Kaiser Napoleon hochleben lassen. Das Bild ist nicht ganz ehrlich: In Wirklichkeit waren meist nicht die Fürsten bei diesem Treffen, sondern nur ihre Vertreter.
Andreas Hofer war ein Held aus Tirol, der gegen die Franzosen kämpfte. Hier auf dem Bild wird er gefangen genommen.

Frankreich eroberte fremde Gebiete, damit diese Gebiete Frankreich nicht mehr gefährlich werden konnten. Außerdem sollten die Gebiete viele Ideen und die Kultur aus Frankreich übernehmen. Die Anhänger der Revolution und Napoleon behaupteten, dass das für die Gebiete besser wäre. Nach dem französischen Recht hatten die Menschen die gleichen Rechte und sollten frei sein. Die Amtssprache wurde Französisch.

Manche Länder wurden einfach ein Teil von Frankreich. Ein Beispiel ist das Rheinland mit Städten wie Köln und Trier. Die Amtssprache dort wurde Französisch. Für andere Gebiete hat Napoleon einfach neue Staaten erfunden. Er wollte, dass diese Staaten zeigten, wie gut man lebte, wenn man den Ideen der Französischen Revolution folgte. Weitere Länder wie Preußen mussten tun, was Napoleon von ihnen wollte.

Für die meisten Menschen, die in den Gebieten lebten, war die Franzosenzeit nicht schön. Sie mussten viele Steuern zahlen, also dem französischen Kaiser Geld abgeben. Junge Männer mussten Soldat für den Kaiser werden. Auf diese Weise konnte Napoleon noch mehr Kriege führen und noch mehr Länder erobern. Die Länder selbst aber wurden arm.

Frankreich hatte in der Zeit der Revolution ein neues Recht erhalten. Dieser „Code Civil“ war ein Buch, in dem stand, dass die Leute die gleichen Rechte hatten. Vorher gab es von Ort zu Ort andere Regeln, und die Adligen hatten mehr Rechte als die übrigen Einwohner.

Dieses Recht galt dann auch im deutschen Rheinland, noch lange nach der Franzosenzeit. Man konnte das für eine gute Sache halten. Der deutsche Philosoph Gottfried Hegel hat daher gemeint, dass manchmal schlimme Dinge passieren müssen, damit sich gute Dinge durchsetzen.

Wie endete die Franzosenzeit?

Napoleon muss sich mit seinen Soldaten aus Russland zurückziehen.

Zwei Länder waren zu mächtig für Napoleon. Großbritannien lag auf einer Insel und konnte nur schwer angegriffen werden. Das Land hatte auch eine mächtige Flotte. Es unterstützte andere Länder, die gegen Napoleon kämpften. Darum verbot Napoleon, dass die Länder in Europa mit Großbritannien Handel trieben. Großbritannien sollte arm werden, das gelang aber nicht.

Das andere Land war Russland. Napoleon griff es im Jahr 1812 an. Mit einer halben Million Soldaten zog er nach Moskau. Russland wurde trotzdem nicht besiegt. Napoleon wollte mit seinen Soldaten wieder zurück nach Frankreich. Auf dem Weg hin und zurück verlor er viele Soldaten.

Preußen und andere Länder entschieden sich daher, wieder gegen Napoleon zu kämpfen. Vor allem eine Schlacht half dabei, den Kaiser zu besiegen: Im Oktober 1813 kämpften Napoleons Truppen vergeblich gegen Preußen, Österreich, Russland und weitere Länder. Man nennt dies die Völkerschlacht von Leipzig. Endgültig besiegt war Napoleon aber erst im Jahr 1815 durch die Schlacht bei Waterloo.

Was ist nach der Franzosenzeit geblieben?

Die Franzosenzeit hat die besetzten Länder oft sehr verändert. Deutschland zum Beispiel hatte vorher aus über 300 kleinen Staaten bestanden. Frankreich hat viele Gebiete zusammenfasst und größere Staaten daraus gebildet. So gab es am Ende nur noch etwa 40 Staaten in Deutschland.

Wegen der Franzosenzeit haben viele Menschen in Europa die Franzosen gehasst. In Deutschland kam es zu der Idee, dass Deutschland ebenfalls ein einiges, starkes Land sein müsse, eine eigene Nation. Auf dem Wiener Kongress überlegten die Politiker, wie sie eine neue Franzosenzeit verhindern konnten.

Im Jahr 1870 gab es wieder Krieg zwischen Franzosen und Deutschen. Manche alte Leute konnten sich noch an die Kriege gegen Napoleon erinnern. Es hieß sogar, zwischen Deutschland und Frankreich gäbe es eine „Erbfeindschaft“: Diese Feindschaft geht nicht irgendwann vorbei, sondern wird vererbt. Diese Idee hat man erst etwa hundert Jahre später überwunden.



Wissen kindgerecht und leicht verständlich – Mehr Wissenswertes über „Franzosenzeit“ bei der Blinden Kuh.

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