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Franz Kafka

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Franz Kafka im Jahr 1923, ein Jahr vor seinem Tod

Franz Kafka war ein Schriftsteller, der auf Deutsch geschrieben hat. Er wurde im Jahr 1883 in Prag geboren. Diese Stadt gehörte damals noch zu Österreich und heute zu Tschechien.

Er studierte Recht und wurde in diesem Fach auch Doktor. Nebenbei beschäftigte er sich auch mit der deutschen Sprache und Kunstgeschichte. Schließlich arbeitete er für eine Versicherung. Er sorgte dafür, dass Arbeiter weniger Unfälle bei der Arbeit hatten.

Da er regelmäßig Blut spendete, fand man heraus, dass er Tuberkulose hatte, eine tödliche Krankheit. Außerdem litt er unter Stress sowie Kopfschmerzen und hatte Angst, mit anderen Menschen umzugehen. Sein Chef hat ihm deshalb eine Rente gegeben, wie für einen alten Menschen, der nicht mehr arbeiten muss. Zwei Jahre später starb Kafka in Berlin.

Worüber hat Kafka geschrieben?

„Das Schloss“ von Franz Kafka, als Theaterstück

Abends schrieb Kafka Romane, oft bis spät in die Nacht, wie ein Besessener. Die Menschen in seinen Büchern müssen oft gegen eine unheimliche Macht angehen. Diese Macht ist nicht unbedingt sichtbar, es ist kein Monster oder ein großer Bösewicht. Die Macht besteht stattdessen aus Regeln und den Menschen, die dafür sorgen, dass die Regeln eingehalten werden.

Im Roman „Der Prozess“ geht es zum Beispiel um einen Mann, der von zwei Männern besucht wird. Sie sagen, dass er verhaftet sei, aber noch so weiterleben darf wie bisher. Später wird er vor ein Gericht gestellt, das aber irgendwie kein richtiges Gericht ist. Er bekommt auch nicht zu hören, was ihm denn vorgeworfen wird.

In „Die Verwandlung“ wacht ein Mann auf und erkennt, dass er sich in einen großen Käfer verwandelt hat. Wie das gekommen ist, wird in der Erzählung nicht erklärt. Der Mann muss jetzt mit den Folgen leben. Seine Eltern, bei denen er lebt, sind von ihm entsetzt.

Was ist das Besondere an Kafkas Romanen?

Kafka beschreibt alles genau und so, wie man es in der Wirklichkeit erwarten würde. Gleichzeitig fühlen sich seine Romane wie ein seltsamer Traum an. Für dieses ungute Gefühl gibt es ein eigenes Wort: „kafkaesk“. Man verwendet es heute, wenn man sagen will, dass es irgendwo seltsam und bedrückend zugeht.

Außerdem verstand Kafka sich nicht sehr gut mit seinem Vater. In seinem „Brief an den Vater“ schildert er ihm seine Gedanken auf über hundert Seiten. Der Brief wurde nach Kafkas Tod veröffentlicht, genauso wie die meisten seiner Werke. In Kafkas Erzählungen sind viele Väter schlimme Tyrannen: In „Die Verwandlung“ zum Beispiel wirft der Vater dem Käfer einen Apfel in den Rücken, woran dieser schließlich stirbt. Auch in „Das Urteil“ sagt der Vater der Hauptfigur am Ende zu seinem Sohn, dass er ihn zum Tod verurteilt. Darüber verzweifelt nimmt sich der Sohn das Leben.



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