Redewendung

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Dieses Gemälde stammt aus dem Jahr 1559. Gemalt hat es Pieter Bruegel der Ältere aus den Niederlanden. Es zeigt viele Redewendungen von damals. Manche kennt man heute noch, auch auf Deutsch. Unten links zum Beispiel sieht man einen Mann, der mit dem Kopf durch die Wand will. Das bedeutet: Er will unbedingt etwas tun, das gar nicht möglich ist.

Eine Redewendung ist etwas, das man immer wieder hört und das so zur Sprache gehört. Eine Redewendung besteht aus mehreren Wörtern. Ein Beispiel ist: „Mit dem Kopf durch die Wand gehen“. Damit sagt man kurz und knapp: Da will einer etwas tun, was gar nicht geht.

Anstelle von Redewendung sagt man auch: „Redensart“, „stehende Wendung“ oder „fester Ausdruck“. Auch von „Floskel“ spricht man dann und wann.

Ähnlich wie die Redewendung ist das Sprichwort. Ein Sprichwort ist aber immer ein ganzer Satz, die Redewendung eben meist nicht. Bei der Redewendung steht das Verb in der Grundform. Ein Sprichwort wäre zum Beispiel: „Wer nicht hören will, muss fühlen.“ Oder: „Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst herein.“

Welche bekannten Redewendungen gibt es?

Man kann die verschiedenen Redewendungen nicht alle aufzählen. Hier stehen ein paar wichtige:

„Auf den Punkt bringen“ bedeutet: Man zieht die richtige Schlussfolgerung und sagt genau das Richtige, kurz und knapp.

„Etwas durch die Blume sagen“ bedeutet: Man benennt etwas nicht genau. Man redet nur so, dass der andere schon weiß, was man damit meint. Man sagt zum Beispiel: „Wünschst du dir mal eine neue Seife?“ Das klingt netter als wenn man sagt: „Du solltest dringend mal wieder duschen.“

„Einen Bärendienst erweisen“ bedeutet: Jemand wollte einem etwas Gutes tun, hat aber eher das Gegenteil bewirkt. Es ist, wie wenn man einem einen Bären schenkt als Ersatz für ein Pferd. Einen Bären kann man nämlich nicht vor einen Wagen spannen.

„Pech haben“ ist das Gegenteil von „Glück haben“. Diese Redewendung kommt daher, dass man früher Pech, also eine klebrige Masse, auf Zweige geschmiert hat. Wenn sich ein Vogel draufsetzte, blieb er kleben und wurde dann gegessen.

„Auf der Leitung stehen“ bedeutet: Da versteht einer etwas nicht. Da steckt auch noch ein Witz dahinter: Wenn man auf einer Leitung oder auf einem Kabel steht, fließt der Strom trotzdem hindurch. Man kann also zum Beispiel immer noch ein Telefon hören.

Woher kommen unsere Redewendungen?

In großen Wörterbüchern stehen nicht nur einzelne Wörter, sondern auch Redewendungen. Manche Wörterbücher sind nur für Redewendungen da. Woher so eine Redewendung genau kommt, wissen die Sprachwissenschaftler nicht immer. Sie können höchstens sagen, in welchem Buch es zuerst gestanden hat.

Einige Redewendungen oder Sprichwörter sind schon sehr alt. So haben schon die alten Römer gesagt: „Errare humanum est“. Das heißt auf Deutsch: „Irren ist menschlich“. Damit entschuldigt man einen Fehler. Diesen Spruch sagen die Leute heute oft auf Deutsch, aber wenn sie ein wenig wichtig tun wollen, dann auf Latein.

Durch das Latein und andere wichtige Sprachen wie Französisch und Englisch haben sich viele Redewendungen und Sprichwörter auf der Welt verbreitet. Manche sind also in mehreren Sprachen gleich. Andere sind typisch für genau eine Sprache. So sagt man auf Spanisch: „Das kommt mir vor wie der Heilige Christus mit zwei Pistolen“. Auf Deutsch würde man sagen: „Das passt wie die Faust aufs Auge“, das passt nicht zusammen. Und wer kocht, kennt aus Rezepten die Einleitung: „Man nehme...“ Das stammt von der Kochbuchautorin Henriette Davidis.

Manchmal weiß man aber ganz genau, wer sich etwas ausgedacht hat. Viele Redewendungen stammen aus berühmten Büchern. „Was ist der langen Rede kurzer Sinn?“ und „Daran erkenn' ich meine Pappenheimer“ findet man in Theaterstücken von Friedrich Schiller.




Zu „Redewendung“ gibt es auch einen Artikel für Lese-Anfänger auf MiniKlexikon.de und weitere Such-Ergebnisse von Blinde Kuh und Frag Finn.

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