Deutsches Kaiserreich

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Wilhelm der Zweite war der letzte deutsche Kaiser.

Deutsches Kaiserreich nennt man Deutschland zu einer bestimmten Zeit, als es einen Kaiser hatte. Das war in den Jahren 1871 bis 1918. Der eigentliche Name des deutschen Staates war allerdings nur „Deutsches Reich“.

Deutschland bestand damals aus mehreren Bundesländern. Davon war Preußen das weitaus größte: Zwei Drittel aller Deutschen lebten in Preußen. Der preußische König war auch immer automatisch der Deutsche Kaiser. Andere Teile Deutschlands waren Bayern, Sachsen und über zwanzig weitere Bundesländer, die damals „Bundesstaaten“ hießen.

Der Kaiser bestimmte den Chef der Regierung, den Reichskanzler. Bis ins Jahr 1890 war dies Otto von Bismarck. Für Gesetze waren allerdings ein Parlament zuständig, der Reichstag, und außerdem der Bundesrat. Der Bundesrat war ein Organ, das die Bundesländer vertrat.

Zum Kaiserreich gehörten viele Gebiete, die heute nicht mehr deutsch sind. Deutschland hat nämlich seitdem viel Gebiet im Osten an Polen und andere Länder verloren. Außerdem hatte Deutschland damals Kolonien, vor allem in Afrika.

Wie kam es zum Kaiserreich?

Deutschland bestand lange Zeit aus einzelnen Staaten. Sie arbeiteten im Deutschen Bund zusammen. Die Staaten Österreich und Preußen stritten sich, wer die Führung haben sollte. Im Jahr 1866 gab es darüber sogar einen Krieg, den Deutschen Krieg.

Preußen gewann den Krieg und gründete einen Bundesstaat, den Norddeutschen Bund. Alle Staaten nördlich des Flusses Rhein waren seine Bundesländer. Später kam es wieder zu einem Krieg, diesmal gegen Frankreich. Die deutschen Länder im Süden schlossen sich dem Norddeutschen Bund an. Er erhielt einen neuen Namen, Deutsches Reich. Der preußische König durfte sich seitdem auch Deutscher Kaiser nennen.

Wie endete das Kaiserreich?

In der Mitte des Bildes sieht man den ehemaligen Kaiser, Wilhelm den Zweiten. Er steht auf einem Bahnsteig in Belgien. Gleich wird er weiterfahren in die Niederlande, wo er Asyl bekam. Wilhelm schimpfte noch jahrelang über die „Saurepublik”.

Im Jahr 1914 kam es zum Ersten Weltkrieg. Noch heute streiten sich Wissenschaftler, wer wie viel Schuld daran hatte. Man ist sich aber einig, dass deutsche Politiker viel falsch gemacht haben. Sie haben sich auf den Krieg eingelassen, weil sie gefürchtet haben: Wenn es in ein paar Jahren sowieso zu einem Krieg kommt, dann haben die anderen Länder mehr Waffen angesammelt als wir.

Vier Jahre später mussten die deutschen Politiker erkennen, dass sie den Krieg nicht gewinnen konnten. Auch manche Soldaten wollten nicht weiterkämpfen. Sie wollten nicht sinnlos ihr Leben aufs Spiel setzen. So kam es zu Aufständen gegen die Führung. Viele Leute waren unzufrieden, weil sie im Krieg immer weniger zu essen hatten.

Am 9. November des Jahres 1918 hatte der Reichskanzler Angst, dass es zu einer Revolution wie in Russland kommt. Darum hat er behauptet, der Kaiser wolle nicht mehr Kaiser sein. Seine Macht übergab der Reichskanzler an dem Chef der sozialdemokratischen Partei, an Friedrich Ebert. Ebert sorgte dafür, dass es Wahlen für ein neues Parlament gab.

Einige Monate später gab es eine neue Verfassung für Deutschland. Darin stand, dass Deutschland eine Republik ist. Das Staatsoberhaupt war kein Kaiser mehr, sondern ein Reichspräsident. Auch wenn sich vieles änderte: Diese Weimarer Republik war ansonsten derselbe Staat wie das Kaiserreich. Das bedeutete auch, dass sie die Schulden des Krieges bezahlen sollte.



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