Entwurf:Goten
Die Goten waren ein germanisches Volk im späten Altertum und im frühen Mittelalter. Sie sprachen eine eigene Sprache, das Gotische. Man weiß nicht genau, woher sie kamen. Möglicherweise stammten sie aus Osteuropa oder aus Skandinavien. Erste Berichte über die Goten gibt es aus dem 3. Jahrhundert, als sie an der Schwarzmeerküste Krieg gegen die Römer führten. Ab dem 4. Jahrhundert wurden die Goten christlich.
Nachdem das Weströmische Reich zerfallen war und die Völkerwanderung begann, zogen Goten in das alte Reich ein und gründeten eigene Reiche. Schon damals gab es zwei große Gruppen: Die Ostgoten und die Westgoten. Die Ostgoten ließen sich etwa ab dem Jahr 488 in Italien nieder. Die Westgoten besiedelten die Iberische Halbinsel, also dort wo heute Spanien und Portugal sind.
Ein bekannter Gotenkönig war Theoderich der Große: Er herrschte über Italien, lebte in der Stadt Ravenna und versuchte mit den Römern in Frieden zu leben. Die Goten stellten in ihren Reichen zwar die Herrscherklasse, sie waren jedoch nur eine Minderheit. Sie vermischten sich mit den einheimischen Völkern wie den Römern und passten sich auch größtenteils deren Kultur und Lebensweise an. Andererseits nahm das Gotische aber auch Einfluss auf die einheimische Kultur.
Das Reich der Ostgoten in Italien endete um das 540, als der ostgotische König von den Byzantinern gestürzt wurde. In Iberien herrschten die Goten noch bis ins frühe 8. Jahrhundert. Damals begannen die Mauren damit Iberien zu erobern. Der Feldherr Tāriq ibn Ziyād besiegte dabei in einer Schlacht den letzten Westgotenkönig Roderich.
Heute gibt es die Goten als Volk nicht mehr, aber in alten Geschichten und Sprachen findet man noch Spuren von ihnen. Das englische Wort "Gothic" oder "Goth" steht heute für eine Subkultur von Jugendlichen und jungen Leuten. Goths ziehen sich gerne dunkle Kleider an und haben eine Vorliebe für das Unheimliche. Mit den Goten hat das allerdings nichts zu tun.








