Links und Rechts (Politik)

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Im Europäischen Parlament gibt es derzeit 705 Sitze. Die Abgeordneten sind in acht Fraktionen eingeteilt: Ganz links sitzt „Die Linke“ in dunkelrot, die Fraktion ganz rechts in dunkelblau nennt sich „Identität und Demokratie“. Es gibt aber auch noch etwa 40 Abgeordnete, die keiner europäischen Fraktion angehören wollen oder können.

Links und Rechts sind in der Politik zwei gegensätzliche Begriffe, in die man politische Ideen einordnet. Viele politische Ideen lassen sich jedoch nicht deutlich nach links oder rechts einordnen. Darum spricht man von einem politischen Spektrum. Man erkennt dies an den Farben im Bild rechts.

Politisch linke Ideen haben gemeinsam, dass sie von einer Gleichheit der Menschen ausgehen. Die Idee ist, dass alle Menschen gleich behandelt werden und die gleichen Chancen im Leben haben. Deshalb kämpfen diese Politiker gegen Rassismus und Armut und anderes, das die Gesellschaft ungleich macht. Dazu gehört auch, wenn Frauen weniger Rechte oder schlechtere Chancen haben. Außerdem sind die meisten Linken progressiv: Das heißt, sie wollen so viel wie möglich verändern.

Politische Rechte denken, dass die Menschen verschieden sind und finden das auch gut so. Darum haben sie beispielsweise weniger Probleme damit, dass manche Menschen sehr arm und andere dafür sehr reich sind. Rechte sind zudem konservativ. Das heißt sie wollen, das sich nur wenig verändert und besinnen sich auf Traditionen und alte Werte. Manche Rechte, die man „reaktionär“ nennt, wollen sogar, dass alles wieder so ist wie früher.

Die Begriffe Links und Rechts stammen vom ersten Parlament von Frankreich. Dort saßen rechts vom Redner die, die wollten, dass Frankreich ein Königreich bleibt. Links saßen die Revolutionäre. Noch heute ist es in vielen Parlamenten so, dass die Abgeordneten der rechten Parteien rechts vom Redner sitzen und die der linken Parteien links.

Ist jede politische Idee links oder rechts?

Bei den Generalständen im Jahr 1789 saßen die Teilnehmer erstmals auf unterschiedlichen Seiten. Die Generalstände waren die Versammlung der drei Stände vor der Französischen Revolution. In der Zeit des Absolutismus gab es sie nicht.

Manchmal ist die Zuordnung nicht eindeutig machbar. Man darf sich deshalb keine Einteilung in zwei Gruppen vorstellen wie die Mannschaften bei einem Fußballspiel. Man muss sich die Einteilung wie einen Halbkreis oder eine Achse vorstellen. Auf der einen Seite steht „links“ und auf der anderen Seite steht „rechts“. Die politischen Ideen verteilen sich dann irgendwo auf dieser Achse. Ganz außen sind die jeweiligen Extremismen. Da bleibt viel Raum in der Mitte. Bei Ideen, die ein bisschen etwas von beiden Richtungen haben, spricht man von der „politischen Mitte“. Links, rechts und Mitte sind jedoch keine wissenschaftlichen Begriffe. In der Alltagssprache werden sie allerdings oft angewendet.

Gemäßigt linke Ideen sind die Sozialdemokratie und die Grüne Politik. Etwas klarer links ist der demokratische Sozialismus, wie ihn beispielsweise die Partei Die Linke betreibt. Der Kommunismus gilt hingegen als extreme Form der Linkspolitik. Kommunisten wollen die Gesellschaft von Grund auf verändern: Niemand soll mehr etwas besitzen und alle Unternehmen sollen vom Staat gelenkt werden. Nur so könne die Gesellschaft wirklich gleich werden. In der Geschichte war es allerdings oft so, dass Kommunistische Staaten letztlich von Diktatoren geführt wurden.

Ein typisch rechte Idee ist der Konservativismus. Beim Liberalismus ist die Zuordnung etwas schwieriger. Meist wird er etwas rechts von der Mitte gesehen. Liberale Parteien wie die FDP stehen für gewöhnlich der Wirtschaft nahe und finden, dass die Unterschiede zwischen arm und reich natürlich sind. Andererseits sind Liberale auch für Fortschritt und Veränderung. Auch die Christdemokratie ist nicht ganz klar rechts. Christdemokraten denken zwar eher konservativ. Ihr christlicher Glaube sagt ihnen aber auch, dass man anderen Menschen helfen sollte, die benachteiligt sind. Der Faschismus und der Nationalsozialismus werden als Rechtsextrem gesehen. Anhänger dieser Ideen wollen die Demokratie abschaffen und denken, dass bestimmte Völker weniger wert sind.



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