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Wolf

Aus Klexikon – das Kinderlexikon
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Ein Wolf trägt meist ein graues Fell. Es gibt aber auch bräunliche und sogar weiße Unterarten.

Der Wolf ist ein Raubtier. Er ist eine eigene Tierart und ist Vorfahre der heutigen Haushunde. Wölfe leben in Gruppen, die man Rudel nennt, zusammen. Sie haben eine strenge Rangordnung und setzen sich füreinander ein.

Es gibt verschiedene Unterarten der Wölfe. Ihr Fell kann unterschiedliche Farben haben. Bei uns ist es meistens grau. Das ist typisch für den Eurasischen Wolf, der in weiten Teilen Europas und Asiens lebt. Wölfe können auch sehr unterschiedlich groß und schwer werden. Die größten sind etwa so groß wie ein großer Haushund und wiegen selten mehr als 60 Kilogramm. Wölfe können besonders gut riechen und hören auch sehr gut.

Wölfe gibt es in Europa, Asien und Nordamerika. In der Mitte Europas waren die Wölfe fast ganz ausgerottet. Heute vermehren sie sich wieder, da sie in vielen Ländern geschützt sind. In Osteuropa auf dem Balkan, in Kanada, in Russland oder in der Mongolei findet man noch mehr Wölfe als in unseren Ländern.

Wie leben Wölfe?

Ein Wolfsrudel jagt einen Elch.

Wölfe halten fest zusammen und würden ihr Leben geben, um ihr Rudel zu schützen. Zum Rudel gehört immer ein Wolfspaar und deren Jungtiere. Meist gehören noch Junge aus den Vorjahren dazu, vielleicht auch noch einige andere Tiere, die im Rudel Aufnahme gefunden haben.

Die Chefs im Rudel sind die Elterntiere. Ihnen gehorchen die Jungtiere. Wenn die Wolfsrudel in Freiheit leben, gibt es sonst keine Rangordnung. Das gibt es nur in Gefangenschaft: Manche Tiere haben dann mehr zu bestimmen als andere.

Die führenden Tiere nennt man die Alphatiere. Man erkennt sie am aufgestellten Schwanz. Ein Omegatier ist das Rangniedrigste im Rudel. Man erkennt es am eingezogenen Schwanz und an den angelegten Ohren. Der Buchstabe Alpha ist der erste, das Omega der letzte im griechischen Alphabet.

Wölfe jagen immer im Rudel. Sie können sehr schnell laufen und haben auch viel Ausdauer. Sie suchen sich ein schwächeres Tier aus und jagen es so lange, bis es zusammenbricht. Dann umkreisen sie es, der Anführer springt es an und tötet es.

Wölfe paaren sich zwischen Januar und März. Das Weibchen trägt seine Jungtiere etwa zwei Monate lang in ihrem Bauch. Das Rudel gräbt eine Erdhöhle aus oder erweitert eine Fuchshöhle. Dort bringt die Mutter meist etwa vier bis sechs Jungtiere zur Welt. Während etwa sechs bis acht Wochen trinken sie Milch bei ihrer Mutter.

Während dieser Zeit versorgt das Rudel die Mutter mit Nahrung. Die Nahrung für die Welpen zerkauen sie und geben sie den Welpen direkt in den Mund. Daher lecken auch unsere Hunde gerne am Mund von Menschen. Manchmal kauen die jungen Wölfe sogar den alten das Essen vor, wenn die das selbst nicht mehr können.

Nach und nach verlassen die Jungtiere die Höhle, zusammen mit ihrer Mutter. Mit fünf Monaten haben sie ihre Zähne und können so völlig selbständig essen. Mit einem oder mehreren Jahren verlassen sie das Rudel und suchen sich einen Partner und ein neues Revier. Dann gründen sie ein neues Wolfsrudel.

Sind Wölfe gefährlich?

Ein vierhundert Jahre altes Gemälde. Hier wird ein Hirte von einem Wolf gebissen.

Es gibt viele Geschichten über Wölfe. Einige davon erzählen, dass der Wolf böse ist und kleine Kinder auffrisst. So etwas kommt auch im Märchen Rotkäppchen vor. Auch in etlichen Fabeln kommt der Wolf vor. Er heißt dort Isegrim.

Ein Wolf fällt Menschen aber nur an, wenn er sich bedroht fühlt oder wenn er kurz vor dem Verhungern ist. Wölfe sind eher scheu und halten sich normalerweise vom Menschen fern – es sei denn, man stört oder bedroht sie. Am gefährlichsten ist es, wenn man einer Mutter mit Jungen zu nahe kommt. Manchmal kann der Wolf auch an der Krankheit Tollwut erkrankt sein, durch die er seine Scheu vor dem Menschen verliert.

Es kann passieren, dass Wölfe sich Schafe oder Ziegen als Beute aussuchen. Daher wehren sich viele Landwirte gegen die Rückkehr des Wolfs. Zum Schutz vor Wölfen halten Hirten oft Schutzhunde. Diese Hunde wachsen mit den Schafen auf und bewachen sie vor Wölfen. Es gibt sogar Esel, die durch Schreie oder Beißen die angreifenden Wölfe wieder verscheuchen. Auch Zäune können die Tiere der Bauern schützen.

Dass die Wölfe den Vollmond anheulen, stimmt nicht. Sie heulen aber, wenn sie einem anderen Rudel sagen wollen, dass es nicht näher kommen soll. Manchmal rufen sie sich mit dem Heulen gegenseitig.

Welche Unterarten von Wölfen gibt es?

Der Polarwolf ist eine Unterart des Wolfs. Wegen seines Fells wird er auch Weißwolf oder Arktischer Wolf genannt.

Wenn große Gruppen von Tieren sich nicht mit anderen vermischen, entwickeln sie in vielen Generationen ihre Eigenarten. Das kann den Körperbau, aber auch das Verhalten betreffen. Beim Wolf rechnet man mit elf lebenden und zwei ausgestorbenen Unterarten. So ganz einfach ist die Sache jedoch nicht, denn die einzelnen Unterarten haben sich zum Teil auch wieder untereinander vermischt. Hier die Wichtigsten:

Der Indische Wolf ist der kleinste. Er erreicht höchstens zwanzig Kilogramm. Er ist stark gefährdet, weil er keine Beutetiere mehr findet. Auch der Kaspische Wolf oder Steppenwolf lebt zwischen dem Kaspischen und dem Schwarzen Meer. Er ist ziemlich klein und leicht. Auch er ist stark gefährdet, vor allem weil Menschen ihm nachstellen.

In Sibirien lebt der Tundrawolf. Er ist ziemlich groß und meist weiß, damit man ihn im Schnee nicht so leicht erkennt. Obwohl er bejagt wird, gibt es von ihm immer etwa gleich viele Tiere. In Russland ist der Russische Wolf zuhause. Er ist nahe verwandt mit dem Eurasischen Wolf, aber noch etwas größer. Er wird bejagt und kann sich in der Anzahl knapp halten.

In der kanadischen Arktis und in Grönland lebt der Polarwolf. Auch er ist weiß. Trotz der Jagd hält er sich gut. In Nordamerika lebt der Mackenzie-Wolf, vor allem in den nördlichen Gebieten. Er ist sehr groß. Zum Teil wird er bejagt, gefährdet ist er deshalb aber nicht. In Kanada und den USA lebt der Timberwolf. Er wird bejagt und ist gefährdet. Weiter im Süden lebt der Mexikanische Wolf. Von ihm gibt es höchstens noch fünfzig Tiere und er droht auszusterben.

Eine Besonderheit ist der Dingo in Australien. Er entwickelte sich aus verwilderten Haushunden. Andersherum sind unsere Haushunde ebenfalls eine Unterart des Wolfs.



Zu „Wolf“ gibt es auch einen Artikel für Lese-Anfänger auf MiniKlexikon.de und weitere Such-Ergebnisse von Blinde Kuh und Frag Finn.

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