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Taliban

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Kämpfer der Taliban in Kabul, der Hauptstadt von Afghanistan. Das Foto wurde am 17. August 2021 gemacht.

Die Taliban sind eine Bewegung, die über große Teile des Landes Afghanistan herrscht. Es sind Muslime, die ihre Religion besonders streng ausleben: Sie finden, dass sie so leben, wie der Prophet Mohammed es wollte. Die Taliban sind sehr grausam und bestrafen jeden, der nicht so denkt und lebt wie die Taliban.

Schon in den Jahren von 1996 bis 2001 waren die Taliban an der Macht. Dann wurden sie von den USA und anderen Ländern besiegt. Doch die Taliban gab es weiterhin als Terrorgruppe. Sie töteten viele Afghanen und ausländische Soldaten. Im Jahr 2021 verließen die meisten ausländischen Soldaten das Land. Seitdem können wieder die Taliban bestimmen, was in Afghanistan passiert.

Woher kommen die Taliban?

Das Wort Taliban bedeutet Schüler. Gemeint ist ein Schüler einer Koranschule. Schon vor über 150 Jahren wurde in Indien eine bestimmte Schule für den Islam gegründet: das Haus der Gelehrsamkeit in Deoband. Dort sagte man den Schülern, dass im Koran genau das steht, was Gott will. Man darf daher nicht von anderen Völkern und Kulturen lernen. Der Staat muss immer von strenggläubigen Muslimen gelenkt werden. Darum ist diese Schule ein Beispiel für den Islamismus.

Diese Deobandi-Bewegung hatte auch im Süden von Afghanistan Koranschulen. Dort entstand die Gruppe der Taliban, die es seitdem in Afghanistan gibt, aber auch in Pakistan. Dieses Nachbarland liegt im Süden von Afghanistan.

Seit dem Jahr 1994 kämpften dann Taliban als Soldaten im Bürgerkrieg: Afghanistan war zuerst von der Sowjetunion besetzt worden. Als die Sowjetunion das Land verließ, kämpften verschiedene Gruppen im Bürgerkrieg um die Macht.

Was machten die Taliban als Herrscher des Landes?

Vor dem Islam waren viele Menschen im Land Buddhisten. Sie erbauten diese riesigen Statuen,

Im Jahr 1996 eroberten die Taliban die Hauptstadt des Landes, Kabul. In den Jahren danach herrschten sie über viele Gebiete in Afghanistan. Ihr Staat war islamisch und befahl allen Einwohnern, nach der Scharia zu leben. Das sind die Regeln aus dem Koran und anderen Schriften des Islam.

Die Taliban ermordeten viele Menschen und zerstörten auch ganze Städte. Getötet wurde man zum Beispiel, wenn man die Taliban schlecht fand oder eine andere Religion als den Islam wählte. Die Taliban töteten auch viele Menschen, die zu einer bestimmten Volksgruppe gehörten, den Hazari. Das liegt zum Teil daran, dass die Hazari meist Schiiten sind. Die Taliban sind Sunniten, das ist eine andere Glaubensrichtung im Islam.

Mädchen durften nicht zur Schule gehen und Frauen keinen Beruf ausüben. Sie durften auch nicht zu einem männlichen Arzt gehen. Als Frau konnte man nur aus dem Haus, wenn ein männlicher Verwandter mitgekommen ist. Sport durfte nur von Männern ausgeübt werden. Die Taliban verboten auch Fernsehen und Musik.

Die Taliban haben außerdem viel Geld dank Drogen verdient. Das dürfen Muslime eigentlich gar nicht. Aber sie haben erlaubt, dass man in Afghanistan Mohn anbaut. Daraus macht man Opium und Heroin. Das wird in die ganze Welt verkauft, heute noch.

Warum konnte man die Taliban nicht richtig besiegen?

Im Jahr 2001 haben Terroristen in Amerika Anschläge verübt. Die Terroristen gehörten zu der Gruppe al-Kaida. Weil die Taliban dieser Gruppe geholfen haben, eroberten die USA und andere Länder Afghanistan. Das gelang in kurzer Zeit, und es schien, dass die Taliban besiegt waren. Afghanistan erhielt eine demokratische Regierung und eine neue Verfassung.

Doch die Taliban gab es immer noch, zum Teil, weil sie sich in Pakistan verstecken konnten. Sie töteten auch viele Menschen. Umgekehrt versuchten die USA, Führer der Taliban-Aufständischen zu töten.

Nach und nach eroberten die Taliban wieder Teile von Afghanistan. Im Sommer 2021, als die meisten ausländischen Soldaten weggingen, eroberten sie den Rest. Sie nannten das Land in „Islamisches Emirat Afghanistan“ um.

Wer hat bei den Taliban das Sagen?

Im September des Jahres 2020, in Katar: Der Mann mit der grünen Krawatte ist Mike Pompeo, der Außenminister der USA. Er trifft sich mit dem Herrn weiter links: Abdul Ghani Baradar von den Taliban. Damals vereinbarten sie: Die Taliban helfen al-Kaida nicht mehr, und die USA verlassen nach einiger Zeit Afghanistan.

Bei den Taliban ist streng geregelt, wer der Chef von wem ist. An der Spitze gibt es Mawlawi Haibatullah Achundsada. Er bestimmt, wie die Taliban über Religion denken. Was er sagt, gilt aber nicht nur für die Religion, sondern auch für die Armee und die Politik.

Achundsada hat einige wenige Stellvertreter. Außerdem gibt es noch einen Rat mit 26 Mitgliedern. Sie beraten ihn. Ein wichtiger Stellversteter ist zum Beispiel Abdul Ghani Baradar. Er hat die Taliban mitgegründet. Er arbeitet in Doha, einer Stadt in Katar. Dort ist er der Ansprechpartner für fremde Staaten, die mit den Taliban sprechen wollen.



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