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Moor

Aus Klexikon – das Kinderlexikon
Version vom 18. April 2021, 03:46 Uhr von Simone Himmel (Diskussion | Beiträge) (deutliche Erweiterung (s. Diskussion))
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Ein Moor ist so nass, dass bei Regen manchmal die Wanderwege lange unter Wasser stehen.

Ein Moor ist ein Gebiet, in dem die Erde ständig nass ist. Weil der Boden immer wie ein nasser Schwamm mit Wasser vollgesogen ist, können dort nur bestimmte Pflanzen und Tiere leben. Es gibt kaum Tiere, die im Moorboden selbst leben. Aber es gibt viele Insekten, zum Beispiel Schmetterlinge, Spinnen oder Käfer. Im Moor wachsen besondere Moose und auch fleischfressende Pflanzen, zum Beispiel der Sonnentau.

Ein Moor ist nicht dasselbe wie ein Sumpf. Wenn man einen Sumpf trockenlegt, bleibt fruchtbare Boden übrig, auf der man sehr gut einen Acker anlegen kann. In einem Moor bleibt es über viele Jahre feucht und es entsteht Torf.

Wie entstehen Moore?

Moore gab es noch nicht immer auf der Erde. Sie sind erst nach der letzten Eiszeit entstanden. In der Eiszeit waren große Gebiete der Erde mit Eis bedeckt. Als es wärmer wurde, schmolz das Eis und wurde zu Wasser. Gleichzeitig regnete es nach der letzten Eiszeit viel. An einigen Stellen gab es Böden, die kein Wasser durchlassen. Dort, wo es Täler oder „Dellen“ im Boden gab, konnten sich Seen bilden.

An diesen Seen wachsen nun Pflanzen, die Wasser mögen. Wen diese Pflanzen absterben, sinken sie auf den Boden des Sees. Unter Wasser können die Pflanzen aber nicht komplett verrotten, denn es gibt durch das viele Wasser auch nur sehr wenig Sauerstoff im Boden. Es bildet sich eine Art Schlamm aus Wasser und den Pflanzenresten.

Das, was von den Pflanzen nach einiger Zeit übrig bleibt, nennt man Torf. Weil nach und nach immer mehr Pflanzen absterben, entsteht immer mehr Torf. Das Moor wächst über viele Jahre ganz langsam in die Höhe. Pro Jahr wächst die Schicht aus Torf ungefähr einen Millimeter nach oben.

Auch tote Tiere oder sogar Menschen verwesen manchmal nicht in einem Moor. Man findet sie deshalb manchmal sogar nach Jahrhunderten. Solche Funde nennt man Moorleichen.

Was für Moore gibt es?

Es gibt verschiedene Moorarten: Niedermoore nehmen ihr Wasser vor allem aus dem Untergrund. Das ist dort der Fall wo es beispielsweise einen See gab. Es kann sein, dass Wasser im Untergrund in das Moor fließt, zum Beispiel durch eine Quelle. Niedermoore werden auch „Flachmoore“ genannt. Die meisten Moore in Deutschland sind Niedermoore.

Hochmoore entstehen, wenn es über das ganze Jahr hinweg viel regnet. Hochmoore können deshalb auch „Regenwassermoore“ genannt werden. Ihren Namen "Hochmoor" haben sie durch die gewölbte Oberfläche, die aussehen kann wie ein kleiner Bauch. Es gibt nur sehr wenige Hochmoore. Dort wohnen besonders seltene Pflanzen und Tiere. Eine davon ist das Torfmoos, welches oft große Flächen von Hochmooren bedeckt.

Wie kann man Moore nutzen?

Früher dachten die Menschen, das Moor sei nutzlos. Sie haben die Moore austrocknen lassen. Man sagt auch: Die Menschen haben das Moor „trockengelegt“. Dazu haben sie Gräben angelegt, über die das Wasser abfließen konnte. Die Menschen haben dann den Torf dann abgebaut und zum Verbrennen benutzt, um ihre Äcker zu düngen oder um Häuser damit zu bauen. Heute wird Torf noch als Blumenerde verkauft.

Aber heute legt man Moore nur noch selten trocken: Man hat erkannt, dass viele Tiere und Pflanzen nur in Mooren leben können. Zerstört man die Moore und baut den Torf ab, so verlieren die Tiere und Pflanzen ihren Lebensraum. Sie können nicht woanders leben, weil sie sich nur im und am Moor wohlfühlen.

Außerdem sind Moore für den Klimaschutz wichtig: Die Pflanzen speichern das klimaschädliche Gas Kohlenstoffdioxid. Sie wandeln es dann in Kohlenstoff um. Im Torf eines Moores wird durch die Pflanzen sehr viel Kohlenstoff gespeichert.

Viele Moore sind Naturschutzgebiete. Heute versuchen Menschen deshalb sogar, Moore wieder herzustellen. Man sagt auch, die Moore werden „wiedervernässt“. Das ist aber sehr aufwendig und dauert viele Jahre.