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Marionette

Aus Klexikon – das Kinderlexikon
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Ein Mann in der niedersächsischen Stadt Hameln: Er spielt Drehleier und hat auch Marionetten bei sich.

Eine Marionette ist eine Puppe, die aus mehreren Gliedern zusammengesetzt ist. So ein Glied ist zum Beispiel ein Puppenkopf oder ein Puppenunterarm. An den Gliedern sind Fäden befestigt. Dank dieser Fäden kann man die einzelnen Glieder bewegen. Das Marionettenspiel ist eine Art von Theaterstück.

Das Wort Marionette stammt aus der französischen Sprache. Eigentlich ist es die Verkleinerungsform des Namens Marion, und dieser Name wiederum kommt vom Namen Maria, der Mutter von Jesus. Eine Marionette war anfangs also eine kleine Statue der Maria. Im Puppentheater war Maria eine beliebte Figur.

Man nutzt das Wort Marionette auch noch im übertragenen Sinne: Dann findet man von einem Menschen, dass er alles macht, was jemand anders ihm sagt. Eine Regierung, die den Befehlen fremder Staaten folgt, nennt man zum Beispiel eine Marionettenregierung.

Woher kommt das Marionettenspiel?

Puppen aus dem Alten Griechenland, etwa 2400 Jahre alt.

Schon die alten Ägypter kannten Puppen an Fäden. In Gräbern hat man solche Puppen aus Ton und Elfenbein gefunden. Es gab sie auch bei den alten Griechen und in Asien. Man weiß aus Büchern, dass die Griechen die großen Werke von Homer mit Puppen an Fäden gespielt haben.

Auch später in Europa hatte man Theatervorstellungen mit Marionettenpuppen. Die waren auch für Erwachsene da: Sie mochten zum Beispiel Opern. Marionettenopern kann man sogar heute noch in Europa sehen.

Marionetten waren so beliebt, dass man das Marionettentheater einfach nur Puppentheater nannte. Heute sind die meisten Puppen im Puppentheater jedoch Handpuppen. Es gibt ein bekanntes Kinderbuch, in dem eine Marionette die Hauptrolle spielt: „Pinocchio“ aus Italien.

Wie spielt man mit Marionetten?

Ein Marionettenspieler oder eine Spielerin bewegt die Puppe durch die Fäden. Meistens befinden sich die Fäden gemeinsam an einem Stück Holz. Das Stück hält man deutlich höher über der Puppe, so dass die Puppe an den Fäden hängen kann.

Anders als bei Handpuppen kann das Publikum die gesamte Puppe sehen, vom Kopf bis zu den Füßen. Außerdem lässt sich eine Puppe an den Fäden in die Luft heben: So kann man zum Beispiel eine Märchenfigur fliegen lassen.

Bei vielen Marionetten ist der Kopf ein bemaltes Stück Holz, bei dem sich keine Augen oder Lippen bewegen. Was die Figur sagt oder fühlt, muss der Spieler durch die Stimme ausdrücken.

Allerdings gibt es Ausnahmen: Sylvia und Gary Anderson aus England haben Puppen mit beweglichen Augen und Mündern erfunden. Bewegt wurde so ein Puppenmund mit Magneten. Sie nannten ihre Art, Puppen zu bewegen, Supermarionation.




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