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Krim

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Eine Landkarte der Krim. Im Norden liegt die Ukraine. Im Osten, also rechts auf der Karte, führt eine Brücke über die Straße von Kertsch zu einer Halbinsel von Russland.

Die Krim ist die größte Halbinsel im Schwarzen Meer. Sie ist etwas mehr als halb so groß wie die Schweiz und hat etwas mehr als eine Million Einwohner. Für die meisten Länder der Vereinten Nationen gehört die Krim zum Staatsgebiet der Ukraine. Russland behauptet jedoch, dass die Halbinsel zu seinem Land gehöre.

Die meisten Menschen auf der Krim sprechen Russisch. Neben Russen und Ukrainern leben auf der Krim noch andere Völker wie die Krimtataren, die Muslime sind. Deren Sprache ist mit dem Türkischen verwandt.

Im Westen und Süden der Krim liegt das Schwarze Meer. Im Nordosten liegt das Asowsche Meer. Im Norden ist die Krim durch die Landenge von Perekop mit dem Festland verbunden. Ganz im Osten steht heute die Krim-Brücke über die Straße von Kertsch, eine Wasserstraße. Sonst bleiben einem als Zugang nur die Häfen oder das Flugzeug.

Im Jahr 2014 hat Russland die Krim zu seinem eigenen Gebiet erklärt. Daraus entstand die „Krimkrise“, die durch den Russischen Überfall auf die Ukraine verstärkt wurde.

Wie ist die Krim?

Im Krimgebirge

Im Norden ist die Halbinsel eher flach, es gibt nur wenige Hügel. Die Landschaft ist eine Steppe, also sehr trocken. Im Süden befindet sich das Krimgebirge. Die Gipfel dort sind bis zu 1500 Meter hoch. Dort entspringen zahlreiche Flüsse, die rund um die Halbinsel ins Meer münden.

Gleichzeitig bildet das Krimgebirge eine Wetterscheide: Nördlich davon ist das Klima gemäßigt mit kalten Wintern. Südlich des Gebirges herrscht ein subtropisches Mittelmeerklima.

Die größte Stadt auf der Krim heißt Sewastopol. Dort lebt etwa jeder fünfte Einwohner der Insel. Die Menschen auf der Krim leben hauptsächlich vom Tourismus und der Landwirtschaft. Im Süden werden Weintrauben angebaut. Daraus werden Wein und der Krim-Sekt gemacht, der viel ins Ausland verkauft wird. Außerdem vermutet man vor der Küste Erdgas und Erdöl.

Wie kommt man auf die Krim?

In der Mitte der Krim-Brücke gibt es eine Durchfahrt für größere Schiffe. Die Insel im Hintergrund wird genutzt, damit die Brücke nicht zu lang wurde. Links sind vier Spuren für Autos, rechts zwei für die Eisenbahn.

Im Norden ist die Krim durch einen schmalen Landstreifen mit dem Festland verbunden. Der Streifen ist an seiner schmalsten Stelle nur neun Kilometer breit und heißt „Landenge von Perekop“. Dort ist die Krim nicht nur durch eine Straße mit dem Festland verbunden, sondern auch durch eine Eisenbahnstrecke.

Wichtig ist auch ein Kanal mit Süßwasser, der einen Großteil des Wassers auf die Krim bringt, das dort benötigt wird. Er ist Teil des größten Bewässerungssystems Europas. Zudem verlaufen dort Leitungen für Elektrizität, die früher den meisten Strom auf die Krim brachten.

Der zweite wichtige Zugang zur Krim außer den Häfen ist eine Brücke über die Straße von Kertsch. Kertsch ist eine Stadt ganz im Osten der Krim, die Straße von Kertsch ist eine Wasserstraße, also ein schmaler Meeresdurchgang. Im Ganzen ist das Meer hier knapp zwanzig Kilometer breit. Auf der östlichen Seite liegt eine Halbinsel, die zum russischen Festland gehört. Die Krim-Brücke besteht aus mehreren Abschnitten, weil dazwischen auch Inseln liegen.

Die Idee für die Krim-Brücke oder einen Damm ist schon über hundert Jahre alt. Wegen der beiden Weltkriege wurde sie aber nicht gebaut. Den endgültigen Bau handelten der damalige ukrainische Präsident mit Wladimir Putin, dem russischen Präsidenten, aus. Die beiden waren gute Freunde.

Die Autobahnbrücke wurde im Jahr 2018 eröffnet, im Jahr darauf auch die Eisenbahnbrücke. Fortan nutzten die Russen vor allem diese Verbindung, weil sie dann nicht durch die Ukraine reisen mussten. Zur Zeit des Russischen Überfalls auf die Ukraine war diese Brücke besonders wichtig.

Was passierte früher auf der Krim?

Rechts oben auf dem Bild sieht man die Wladimirkathedrale. Sie steht in Chersones in der Nähe von Sewastopol. Diese russisch-orthodoxe Kirche wurde im Jahr 1892 gebaut. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie großteils zerstört. Die sowjetischen Herrscher hielten nicht viel von ihr. Erst im Jahr 2005 wurde sie wieder hergerichtet. Im Vordergrund sieht man die Ruinen einer Stadt aus dem Altertum.

Im Altertum wurde die Krim von Nomadenvölkern besiedelt. Später wurde sie erst griechisch und dann römisch. Im Mittelalter herrschten Mongolen über die Krim. Von ihnen stammt möglicherweise der Name der Halbinsel. Kerim bedeutet auf Mongolisch so viel wie Festung. Damals verlief dort ein Weg der Seidenstraße von Europa nach China. Später stürzten die Krimtataren die Mongolen und errichteten ein eigenes Reich, das eng mit dem Osmanischen Reich verbunden war.

Im 18. Jahrhundert wurde die Krim ein Teil des Russischen Zarenreiches. Die Russen nahmen den krimtatarischen Bauern ihr Land weg und gaben es Russen oder anderen Europäern. Für die Krimatataren blieben nur die unfruchtbaren Landstriche übrig. Viele gingen daher ins Ausland.

In den Jahren 1853 bis 1856 führten die Russen mit den Osmanen Krieg um die Krim. Die Osmanen wurden dabei von Frankreich, dem Königreich Sardinien und Großbritannien unterstützt. In diesem Krimkrieg haben die Verbündeten der Osmanen einen Teil der Halbinsel besetzt.

Nach der Oktoberrevolution erklärte sich die Krim für unabhängig. Doch bald schon marschierten sowjetische Soldaten ein und machten sie zu einem Teil der Sowjetunion. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Krim von den deutschen Nationalsozialisten erobert und drei Jahre lang besetzt. Der Sowjetherrscher Stalin nahm das zum Anlass, etwa 200.000 Krimtataren aus ihrer Heimat wegzuschicken. Er warf ihnen vor, den Deutschen im Krieg geholfen zu haben.

Die Krimtataren wurden mit der Eisenbahn nach Zentralasien gebracht. Dort lebten sie in eingezäunten Dörfern, die einem Arbeitslager glichen. In die leeren Häuser der Krimtataren zogen Russen und Ukrainer. Erst in den Jahren nach 1990, als die Sowjetunion endete, durften die Krimtataren in ihre Heimat zurückkehren.

Warum ist es unklar, zu wem die Krim gehört?

Die Sängerin Jamala gewann 2016 den Eurovision Song Contest mit einem Lied auf Englisch und Krimtatarisch. Es handelt von ihren Großeltern, die 1944 von Stalin nach Kirgisistan deportiert wurden.

Die Ursprünge des Streits um die Krim gehen auf die sowjetische Zeit zurück. Die Sowjetunion bestand aus mehreren Teilrepubliken, auch wenn nur die Kommunistische Partei das Sagen hatte. Im Jahr 1954 war Sergej Chruschtschow der Parteichef. Er selbst kam aus der Teilrepublik Ukraine. Er übertrug die Krim von der russischen Teilrepublik zur ukrainischen. Das machte damals nicht so viel aus. Aber nach dem Ende des Kalten Krieges um das Jahr 1990 wurde die Krim darum ein Teil des unabhängigen Staates Ukraine. Die Russen auf der Krim hatte nun das Gefühl, unter fremder Herrschaft zu leben. Allerdings ist die Ukraine ein zweisprachiger Staat, in dem nicht nur Ukrainisch, sondern auch Russisch Amtssprache ist.

Im Jahr 2014 änderte sich die Lage plötzlich: Es tauchten Kämpfer auf, die zu keinem Land zu gehören schienen. Unterstützt wurden sie aber auf jeden Fall von Russlands Präsident Putin. Er gab ihnen Waffen und Geld. Die Kämpfer bedrohten Politiker und forderten von ihnen eine Volksabstimmung darüber, zu welchem Land die Krim gehören sollte.

Mehr als 90 Prozent stimmten bei dieser Abstimmung für den Anschluss an Russland. Die EU und andere Staaten wollen das Ergebnis jedoch nicht anerkennen. Sie werfen Putin vor, er habe die Abstimmung auf unfaire Weise beeinflusst. So sei die Bevölkerung auf der Krim eingeschüchtert gewesen, weil Putin dort russische Soldaten stationierte, während die ukrainischen Soldaten entwaffnet wurden. Außerdem bezahlte er Fernsehsender, die russische Propaganda auf der Krim verbreitet haben.

Putin weist diese Vorwürfe zurück und betont, dass es eine vollkommen demokratische Abstimmung war. Zudem spricht er vom Selbstbestimmungsrecht der Völker. Nach diesem steht es jedem Volk frei, über sich selbst zu bestimmen. Die Russen auf der Krim hätten also das Recht, zu Russland zu gehören.



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