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Hirsche

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Männliche Hirsche tragen ein großes Geweih.
Rothirsch-Kuh mit Jungtier

Hirsche bilden eine große Familie innerhalb der Säugetiere. Die Bedeutung des lateinischen Namens Cervidae ist Geweihträger. Meist tragen nur die Männchen ein Geweih. Es gibt über 50 Arten von Hirschen. Dazu gehört der Rothirsch, der bei uns am häufigsten vorkommt. Aber auch der Damhirsch, das Reh, das Ren und der Elch gehören zu dieser Familie. Wer im deutschen Sprachraum den Hirsch erwähnt, meint meist den Rothirsch. Davon handelt auch dieser Artikel.

Ein Hirsche ist eigentlich ein Männchen. Das Weibchen heißt Hirschkuh und das Jungtier ist ein Kalb. Zusammen spricht man dann vom Rotwild. Der Rothirsch ist das größte freilebende Wildtier in unseren Wäldern. Er wird bis zu 2 Meter lang und über 100 Kilogramm schwer. Die Männchen sind dabei meist größer als die Weibchen.

Wie lebt der Rothirsch?

Rothirsche fressen Gras, Kräuter, Knospen und junge Zweige von Bäumen und Sträuchern. Außerdem fressen sie Eicheln, Bucheckern, Kastanien, Obst und verschiedene Pilze. Auch Feldfrüchte wie Rüben und Kartoffeln graben sie mit den Vorderbeinen aus. Das mögen die Bauern nicht. Der Magen von Rothirschen ist so robust, dass sie sogar Baumrinde und, Moos fressen und verdauen können. Das anknabbern der Baumrinde schadet den Bäumen sehr.

Wie unsere Milchkühe sind Rothirsche Wiederkäuer. Sie kauen ihre Nahrung also nur grob und lassen sie dann in eine Art Vormagen gleiten. Später legen sie sich gemütlich hin, würgen die Nahrung wieder herauf, kauen sie ausgiebig und schlucken sie dann in den richtigen Magen.

Ausgewachsene Rothirsche brauchen sich nur von Bären oder Wolfsrudeln zu fürchten. Sie fliehen wenn immer möglich oder verteidigen sich mit ihren Geweihen. Jungtiere werden jedoch gerne von Luchsen gefressen oder von Uhus und Adlern.

Rothirsche schließen sich gerne zu Gruppen zusammen, die Rudel genannt werden. Dabei leben meist nur Weibchen oder nur Männchen in einem Rudel. Nur zur Paarung kommen sie zusammen.

Wie vermehrt sich das Rotwild?

Die Paarungszeit heißt auch Brunftzeit. Sie ist immer im September und Oktober. Die Hirsche stoßen dann laute und tiefe Rufe aus. Dieses Röhren ist weit zu hören. Nun kämpfen die Hirsche um die Weibchen. Sie verhaken sich mit ihren Geweihen und versuchen sich vom Brunftplatz zu schieben. Der stärkste Hirsch vertreibt mit der Zeit alle Rivalen. Er wird auch Platzhirsch genannt und kann sich nun alleine mit den Weibchen des Rudels paaren.

Die Schwangerschaft dauert etwas über sieben Monate. Die Mutter verjagt vor der Geburt ihr älteres Kalb. Meist bringt die Mutter nur ein Einzeltier zur Welt. Es wiegt zwischen fünf und 13 Kilogramm. Schon nach wenigen Stunden kann es aufstehen und der Mutter folgen. Bei ihr saugt es Milch. Man sagt auch: Die Mutter säugt das Kalb. Deshalb gehören die Hirsche zu den Säugetieren. Die Säugezeit dauert mindestens ein halbes Jahr lang. Wenn ein Kalb etwa 6 Jahre alt ist, kann es selbst wieder Junge bekommen.

Wie geht das mit dem Geweih?

Die ausgewachsenen Männchen der Rothirsche tragen ein großes verzweigtes Geweih. Junge Männchen, bei denen das Geweih noch keine Verzweigungen hat, heißen auch Spießer. Das Geweih wächst aber nicht über die Jahre immer größer. Es wird jedes Jahr abgeworfen und wächst dann noch größer neu. Dabei wachsen den alten Hirschen bis zu 5 Kilogramm Geweihknochen in nur 4 Monaten.

Wenn das Geweih ausgewachsen ist, wird die Blutversorgung eingestellt. Es stirbt dann ab, ähnlich wie unsere Fingernägel. Im nächsten Frühjahr wird das Geweih wieder komplett abgeworfen. Dabei stoßen die Hirsche mit dem Geweih gegen Bäume, so dass es abbricht. Große Geweihe fallen auch von selbst ab.

Das Geweih ist bei Jägern als Jagdtrophäe sehr beliebt. Je größer und verzweigter es ist, desto beliebter. Es werden oft die Geweihspitzen gezählt und man nennt den Hirsch danach: zum Beispiel ein Acht-Ender, oder ein Zwölf-Ender.