Germanische Götter: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Image:Walhall by Emil Doepler.jpg|mini|Walhalla war der germanische [[Gott|Götterhimmel]]. Tagsüber massen sich dort die Helden im Zweikampf. Abends vergnügten sie sich bei Gelagen.]]
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[[Image:Walhall by Emil Doepler.jpg|mini|Walhall war der germanische [[Gott|Götterhimmel]]. Tagsüber maßen sich dort die Helden im Zweikampf. Abends vergnügten sie sich bei Gelagen.]]
Die [[Germanen]] stellten sich ihre [[Gott|Götter]] hart und grausam vor. Vergebung wird nicht als Tugend angesehen, sondern als Schwäche. Tapferkeit war umso wichtiger, denn jeder wollte als Held ins Walhalla kommen. So hieß der germanische Götterhimmel. Der oberste [[Gott]] war Odin. Dieser ist auch unter dem [[Name]]n „Wotan“ bekannt.  
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Die [[Germanen]] stellten sich ihre [[Gott|Götter]] hart und grausam vor. Vergebung wurde nicht als Tugend angesehen, sondern als Schwäche. Tapferkeit war umso wichtiger, denn jeder wollte als [[Held]] ins Walhall kommen. So hieß der germanische Götterhimmel. Der oberste [[Gott]] wurde von den [[Himmelsrichtung|südlichen]] Germanen Wotan genannt. In [[Skandinavien]] hieß er Odin.  
  
Als die germanischen Völker die [[Römisches Reich|römischen]] Wochentage übernahmen, änderten sie die Namen der Wochentage. Diese waren nach den [[Planet]]en benannt. Die Wochentage in der [[Deutsche Sprache|deutschen Sprache]] kommen von den Germanen.
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Als die germanischen Völker die [[Römisches Reich|römischen]] Wochentage übernahmen, änderten sie die Namen der Wochentage. Diese waren nach römischen Göttern benannt, deren Namen auch auf die damals bekannten [[Planet]]en übertragen wurden.  
  
==Was erinnert uns heute noch an die germanischen Götter?==
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==Was haben unsere Wochentage mit germanischen Göttern zu tun?==
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[[Datei:Tyr feeding Fenrir.jpg|mini|Tyr und Fenrir. Vom Gott Tyr kommt unser Name „Dienstag“.]]
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Vom germanischen Tyr leitet sich der alte Name „Ziestag“ für Dienstag ab. Tyr oder Ziu war der Gott des Kampfes. Er legte seinen [[Arm]] als Faustpfand in den Rachen des [[Wolf]]es Fenris, um diesem ein unzerreißbares Halsband umzubinden. Er opferte damit einen Arm, um die Bestie zu bändigen. Auf Bildern wird er deshalb einarmig dargestellt.
  
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Der Mittwoch ist auf [[Englisch]] der „Wednesday“, der Wotans-Tag. Im [[Deutsche Sprache|Deutschen]] wurde dieser Wochentag zum [[Neutralität|neutral]]en [[Wort]] Mittwoch. Um aus der Quelle der Weisheit trinken zu können, opferte Wotan ein [[Auge]]. Seitdem ist er der weiseste der Götter. Seine Begleiter sind die beiden [[Rabenvögel|Raben]] Munin und Hugin. Sie versorgen ihn mit Nachrichten. Sein achtbeiniges [[Pferd]] heißt Sleipnir. Seine Töchter sind die Walküren. Sie kämpfen für ihn und geleiten die gefallenen Helden nach Walhall.
  
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Der Donnerstag ist nach dem Donnergott Donar oder Thor benannt. Im Englischen sagt man „Thursday“. Typisch für Thor ist sein aufbrausendes Temperament. Wenn er zornig ist, hören die Menschen ihn donnern. Er ist der älteste Sohn von Odin. Er ist nach Odin der mächtigste Gott. Er wird als rau und gutmütig beschrieben. Er ist der gefräßigste und trinkfesteste der Götter. Er fährt auf einem Wagen mit [[Ziegen]]böcken. Seine Kraft verdoppelt sich, sobald er seinen Kraftgürtel umschnallt. Mit seinen Eisenhandschuhen schwingt er den Hammer Mjölnir. Das ist ein magischer Kampfhammer, der nach jedem Wurf wie ein Bumerang zurückkehrt.
  
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Der Freitag hat nichts mit „Freiheit“ zu tun, sondern mit dem Namen der Göttin Frigg oder Freya. Freya ist die Göttin der Liebe. Sie ist aber auch Anführerin der Walküren. Das sind kämpferische Frauen, die aus Liebe in die [[Schlacht]] ziehen. Als sie sich einen Mann wählen soll, sträubt sich Freya. Der Gott Odin wirbt drei Mal um sie, ehe sie ja sagt. Doch dann zieht Odin in die weite Welt. Freya sucht ihn vergebens. Sie weint goldene Tränen, die zu [[Bernstein]] werden.
  
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Nach diesen nach germanischen Göttern benannten Wochentagen folgt der Samstag, der vom [[Judentum|jüdischen]] Ruhetag Sabbat abgeleitet ist. Der Sonntag und der Montag wiederum erinnern an [[Sonne]] und [[Mond]].
  
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== Gibt es noch andere germanische Götter? ==
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Balder ist der Gott der Reinheit, der Schönheit und des Lichts. Er ist der schönste Gott und wird von allen Göttern geliebt. Nur Loki will ihm schaden. Balder hat Alpträume, die sich um seinen [[Tod]] drehen. Alle Götter, [[Tiere]] und [[Pflanzen]], sogar die Steine werden daraufhin eingeschworen, Balder niemals zu schaden. Die unscheinbare Mistel wird dabei übersehen. Das erfährt Loki. Die Götter veranstalten ein Kampfspiel, bei dem sie auf Balder schießen, um ihm zu beweisen, dass ihm nichts etwas anhaben kann. Loki überredet Balders blinden Zwillingsbruder, Hödur, auf Balder zu schießen. Hödur trifft Balder und dieser stirbt.
  
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Drei Schicksalsgöttinnen spinnen die Fäden des Schicksals. Sie sind drei [[Verwandtschaft|Schwester]]n, die das Schicksal der Götter und der Menschen bestimmen und voraussagen. Auch die Lebenszeit wird von ihnen festgelegt.
  
„Mardi“; der [[Mars]]-Tag wurde zum Dienstag, denn der römische Kriegsgott Mars entsprach dem germanischen Tyr. Dieser hatte noch einen anderen Namen. Davon leitet sich der alte Name „Ziestag“ ab. Tyr legte seinen Arm als Faustpfand in den Rachen des Wolfes Fenris, um diesem eine unzerreißbares Halsband umzubinden. Er opferte damit einen Arm um die Bestie zu bändigen. Auf Bildern wird er deshalb einarmig dargestellt.
 
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Datei:Tyr feeding Fenrir.jpg|Tyr und Fenrir
 
Datei:Ed0016.jpg|der einarmige Tyr
 
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Der Mittwoch heißt französisch „Mercredi“ = [[Merkur]]-Tag. Englisch ist das der Wednesday, der Wotans-Tag. Wotan ist ein anderer Name für Odin. Im Deutschen wurde dieser Name getilgt zum neutralen Wort Mittwoch. Um aus der Quelle der Weisheit, trinken zu können opferte Wotan ein Auge. Seitdem ist er der weiseste der Götter. Seine Begleiter sind die beiden Raben Munin und Hugin. Sie versorgen ihn mit Nachrichten. Sein achtbeiniges Pferd heißt Sleipnir. Die Walküren sind seine Töchter. Sie kämpfen für ihn und geleiten die gefallenen Helden nach Walhall.
 
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Datei:Odin oder Wodan (1832) from Die Helden und Götter des Nordens, oder Das Buch der sagen.jpg|Odin und seine Raben
 
Datei:Odin, Sleipnir, Geri, Freki, Huginn and Muninn by Frølich.jpg|Odin auf seinem achtbeinigen Pferd
 
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Der französische „Jeudi“, der [[Jupiter]]-Tag, ist unser Donnerstag. Jupiter war ein Donnergott wie Thor. Im Englischen ist das am Wort „Thursday“ noch deutlicher zu erkennen. Typisch für Thor ist sein aufbrausendes Temperament. Wenn er zornig ist hören die Menschen ihn donnern. Er ist der älteste Sohn von Odin. Er ist nach Odin der mächtigste Gott. Er wird als rauh und gutmütig beschrieben. Er ist der gefräßigste und trinkfesteste der Götter.
 
Er fährt auf einem Wagen mit Ziegenböcken. Seine Kraft verdoppelt sich, sobald er seinen Kraftgürtel umschnallt. Mit seinen Eisenhandschuhen schwingt er den Hammer Mjölnir. Das ist ein magischer Kampfhammer, der nach jedem Wurf wie ein Bumerang zurückkehrt.
 
 
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Datei:Odin oder Wodan (1832) from Die Helden und Götter des [[Norden]]s, oder Das Buch der sagen.jpg|Odin und seine Raben
 
Datei:Ed0011.jpg|Thor schwingt seinen Hammer.
 
Datei:Ed0011.jpg|Thor schwingt seinen Hammer.
Datei:Das festliche Jahr img023 Gott Thor oder Thunar.jpg|Thor mit seinen Ziegenböcken
 
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Der Freitag hat nichts mit „Freiheit“ zu tun, sondern mit dem Namen der Göttin Frigg oder Freya. Dieser Wochentag heißt in Frankreich „Vendredi“, [[Venus]]-Tag. Freya ist wie Venus die Göttin der Liebe. Sie ist aber auch Anführerin der Walküren. Das sind kämpferische Frauen, die aus Liebe in die Schlacht ziehen, um das Geliebte zu verteidigen. Als sie sich einen Mann wählen soll, sträubt sich Freya. Der Gott Odin wirbt drei Mal um sie, ehe sie ja sagt.  Doch dann zieht Odin in die weite Welt. Freya sucht ihn vergebens. Sie weint goldene Tränen, die zu Bernstein werden.
 
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Datei:Odin and Frigg from Vafþrúðnismál by Lorenz Frølich.jpg|Odin und Freya
 
 
Datei:Odur verlässt abermals die trauernde Gattin.jpg|Odin verlässt die trauernde Freya.
 
Datei:Odur verlässt abermals die trauernde Gattin.jpg|Odin verlässt die trauernde Freya.
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Außerdem gibt es noch Balder. Er ist der Gott der Reinheit, Schönheit und des Lichts. Er entspricht griechischen Sonnengott Apollon. Balder ist der schönste Gott. Er wird von allen Göttern geliebt. Nur Loki will ihm schaden.
 
Balder hat schon als Kind Alpträume, die sich um seinen Tod drehen. Alle Götter, Tiere und Pflanzen, sogar die Steine werden daraufhin eingeschworen, Balder niemals ein Leid anzutun. Die unscheinbare Mistel wird dabei übersehen. Das erfährt Loki. Die Götter veranstalten ein Kampfspiel, bei dem sie auf Balder schießen, um ihm zu beweisen, dass ihm nichts etwas antun kann. Loki überredet Balders blinden Zwillingsbruder, Hödur, auf Balder zu schießen. Hödur trifft Balder und dieser stirbt.
 
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Datei:Loki and Hod.jpg|Loki überredet Balder auf Hödur zu schießen.
 
Datei:Loki and Hod.jpg|Loki überredet Balder auf Hödur zu schießen.
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Datei:Nornorna spinner ödets trådar vid Yggdrasil.jpg|Schicksalsgöttinnen beim Spinnen.
 
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Drei Schicksalsgöttinnen spinnen die Fäden des Schicksals. Sie sind drei Schwestern, die das Schicksal der Götter und der Menschen bestimmen und voraussagen. Auch die Lebenszeit wird von ihnen festgelegt.
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{{Artikel}}
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[[Kategorie:Geschichte]]
Datei:Nornorna spinner ödets trådar vid Yggdrasil.jpg|Die Schicksalsgöttinnen zu Füßen des Weltenbaumes
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[[Kategorie:Glaube_und_Denken]]
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[[Kategorie:Sprache_und_Kultur]]
 
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{{Entwurf}}
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Aktuelle Version vom 8. März 2019, 01:14 Uhr

Walhall war der germanische Götterhimmel. Tagsüber maßen sich dort die Helden im Zweikampf. Abends vergnügten sie sich bei Gelagen.

Die Germanen stellten sich ihre Götter hart und grausam vor. Vergebung wurde nicht als Tugend angesehen, sondern als Schwäche. Tapferkeit war umso wichtiger, denn jeder wollte als Held ins Walhall kommen. So hieß der germanische Götterhimmel. Der oberste Gott wurde von den südlichen Germanen Wotan genannt. In Skandinavien hieß er Odin.

Als die germanischen Völker die römischen Wochentage übernahmen, änderten sie die Namen der Wochentage. Diese waren nach römischen Göttern benannt, deren Namen auch auf die damals bekannten Planeten übertragen wurden.

Was haben unsere Wochentage mit germanischen Göttern zu tun?

Tyr und Fenrir. Vom Gott Tyr kommt unser Name „Dienstag“.

Vom germanischen Tyr leitet sich der alte Name „Ziestag“ für Dienstag ab. Tyr oder Ziu war der Gott des Kampfes. Er legte seinen Arm als Faustpfand in den Rachen des Wolfes Fenris, um diesem ein unzerreißbares Halsband umzubinden. Er opferte damit einen Arm, um die Bestie zu bändigen. Auf Bildern wird er deshalb einarmig dargestellt.

Der Mittwoch ist auf Englisch der „Wednesday“, der Wotans-Tag. Im Deutschen wurde dieser Wochentag zum neutralen Wort Mittwoch. Um aus der Quelle der Weisheit trinken zu können, opferte Wotan ein Auge. Seitdem ist er der weiseste der Götter. Seine Begleiter sind die beiden Raben Munin und Hugin. Sie versorgen ihn mit Nachrichten. Sein achtbeiniges Pferd heißt Sleipnir. Seine Töchter sind die Walküren. Sie kämpfen für ihn und geleiten die gefallenen Helden nach Walhall.

Der Donnerstag ist nach dem Donnergott Donar oder Thor benannt. Im Englischen sagt man „Thursday“. Typisch für Thor ist sein aufbrausendes Temperament. Wenn er zornig ist, hören die Menschen ihn donnern. Er ist der älteste Sohn von Odin. Er ist nach Odin der mächtigste Gott. Er wird als rau und gutmütig beschrieben. Er ist der gefräßigste und trinkfesteste der Götter. Er fährt auf einem Wagen mit Ziegenböcken. Seine Kraft verdoppelt sich, sobald er seinen Kraftgürtel umschnallt. Mit seinen Eisenhandschuhen schwingt er den Hammer Mjölnir. Das ist ein magischer Kampfhammer, der nach jedem Wurf wie ein Bumerang zurückkehrt.

Der Freitag hat nichts mit „Freiheit“ zu tun, sondern mit dem Namen der Göttin Frigg oder Freya. Freya ist die Göttin der Liebe. Sie ist aber auch Anführerin der Walküren. Das sind kämpferische Frauen, die aus Liebe in die Schlacht ziehen. Als sie sich einen Mann wählen soll, sträubt sich Freya. Der Gott Odin wirbt drei Mal um sie, ehe sie ja sagt. Doch dann zieht Odin in die weite Welt. Freya sucht ihn vergebens. Sie weint goldene Tränen, die zu Bernstein werden.

Nach diesen nach germanischen Göttern benannten Wochentagen folgt der Samstag, der vom jüdischen Ruhetag Sabbat abgeleitet ist. Der Sonntag und der Montag wiederum erinnern an Sonne und Mond.

Gibt es noch andere germanische Götter?

Balder ist der Gott der Reinheit, der Schönheit und des Lichts. Er ist der schönste Gott und wird von allen Göttern geliebt. Nur Loki will ihm schaden. Balder hat Alpträume, die sich um seinen Tod drehen. Alle Götter, Tiere und Pflanzen, sogar die Steine werden daraufhin eingeschworen, Balder niemals zu schaden. Die unscheinbare Mistel wird dabei übersehen. Das erfährt Loki. Die Götter veranstalten ein Kampfspiel, bei dem sie auf Balder schießen, um ihm zu beweisen, dass ihm nichts etwas anhaben kann. Loki überredet Balders blinden Zwillingsbruder, Hödur, auf Balder zu schießen. Hödur trifft Balder und dieser stirbt.

Drei Schicksalsgöttinnen spinnen die Fäden des Schicksals. Sie sind drei Schwestern, die das Schicksal der Götter und der Menschen bestimmen und voraussagen. Auch die Lebenszeit wird von ihnen festgelegt.



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