Willkommen im Klexikon, dem größten deutschsprachigen Online-Lexikon für Kinder!
Hier findest du alles zum Advent und zum Nikolaus.

Erster Weltkrieg

Aus Klexikon - Das Freie Kinderlexikon
Version vom 8. Dezember 2014, 00:00 Uhr von Ziko van Dijk (Diskussion | Beiträge)

(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Deutsche Soldaten mit Pferdewagen im Jahr 1914. Sie ziehen durch Brüssel, die Hauptstadt von Belgien.
Foto aus Frankreich. Dieser Vater hat für das Foto seine Uniform angezogen, seine Kleidung als Soldat.

Der Erste Weltkrieg war ein Krieg in den Jahren 1914 bis 1918. Viele Staaten in Europa, und auch außerhalb von Europa, haben gegeneinander gekämpft. Deutschland und seine Verbündeten kämpften auf der einen Seite. Auf der anderen Seite standen Russland und Frankreich und andere Staaten.

Die Wissenschaftler sind sich immer noch nicht einig, warum genau es zum Krieg gekommen ist. Damals hatten die Staaten in Europa viele Waffen und vertrauten einander nicht. Alle wollten so stark und mächtig wie möglich sein.

Im Krieg sind über 17 Millionen Menschen umgekommen. Auch danach litten die Menschen noch unter den Folgen des Krieges. So lebten noch viele Verwundete unter ihnen. Es ist gar nicht so deutlich, wer den Krieg gewonnen hat: Selbst in den Staaten der Sieger waren die meisten Menschen unzufrieden darüber, wie er ausgegangen war.

Heute werden immer noch viele Bücher über den Krieg geschrieben, und es gibt Menschen, die an die Toten von damals denken. Für dieses Gedenken haben manche Staaten sogar eigene Feiertage. Dabei sind oft auch Gäste aus anderen Staaten eingeladen, auch aus Staaten, die damals Feinde waren.

Inhaltsverzeichnis

Warum ist es zum Krieg gekommen?

Russische Soldaten auf dem Weg zur Front, 1917. "Front" nennt man es dort, wo gekämpft wurde.

Schon seit Jahren haben viele Staaten in Europa ihre Armeen größer gemacht. Sie hatten Angst, dass ein anderer Staat sie überfallen könnte, oder sie zumindest bedroht. Manche Staaten hatten miteinander abgesprochen: Wenn dich ein anderer Staat angreift, dann helfe ich dir. Sie hatten also ein Bündnis, sie waren Verbündete.

Soldaten aus Irland, das damals zu Großbritannien gehörte. Das Foto wurde im Sommer 1916 in Frankreich gemacht.

Am 28. Juni 1914 wurde in Sarajevo ein wichtiger Politiker erschossen. Sarajevo gehörte zu Österreich-Ungarn, einem großen, mächtigen Staat. Die Menschen dort waren sehr wütend. Der Mörder kam aus Serbien, und es sah so aus, als wenn die Regierung in Serbien ihm geholfen hätte. Österreich-Ungarn wollte seine eigenen Polizisten nach Serbien schicken, um die Sache zu untersuchen. Serbien sagte, es wolle sich selbst darum kümmern.

Österreich-Ungarn hatte Deutschland zum Verbündeten, während Russland hinter Serbien stand. Russland war aber auch Verbündeter von Frankreich. Ende Juli 1914 machte Russland seine Armee bereit, für den Fall eines Krieges. Die Regierung von Deutschland bekam Angst und sagte, Russland solle damit aufhören. Als das nicht geschah, hat Deutschland am 1. August gesagt: Wir haben jetzt Krieg mit Russland.

Wie ging der Krieg zuende?

Soldaten in Amerika. Das Foto wurde 1917, 1918 oder vielleicht erst 1919 gemacht. Die Vereinigten Staaten von Amerika waren seit 1917 im Krieg.

Im Krieg standen Deutschland und Österreich-Ungarn auf der einen Seiten, später kam noch das Osmanische Reich hinzu (ein Teil davon ist heute die Türkei). Gegen Deutschland waren nicht nur Russland und Frankreich, sondern auch Großbritannien und später noch viele andere Staaten.

Zunächst konnte Russland Teile von Deutschland und Österreich-Ungarn erobern. Währenddessen wollte Deutschland schnell Frankreich besiegen, um dann stärker gegen Russland zu kämpfen. Das klappte aber nicht, weil Großbritannien Frankreich half. Hier im Westen konnten die Armeen oft nur ganz wenig Land erobern. Man spricht von einem Stellungskrieg oder Grabenkrieg. Erst im Sommer 1918 gelang es Frankreich und seinen Verbündeten, wieder viel von seinem Gebiet zurückzuerobern.

Im Osten hingegen hatte Deutschland mehr Erfolg. Seit 1916 rückten seine Armeen immer weiter in Russland ein. Anfang 1918 schlossen Deutschland, Österreich-Ungarn und Russland sogar einen Frieden. Russland musste viel Land und Besitz den Deutschen lassen.

Die Chefs der deutschen Armee mussten einsehen, dass sie den Krieg im Westen nicht gewinnen konnten, obwohl sie immer das Gegenteil behauptet hatten. Sie sagte im September 1918 der deutschen Regierung, dass sie Frankreich und seine Verbündeten um Frieden bitten sollte. Am 11. November 1918 schlossen sie einen Waffenstillstand: Es wurde nicht mehr gekämpft.

Was ist im Krieg Schlimmes passiert?

Ein Wald in Frankreich. Hier gab es bis 1916 das Dorf Fleury. Die kleinen weißen Steine zeigen, wo bis damals Häuser gestanden haben. Die Hügel kommen von den Bomben.

Im Ersten Weltkrieg waren über siebzig Millionen Menschen Soldat. Von ihnen sind fast zehn Millionen gestorben. Außerdem sind fast sieben Millionen Menschen gestorben, die gar nicht Soldat waren. Viele Menschen wurden totgeschossen oder von Bomben getroffen. Andere hatten nichts zu essen oder haben eine Krankheit bekommen und sind deshalb gestorben.

Nach dem Krieg lebten noch viele Menschen, die verwundet worden waren: Ihnen fehlte ein Arm oder ein Bein, sie waren blind oder taub geworden, oder sie zitterten die ganze Zeit. Frauen hatten ihren Ehemann verloren, oder Kinder ihren Vater. Sie waren meistens arm und brauchten Hilfe vom Staat.

Im Krieg wurde auch viel kaputt gemacht: Brücken, Straßen, Häuser. Manchmal gab es ein ganzes Dorf nicht mehr, wenn Bomben darauf gefallen sind. Die Staaten haben viel Geld verloren. Nach dem Krieg haben sie heftig gestritten, wer für den Krieg eigentlich bezahlen sollte.

Wer hat den Krieg gewonnen?

1919 bis 1922 sprachen die Staaten miteinander ab, dass der Krieg endgültig zu Ende war: Sie unterzeichneten Friedensverträge. Deutschland, Österreich und Ungarn galten als die Verlierer, vor allem hier waren die Menschen sehr unzufrieden. Diese Staaten mussten viel Land an andere Staaten abgeben und Geld zahlen.

In Russland haben 1917 die Kommunisten die Macht übernommen. Sie haben versprochen, dass der Krieg und der Hunger aufhört. Es kam zu einem Krieg in Russland selbst, zwischen den Kommunisten und ihren Gegnern. Ähnlich war auch in anderen Ländern die Kriegszeit nicht wirklich vorbei.

Aber auch die Sieger waren oft wütend über das Kriegsende: Italien zum Beispiel hatte Land bekommen, aber viele Italiener glaubten, dass es nicht genug war. In allen Ländern gab es Menschen, die wegen des Krieges neue Gedanken hatten. Manche waren plötzlich gegen alle Kriege, andere hingegen waren gerade für neue Kriege, um sich zu rächen.

Denken die Menschen heute immer noch an den Krieg?

Trauerndes Elternpaar. Käthe Kollwitz hat diese Statuen gemacht. 1932 wurden sie bei einem Friedhof für deutsche Soldaten in Belgien aufgestellt.

Es gibt in vielen Staaten und Orten Denkmäler, die an den Ersten Weltkrieg erinnern. Auf so einem Denkmal steht zum Beispiel geschrieben, wer aus dem Ort im Krieg gestorben ist. In Deutschland zum Beispiel gibt es den Volkstrauertag. An einem bestimmten Sonntag im November wird der Toten gedacht. In anderen Ländern wie Großbritannien, Frankreich und Belgien ist der 11. November der Erinnerungstag.

Die Geschichtswissenschaftler wissen sehr viel über den Krieg, aber einige Fragen können sie immer noch nicht ganz beantworten. Lange Zeit meinte man, dass wohl Deutschland am meisten Schuld daran hatte, dass der Krieg ausbrach. Jetzt schaut man auch genauer hin, was andere Staaten falsch gemacht hatten. Es hieß auch: Die Menschen sind 1914 gerne in den Krieg gezogen. Jetzt weiß man, dass das für viele eben nicht stimmte. Die meisten waren eher aufgeregt und nicht begeistert.

Die Geschichtswissenschaftler sind sich auf jeden Fall einig, dass der Krieg Europa und die Welt sehr stark verändert hat. Es heißt sogar, dass der Erste Weltkrieg die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts gewesen sei. Gemeint ist: Dieser Krieg führte noch zu anderen Katastrophen (Unglücken) in den Jahren danach, zu Gewaltherrschaft, Mord und weiteren Kriegen.