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Bundestagswahl

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Das Reichstagsgebäude ist der Sitz des Parlaments.
Ein Wahlzettel, mit dem jeder Wähler zwei Stimmen abgeben kann

Am 26. September 2021 findet in Deutschland die Bundestagswahl statt. Die deutschen Bürgerinnen und Bürger entscheiden, welche Politiker und Parteien die nächsten vier Jahre im Parlament, dem Bundestag in Berlin, vertreten sein sollen. Der neugewählte Bundestag bestimmt dann wiederum den Bundeskanzler und den Bundespräsidenten. Diese Ämter werden also nicht direkt vom Volk gewählt.

Bereits vor der Wahl werden Umfragen durchgeführt. Bekannt ist die sogenannte „Sonntagsfrage“. Dabei können Bürger angeben, wen sie wählen würden, wenn am Sonntag bereits die Wahl wäre. Diese Umfrage wird etwa einmal pro Monat gemacht.

Wie funktioniert die Wahl?

Wer mindestens 18 Jahre alt ist und eine deutsche Staatsbürgerschaft hat, darf an der Wahl teilnehmen. Die Wahl findet im Geheimen statt. Wen man wählt, ist nämlich Privatsache. Gewählt wird entweder per Brief oder durch den Besuch eines Wahllokals. Im Gegensatz zu einigen anderen Ländern ist die Wahl in Deutschland freiwillig.

Jeder Wähler darf zwei Stimmen abgeben. Mit der ersten Stimme wählt er einen Politiker aus dem Wahlkreis, in dem er wohnt. In Deutschland gibt es 299 Wahlkreise. Sie sind so aufgeteilt, dass jeder Wahlkreis etwa gleich viel Einwohner hat. Der Politiker, der in einem Wahlkreis am meisten Stimmen erhält, kommt direkt in den Bundestag. Man redet von einem „Direktmandat“.

Mit der zweiten Stimme wählt der Wähler eine Partei. Für jede Partei wird ausgerechnet, wie viel Prozent der Stimmen sie erhalten hat. Anhand von diesem Prozentsatz wird bestimmt, wieviel Sitze jede Partei im Bundestag bekommt. Ein Teil dieser insgesamt zugesprochenen Sitze wird mit den Politikern aus den bereits erhaltenen Direktmandaten aufgefüllt. Bleiben dann noch Sitze übrig, werden diese anhand einer Liste mit Politikern augefüllt, welche die Partei zuvor zusammengestellt hat. Allerdings bekommt nicht jede Partei, die Stimmen erhält, einen Sitz im Bundestag. Dafür muss sie mindestens fünf Prozent der Zweitstimmen haben. Man redet auch von der „Fünf-Prozent-Hürde“ oder der „Fünf-Prozent-Klausel“.

Damit eine Partei regieren kann, muss sie mehr als die Hälfte der Sitze im Bundestag haben. Weil das sehr selten vorkommt, gehen die Parteien Bündnisse ein, sogenannte Koalitionen, um gemeinsam auf mehr als 50 Prozent zu kommen. Die Parteien einer Koalition handeln einen Koalitionsvertrag aus, in dem sie sich darüber einigen, wie sie Deutschland gemeinsam regieren wollen. Erst danach wählen die Politiker im Bundestag den Bundeskanzler und Bundespräsidenten. Der Kanzler kommt normalerweise aus der Koalitionspartei, die am meisten Sitze hat.

Wer steht zur Wahl für den Kanzler?

Bundeskanzlerin Angela Merkel möchte nach 16 Jahren an der Spitze der deutschen Bundesregierung aufhören. Sie kündigte dies schon im Jahr 2018 an. Ihre Partei, die Christlich Demokratische Union, also die CDU, möchte, dass Armin Laschet der neue Kanzler wird. Laschet kommt aus Aachen. Er ist der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und seit Januar 2021 der Parteivorsitzende der CDU.

Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands, die SPD, schickt Olaf Scholz ins Rennen um die Kanzlerschaft. Scholz kommt aus Osnabrück in Niedersachsen. Er ist zurzeit der Vizekanzler unter Angela Merkel sowie Finanz-Minister. Zuvor war er Bürgermeister von Hamburg. Scholz gilt als eher altmodischer Sozialdemokrat.

In den Umfragen sagten viele Menschen, dass sie die Partei Bündnis 90/Die Grünen wählen würden. Diese Partei hat bei der Bundestagswahl 2017 noch nicht so gut abgeschnitten. Nun könnte es sogar sein, dass sie mehr Stimmen als die CDU holt. Falls dies geschieht, könnte Annalena Baerbock als Kanzlerin gewählt werden. Sie wurde in Hannover geboren und lebt heute in Potsdam. Baerbock ist eine der beiden Vorsitzenden der Grünen.



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