Bibel

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Dieses Exemplar der Bibel hatte eine amerikanische Familie im 19. Jahrhundert

Die Bibel ist ein berühmtes Buch, genauer gesagt: eine Sammlung von Schriften. Das Wort stammt aus dem Griechischen und bedeutet einfach „Buch“. Die Bibel besteht aus zwei Teilen: Das Alte Testament beschreibt das Volk der Juden mit ihrem Gott, und das Neue Testament handelt von Jesus Christus und seinen Anhängern.

Die Bibel ist damit das Heilige Buch des Christentums. Kein anderes Buch wurde in so viele Sprachen übersetzt wie die Bibel. Viele Künstler in Europa und anderswo haben aus der Bibel Ideen für ihre Werke erhalten. Man nennt die Bibel auch das „Buch der Bücher“.

Was steht in der Bibel?

Der erste und längere Teil der Bibel heißt Altes Testament, der Rest wird Neues Testament genannt. Mit Testament ist eine Art Bund oder Vertrag gemeint, und zwar ein Bund mit Gott. Letztlich geht es darum, was die Menschen gemacht haben, die an Gott geglaubt haben, und wie man richtig leben soll.

Sowohl das Alte als auch das Neue Testament sind Sammlungen von Schriften. Diese Schriften nennt man Bücher. Das Buch Judit zum Beispiel berichtet davon, was diese Frau gemacht hat. Die ersten fünf Bücher der Bibel heißen „die fünf Bücher Mose“. Sie berichten, wie Gott die Welt erschaffen hat und was bis zur Zeit von Moses geschehen ist.

Einige Bücher im Alten Testament beschreiben vor allem die Geschichte der Juden, die Geschichtsbücher. Andere sind Lehrbücher, darin steht, wie sich der Gläubige zu Gott und zu den anderen Gläubigen verhalten soll. Außerdem gibt es Bücher über einzelne Propheten. Ein Prophet ist ein Mensch, zu dem Gott gesprochen hat und der seine Mitmenschen warnen soll.

Das Neue Testament beginnt mit vier Evangelien. „Evangelium“ kommt aus dem Griechischen und heißt Frohe Botschaft. Die Evangelien beschreiben die letzten Jahre des Lebens von Jesus Christus. Die Apostelgeschichte erzählt, was einige Apostel nach dem Tod von Jesus erlebt haben. Ein Apostel ist ein Anhänger, der Jesus noch selbst gekannt hat. Die Apokalypse beschreibt das Ende der Welt, wenn Jesus wieder auf die Erde kommt.

Die anderen Bücher im Neuen Testament sind Briefe. Sie sollen vom Apostel Paulus und anderen geschrieben worden sein. Paulus schrieb solche Briefe jeweils einer Gemeinde der Christen in einer anderen Stadt. Darin kann man lesen, wie die Christen leben und woran genau sie glauben sollten.

Wer hat die Bibel geschrieben?

Dies ist ein Stück Papyrus, eine frühe Art von Papier. Es wurde um das Jahr 120 nach Christus beschrieben. Die Buchstaben sind Griechisch, und der Text kommt aus dem Evangelium des Johannes. Das ist das älteste Stück vom Neuen Testament, das man heute kennt.

Lange Zeit glaubten Juden und Christen, die heiligen Schriften seien von Gott. Zumindest habe Gott Menschen gesagt, was sie aufschreiben sollten. Geschichtswissenschaftler vermuten heute, dass die ältesten Gedanken der Bibel etwa 3000 Jahre alt sind. Es kann aber sein, dass sie lange nur weitererzählt wurden, bevor jemand sie aufgeschrieben hat.

Beim Neuen Testament ist es nicht viel anders. Jesus starb möglicherweise um das Jahr 30 nach Christus. Die ältesten Schriften über ihn sind wahrscheinlich einige Briefe des Paulus, die etwa 20 Jahre später geschrieben wurden. Bis das erste Evangelium entstanden sind, hat es sicher noch 15 bis 35 Jahre gedauert.

Bei den Schriften des Neuen Testaments steht die Namen des Verfassers darüber. Im ersten Jahrhundert nach Christus begann man zu behaupten, das erste Evangelium sei von „Markus“ geschrieben. Das sei der Übersetzer gewesen, der den Apostel Petrus begleitet habe. Oder es hieß, er habe den Apostel Paulus begleitet. In Wirklichkeit weiß niemand, wer dieses Evangelium geschrieben hat. Nur bei einigen Briefen des Paulus meint man heute, er könnte der Verfasser sein.

In welcher Sprache wurde die Bibel geschrieben?

Am Ende des Mittelalters hat Johannes Gutenberg in Europa den Buchdruck erfunden. Für sein erstes Werk hat er die Bibel gewählt. Diese Ausgabe war schon damals besonders teuer.

Das Alte Testament ist in alter hebräischer Sprache. Das war damals die Sprache der Juden. Hebräisch schreibt man von rechts nach links, und die Buchstaben sehen anders aus als in unserem lateinischen Alphabet. Damals gab es keinen Unterschied von Großbuchstaben und Kleinbuchstaben, und auch keine Leerzeichen.

Das eigentliche Problem: Man hat es nur mit Mitlauten, aber ohne Selbstlaute geschrieben. „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde“ sähe dann so aus: DRDNLMMHTTGFHCSGNFNM. Da muss man manchmal schon raten, was eigentlich gemeint ist. Der Name Gottes ist JHWH. Wir schreiben heute Jahwe, aber lange Zeit dachten viele, es müsse Jehova heißen.

Das Neue Testament wurde in altem Griechisch geschrieben. Das ist leichter zu lesen. Allerdings war es für die Menschen, die diese Schriften verfasst haben, nicht unbedingt die Muttersprache. Überhaupt wissen wir über die Zeit der Bibel nicht besonders viel, wir kennen die Welt nicht genau, in der die Menschen damals gelebt haben. Es heißt, ein römischer Soldat habe einen Schwamm mit Essig an den Mund von Jesus gehalten, als dieser am Kreuz hing. Wollte der Soldat damit Jesus quälen, oder ihm etwas Gutes tun?

Lange Zeit kannte man in Europa die Bibel nur auf Latein oder Griechisch. Das Alte Testament las man in einer griechischen oder lateinischen Übersetzung. Für viele Sprachen war eine Bibelübersetzung das erste Buch. Der deutsche Professor Martin Luther hat dann in den Jahren nach 1500 die Bibel aus dem Griechischen und Hebräischen ins Deutsche übersetzt. Er war nicht der erste, der das gemacht hat, aber seine Übersetzung war besonders gut lesbar.

Gibt es Bilder in der Bibel?

Als der jüdische König David noch jung war, soll er Goliat gegenüber gestanden haben: Dieser Feind war viel größer als er selbst. Mit einer Steinschleuder konnte er ihn trotzdem besiegen. Viele Maler haben sich davon ein Bild gemacht, wie dieser Künstler aus dem Mittelalter.

Aus der Zeit der Bibel selbst gibt es so gut wie keine Bilder mehr. Aber viele Menschen wollten sich besser vorstellen können, was in der Bibel passiert. Für Gemälde und andere Kunstwerke eignen sich viele Ideen und Geschichten sehr gut. Da sieht man Jesus Christus als guten Hirten mit Schafen, oder Moses mit zwei großen Tafeln, auf denen die Gesetze für die Juden stehen.

Bibeln, die seit dem Mittelalter entstanden sind, zeigen häufig Bilder. Ebenso sieht man in Kirchen Gemälde und Statuen. Manche Christen hatten aber Angst, dass die Gläubigen anfangen könnten, eine Christus-Statue zu verehren, anstatt Christus selbst. Mehrmals in der Geschichte hat es einen heftigen Bilderstreit gegeben.

Für die Juden und Christen, und auch Muslime, sind vor allem ihre Heiligen Bücher wichtig. In ihnen steht angeblich, was Gott ihren Propheten gesagt hat. Daher nennt man sie auch Buchreligionen oder Schriftreligionen.